Liebe Gaming-Grounds.de Leserinnen und Leser, sicherlich habt ihr mitbekommen, dass es in den vergangenen Tagen extrem intensive Diskussionen über zwei aktuelle Reportagen gab, die sich mit speziellen Aspekten der Bereiche Gaming und Streaming auseinandersetzten.

Diese wurden von PULS und vom Y-Kollektiv veröffentlicht und beschäftigten sich mit den Themen „Dauerstream: Wenn das ganze Leben online stattfindet“ (Y-Kollektiv) sowie „Sexismus im Gaming: Wie Gamer*innen beim Zocken belästigt werden“ (PULS). Beide Produktionen gerieten nach der Veröffentlichung zurecht in die Kritik. Auch hier auf Gaming-Grounds.de haben wir uns ausführlich mit den Fehlern beschäftigt.

Falls ihr noch gar nicht im Thema seid, findet ihr hier einen ausführlichen Kommentar, der neben der Themenlage auch bereits eine subjektive Einschätzung über die Qualität der Reportagen beinhaltet:

Peinliche Gaming-„Reportagen“: Schon wieder weit am Ziel vorbei

Die Reaktionen: Von ausgeschalteten Kommentaren und Löschung

In Anbetracht der wichtigen Transparenz wollen wir euch in diesem Beitrag darüber informieren, was nach der öffentlichen und großen Kritik, die beide Formate erfahren haben, passiert ist. Denn mittlerweile haben sich sowohl Y-Kollektiv als auch PULS geäußert sowie Maßnahmen ergriffen.

Reaktion des Y-Kollektivs

Das Y-Kollektiv, welches in unserer Wahrnehmung den größeren Shitstorm erzeugte, entschied sich dazu die Reportage „Dauerstream: Wenn das ganze Leben online stattfindet“ online zu lassen und lediglich die Kommentare unter dem Video zu deaktivieren. Das Video weist knapp eine halbe Million Aufrufe auf (480,208 am 12. März 2021, 16:50 Uhr).

Allerdings ist es für das Y-Kollektiv üblich, wenige Tage nach einer Reportage ein Q&A-Video auf dem Kanal „Y-zwei“ hochzuladen. Dies geschah auch, mit etwas Verzögerung, in Bezug auf das viel kritisierte Thema rund um die beiden Twitch-Protagonisten. In diesem Video, bei dem es sich vielmehr um eine Stellungnahme als um ein Q&A handelt, erklärt sich Reporterin Carolin von der Groeben und geht auf einige der angeführten Kritikpunkte ein.

Zu sehen ist dies hier:

Reaktion von PULS

Anders handhabte PULS, das junge Content-Netzwerk des Bayerischen Rundfunks, die an der Reportage „Sexismus im Gaming: Wie Gamer*innen beim Zocken belästigt werden“ geübte Kritik. Nach interner Absprache entschied man sich dazu, den Film nicht weiter öffentlich zugänglich zu machen. Das Video des Kanals mit 761.000 Abonnements steht seit einiger Zeit auf „privat“.

Im Anschluss folgte ein schriftliches Statement, welches wir nachfolgend ungekürzt und unkommentiert zitieren:

„Liebe Community,

in den letzten 24 Stunden haben wir viel Feedback von euch zu unserer Reportage über „Sexismus im Gaming“ erhalten. Danke, dass ihr euch so intensiv damit auseinandergesetzt habt! Unser Ziel war es mit dieser Reportage herauszufinden, inwiefern Sexismus ein Problem ist, das Gamer’innen betrifft und über die Folgen aufzuklären.

Bei unserer Recherche haben wir herausgefunden, dass Sexismus im Gaming ein Problem ist und Frauen besonders betrifft. Das belegen verschiedene wissenschaftliche Studien und Aussagen von Betroffenen, u.a. auch der beiden Protagonistinnen aus unserer Reportage.

Dennoch können wir eure Kritik zu unserer Herangehensweise nachvollziehen. Denn das Ergebnis des Gaming-Experiments von Ariane widerspricht den zuvor genannten Erkenntnissen: Ariane wurde in dieser Stichprobe nicht beleidigt. Dass wir im ganzen Film kein dokumentiertes Beispiel von sexistischer Diskriminierung oder sexualisierter Belästigung haben und den Film dennoch veröffentlicht haben, war falsch. Denn es lenkt vom eigentlichen Problem ab und ist der Sache nicht dienlich.

Dieser Film entspricht nicht unseren eigenen Ansprüchen und es war ein Fehler, ihn in der Form zu veröffentlichen. Dafür möchten wir uns entschuldigen und haben usn deshalb dazu entschieden, den Film offline zu nehmen. Wir werden den Fall intern diskutieren und daraus lernen.

Viele Grüße
euer PULS Reportage Team“

(Quelle: Instagram-Story @pulsreportage, 11. März 2021)

Wie findet ihr die unterschiedlichen Reaktionen und den Umgang mit der Kritik? Diskutiert gerne sachlich mit uns in den Kommentaren!