Seitdem die Legendary Edition von Mass Effect vorgestellt und der dazugehörige Trailer veröffentlicht wurde, war es still um das Remaster der beliebten Reihe. Doch am Abend des gestrigen 6. Aprils gab es dann offiziell neue Informationen seitens Electronic Arts.

In der offiziellen Meldung sind die aktuellsten Informationen zu Gameplay-Anpassungen, der Überarbeitung des Balancings sowie weitere thematisierte Änderungen enthalten. Wir werfen einen Blick auf die Inhalte zu denen Kampf-Anpassungen des ersten Teils, ein neues Balancing von „Galaxy at War“ (Mass Effect 3), Anpassungen bezüglich des Makos, Gameplay-Verbesserungen sowie Vereinheitlichungs- und Modernisierungsmaßnahmen der gesamten Trilogie gehören.

Anpassungen stellen Herausforderung für Entwickler dar

„Wir wollten das Spielerlebnis insgesamt verbessern, dabei aber nicht unnötig verändern, was unsere Fans an jedem Spiel so lieben.“

Mass Effect (nachfolgend häufig „ME“ abgekürzt) legt wert auf Rollenspielmechaniken und die Fans der Reihe lieben das Spiel unter anderem dafür. Wenn EA sagt, sie wollen das Spielerlebnis verbessern und das Kampfsystem anpassen, werden wahrscheinlich viele von euch misstrauisch, wie dies gelingen soll, ohne dabei das Spielerlebnis zu stark zu verändern. Wenig überraschend soll dies für die Entwickler eine Herausforderung gewesen sein.

Das Problem dabei ist, dass das Feedback der Spieler bezüglich des Schießens mit einem Sturmgewehr in Mass Effect häufig die Bezeichnung „Frust“ beinhaltet. Die Waffen fühlen sich wenig präzise und äußerst unverlässlich an. Dies wird insbesondere durch den Vergleich zu Mass Effect 2 und 3 deutlich, weshalb es in der Legendary Edition angepasst wurde.

Mass Effect: Anpassungen des Kampfsystems

Blickt man auf das Kampfsystem, wurde für die Legendary Edition einiges im ersten Mass Effect angepasst. Hierzu zählt an erster Stelle die Präzision bei allen Waffen. Darunter zählt auch der Fadenkreuz-Bloom und der Waffenverzug. Spieler sollen durch die Anpassung über eine konsistentere Feuerkraft verfügen. Außerdem sollen sie gleichzeitig die Schuss- sowie die Überhitzungsanzeige im Blick behalten können.

Des Weiteren wird das ADS (das Zielen mit Visier) dadurch präziser, dass sich die Kameraperspektive mehr auf den Kampf konzentriert. Dies wurde an den zweiten und dritten Ableger der Reihe angepasst. Da die Kämpfe deutlich „knackiger“ sowie die Spieler mehr Kontrolle erhalten sollen, verbesserten die Entwickler außerdem die Zielunterstützung. Dies soll ebenfalls die Präzision steigern.

Es folgt eine Übersicht der Gameplay-Änderungen, die den ersten Mass Effect Teil an den zweiten und dritten Titel angleichen:

Beginnen wir mit Shepard. Dieser kann jetzt aus dem Kampf sprinten. Außerdem werden Nahkampfangriffe nun einem Tastendruck zugeordnet und nicht mehr abhängig von der Distanz zum Feind automatisch ausgelöst. Hinzu kommen die bereits erwähnten Verbesserungen  der Präzision und der Handhabung der Waffen, also der kontrollierte Fadenkreuz-Bloom, der korrigierte Waffenverzug bei Präzisionsgewehren sowie das Zielen mit Visier, die Kameraansicht bei „Genaues Zielen“ und die Zielunterstützung bei der Zielerfassung.

Ein weiterer interessanter Punkt stellt die Änderung bezüglich Kopftreffer dar: Alle relevanten Gegner erleiden jetzt auch im ersten Spiel Kopftreffer-Schaden, wovon bisher einige ausgenommen waren. Außerdem können Munitionsmods (Anti-Organik, Anti-Synthetik usw.) jetzt während des gesamten Spiels droppen. Das war bisher bei höheren Spielerstufen nicht der Fall. Apropos Munitionsmods: Diese können jetzt ebenfalls bei Händlern gekauft werden.

Nach den Mods sprechen wir nun über die Waffen selbst. Diese kühlen in der Legendary Edition deutlich schneller ab. Neu ist auch, dass jetzt alle Waffen von jeder Klasse ohne Abzüge benutzt werden können. Spezialisierungen (die Möglichkeit, bestimmte Waffen zu trainieren / verbessern) sind allerdings weiterhin klassenspezifisch.

Der nächste Punkt der Liste betrifft die nun verbesserte Nutzung von „Medi-Gel“. Hierbei ist zukünftig die Basis-Abklingzeit verkürzt. Des Weiteren wurden die Vorzüge durch Stufenaufstiege verbessert sowie Liaras Bonus auf Abklingzeiten erhöht. Es wird ebenfalls Verbesserungen an der Inventarverwaltung geben. Die erste besagt, dass Objekte in der Legendary edition als „Schrott“ markiert werden können. Jene Schrottobjekte können in Universalgel umgewandelt oder sofort an Händler verkauft werden. Außerdem verfügen das Inventar sowie die Geschäfte jetzt über eine Sortierfunktion.

Zu den Mass Effect 1 Änderungen heißt es abschließend, dass bei einigen Fähigkeiten das Balancing überarbeitet wurden. Es seien Verbesserungen der Waffenkräfte (die über den Fähigkeitenbaum jedes Waffentyps freigeschaltet werden) enthalten. Diese erhöhen die Effektivität / Stärke erhöht, verkürzen in einigen Fällen Dauer und setzen jetzt bei der Aktivierung der Kraft die Hitze zurückgesetzt.

Mass Effect: Das erwartet den M-35 Mako

Das legendäre Fahrzeug aus dem ersten Mass Effect, der M-35 Mako, ist auch Thema der Anpassungen und erhält zur Legendary Edition einige Anpassungen. „Er wurde neu kalibriert“ und soll nun „besser denn je“ funktionieren. Der Mako war im ersten ME aufgrund seiner Fahrphysik unkontrollierbar. Er wirkte zu leicht und hüpfte zu viel. Dies soll sich ändern.

Der Mako steuert sich laut EA jetzt deutlich flüssiger. Auch seine Schilde laden zukünftig schneller auf. Außerdem erhielt er neue Triebwerke am Heck, die einen Geschwindigkeitsboost ermöglichen. Jene Aufladung sei unabhängig von den Jetpacks an der Unterseite des Makos und könne separat oder gleichzeitig genutzt werden.

Zusammengefasst besagen die Änderungen des M-35 Makos:

  • Verbessertes Handling: Die Fahrphysik wurde verbessert, damit sich das Fahrzeug „schwerer“ anfühlt und weniger schlittert.
  • Verbesserte Kamerasteuerung: Ein Problem wurde behoben, durch das der Mako bei kleineren Winkeln nicht präzise zielte.
  • Schilde laden sich schneller auf
  • Neue Triebwerke für einen Geschwindigkeitsboost: Die Abklingzeit ist unabhängig von den Jetpacks.
  • Die EP-Strafe im Mako wurde entfernt
  • Das Berühren von Lava führt nicht mehr sofort zum Scheitern der Mission, sondern verursacht stattdessen Schaden über Zeit

Der M-35 Mako wird deutlich kontrollierbarer

M 35 Mako

Mass Effect 3: Gründe für das Balancing von Galaxy at War

In „Galaxy at War“ erhält Commander Shepard die Mission, die Reaper zu besiegen und die Galaxy vor der Auslöschung zu retten. Die ganze Galaxie vereint sich und eure Entscheidungen der gesamten Trilogie bestimmen, wer an eurer Seite kämpft.

Für die Legendary Edition musste allerdings das Balancing überarbeitet werden. Beispielsweise wird „Bereitschaft der Galaxy“ nicht mehr von externen Faktoren beeinflusst, da einige dieser Faktoren nicht Teil der Legendary Edition sind. Hierzu zählt der Multiplayer-Modus sowie die Companion-App von ME3. Laut EA bedeute dies jedoch nicht, dass es einfacher wird die Reaper zu besiegen.

Mass Effect 3: Das Spielen der Trilogie beeinflusst den Ausgang der Schlacht

Wer in den letzten Stunden des Reaper-Krieges gute Ergebnisse erzielen möchte und sich kein Ende wünscht, dass zu massiven galaktischen Verlusten führt, der sollte die Legendary Edition in vollem Ausmaß genießen. Denn EA betont: „Je mehr Inhalte ihr in der gesamten Trilogie abschließt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr auf die letzten Kämpfe im Finale gut vorbereitet seid.“

Wer nur ME3 spielt, der müsse alle im Spiel verfügbaren Optionen absolvieren, um ein Ende zu ermöglichen, dass das eben beschriebene Szenario verhindert. Der zuverlässigste Weg, um gute Ergebnisse im Reaper-Krieg zu erzielen, sei es, die ersten beiden Spiele zu spielen und die Fortschritte zu übertragen.

Es gibt allerdings auch einige Bug-Fixes und Backend-Verbesserungen:  Diese werden die Vorbereitung eurer intergalaktischen Armeen am Vorbild-Abtrünnigen-System in ME2 etwas erleichtern.

Es wurden einige Vermächtnis-Probleme behoben, durch die Rufwerte nicht korrekt angezeigt wurden und bestimmte Dialogoptionen nicht wie vorgesehen verfügbar waren. Dadurch können zentrale Momente, die Einfluss auf ME3 haben, jetzt zuverlässiger abgeschlossen werden. Dies hat bessere Ergebnisse für den letzten Akt der Geschichte zur Folge. Jene Momente waren in ME2 berüchtigt und galten als schwer zu erreichen.

 Mass Effect 1-3: Überarbeitung des Noveria-Boss-Raumes und mehr

Wie in der Meldung von EA zu lesen ist, gab es nicht nur Änderungen und Anpassungen für den ersten Teil von Mass Effect, sondern auch einiges, dass die gesamte Reihe betrifft.

Neben allgemeinen Änderungen an Feuergefechten nahmen die Entwickler einige spezifische Änderungen an Begegnungen und Gegnern vor. Betroffen sei auch die Art und Weise, wie Spieler in Kämpfe eintreten. Es heißt, sie haben eine Möglichkeit gefunden, das erste Spiel an die beiden anderen anzugleichen, seien jedoch in der gesamten Trilogie auf einige Systeme gestoßen, die optimiert werden mussten.

Ein Beispiel dafür sei die Boss-Begegnung auf Noveria. Der Boss-Raum wurde ein wenig überarbeitet. Er solle vertraut bleiben, zeitgleich allerdings weniger beengt sein. Außerdem sollen wir Spieler nicht mehr ständig von Biotik-Fähigkeiten herumgeschleudert werden.

Des Weiteren können Truppkameraden jetzt auch im ersten Mass Effect unabhängig voneinander befehligt werden – genau es in Mass Effect 2 und 3 der Fall ist. EA sagt auch, dass einige Bosskämpfe und Gegner im ersten Spiel angepasst wurden, wodurch sie für die Spieler fairer und zeitgleich fordernd sind. Auch sei die Deckung der gesamten Trilogie verbessert sowie zusätzliche Deckung für einige Begegnungen hinzugefügt worden. Insgesamt sei das Betreten und Verlassen einer Deckung jetzt verlässlicher.

Mass Effect 1-3: EP-Balancing und Munitionsdrops

Wie EA berichtet, seien in der Legendary Edition die EP im ersten ME aus Gründen der Konsitenz neu ausbalanciert worden. „Spieler, die die meisten Bereiche des Spiels abschließen, sollten in einem einzigen Spieldurchgang verlässlicher auf höhere Stufen kommen können, anstatt dafür einen zweiten Durchgang zu benötigen“, heißt es in der Verkündung. Des Weiteren schreiben sie, dass es bei dem ersten Spieldurchgang keine Stufenobergrenze mehr geben wird.

Außerdem wurden in Mass Effect 2 die Munitionsdrops neu ausbalanciert, da Munition nach Empfinden der Entwickler im Originalspiel zu selten spawnte. In der Legenday Edition sei die Droprate nun erhöht. Dies gilt insbesondere für das Präzisionsgewehr.

Vereinheitlichte Anpassungsoptionen bei der Charaktererstellung Shepards

Wer in die Charaktererstellung der Legendary Edition startet, wird feststellen, dass sich einige Neuerungen eingeschlichen haben. So seien laut EA beispielweise neue zusätzliche Frisuren und Hauttöne hinzugekommen. Ebenso verbesserten die Entwickler die Anpassungsoptionen und das Charakteraussehen mit neuen aktualisierten Texturen und Haarmodellen.

Noch erwähnenswerter finden wir allerdings die Vereinheitlichung des Charakters. Ihr erhaltet nun bei der Erstellung bzw. Gestaltung eures Shepards einen Code, den ihr in allen drei Spielen verwenden könnt.

Wer will kann mittles dieses Codes dafür sorgen, dass er oder sie die gesamte Trilogie mit einem einheitlich aussehnden Shepard spielt. Ebenso bestünde selbstverständlich die Möglichkeit, bei jedem neuen Beginn einer der drei Titel das Aussehen neu festzulegen.

Commander Shepard erhält neue Frisuren, Hauttöne sowie Texturen und kann in allen drei Spielen gleich aussehen

ME LE Charaktererstellung

Mass Effect 1-3: Vereinheitlichung und Modernisierung

Neben der vereinhetilichten Charaktererstellung Shepards, bietet die Legendary Edition weitere Verbesserungen. Es folgt eine vollständige Auflistung:

Neuer vereinheitlichter Launcher für alle drei Spiele

  • Trilogieweite Einstellungen für Untertitel und Sprachen
  • Die Speicherung der Spielstände erfolgt nach wie vor individuell in jedem Spiel und kann unabhängig voneinander verwaltet werden

Aktualisierte Optionen bei der Charaktererstellung

  • Die FemShep aus Mass Effect 3 ist die neue weibliche Standardoption in allen drei Spielen (das originale FemShep-Design ist weiterhin als Voreinstellung verfügbar)

Die Erfolge der gesamten Trilogie wurden aktualisiert

  • Neue Erfolge wurden der Trilogie hinzugefügt
  • Fortschritte für einige Erfolge werden jetzt für alle drei Spiele übergreifend gewertet (z.B. 250 Gegner in allen Spielen eliminieren)
  • Erfolge, die kombiniert wurden und damit redundant sind, wurden entfernt
  • Bei einigen Erfolgen wurden die Einsatzziele / Beschreibungen und / oder Namen aktualisiert

Integrierte Waffen- und Panzerung-DLC-Packs

  • DLC-Packs für Waffen und Panzerung sind jetzt von vornherein in das Spiel integriert. Ihr erhaltet sie durch Forschung oder Kauf bei den Händlern, während ihr im Spiel vorankommt. Sie sind also nicht von Anfang an freigeschaltet. Dadurch werden Balancing und Fortschritt in ME2 und ME3 übergreifend sichergestellt
  • Aufklärungskapuze (ME2) und Cerberus-Ajax-Panzerung (ME3) sind zu Beginn jedes Spiels verfügbar

Zusätzliche Gameplay- und Benutzerfreundlichkeit-Verbesserungen

  • Sound aller Spiele neu abgemischt und erweitert
  • Hunderte Bugs der Originalversionen wurden behoben
  • Native Controller- und 21:9-Anzeigeunterstützung auf PC, kompatibel mit DirectX 11

Die visuellen Änderungen

Nächste Woche wird es eine weitere Meldung seitens EA geben, die den Fokus auf die Vorstellung der getroffenen visuellen Änderungen legt. Es folgt damit ein detaillierter Einblick.

Wer sich die Zeit bis dahin ein wenig vertreiben möchte, schaut sich doch am besten den Trailer der Legendary Edition erneut an: