Eigentlich wollte Riot Games mit der Bekanntgabe des neuen Sponsors für die LEC Summer Season 2020 eine erfreuliche Nachricht mit der Community teilen. Geglückt ist dies jedoch nicht im Entferntesten. Der Name des neuen Sponsors ist NEOM – ein großes Unternehmen aus Saudi-Arabien, welches zudem in engem Kontakt mit der dortigen Regierung stehen soll.

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Diese gerät immer wieder heftig in die Kritik, wenn es unter anderem um die Themen Menschenrechte, Gleichstellung und Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen geht. Dies ist in diesem Kontext besonders problematisch, da Riot Games selbst in der näheren Vergangenheit aufgrund unterschiedlicher Praktiken und Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten war.

Unter anderem ging es um die sexuelle Belästigung von Frauen innerhalb des amerikanischen Entwickler- und Publisher-Studios. Widersprüchlich wirkt zudem das kürzliche Engagement für den „Pride Month“ oder zu deutsch auch „LGBT-Geschichtsmonat“, während dem vermehrt auf die Geschichte und Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender sowie Bürgerrechtsbewegungen eingegangen und aufmerksam gemacht wird.


UPDATE – 30. Juli

Riot Games hat auf die Vorwürfe und Reaktionen reagiert und die Partnerschaft bereits wieder beendet. Alle neuen Infos:

Riot reagiert: LEC beendet NEOM Partnerschaft


It gets Better Project

Um den Konfrontationen aus der Vergangenheit entgegen zu wirken, rief Riot Games im Oktober 2019 das „It gets Better Project“ ins Leben, welches insbesondere die internationale und junge LGBTQ+ Bewegung stärken, bekräftigen und verbinden sollte.

Heftige Kritik aus den eigenen Reihen

Umso widersprüchlicher wirkt die neu bekanntgegebene Kooperation mit dem regierungsnahen Unternehmen aus Saudi-Arabien. Heftige Kritik erfährt der sonst in vielen Bereichen beliebte und aufstrebende Entwickler und Publisher Riot Games nicht nur aus der Community, von Anhängern und Fans, sondern federführend auch aus den eigenen Reihen.

Auf Twitter äußerten sich bereits diverse Angestellte von Riot Games extrem ablehnend und enttäuscht in Bezug auf den neuen Sponsor NEOM. So schreibt beispielsweise die seit Jahren in der Szene bekannte und überaus beliebte Moderatorin Eefje ‚Sjokz‘ Depoortere aus Belgien: „Ich bin schrecklich enttäuscht.“

Riot Games Kommentatorin Indiana ‚Froskurinn‘ Black geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie erklärt, dass die Enttäuschung gerade so groß sei, weil die LEC betroffen ist. Dies sei ihr Team, ihr Produkt, ihre Manager und ihr Büro. Ihre Familie, ihr Zuhause. Die Entscheidung sei verheerend, auch weil sie wisse, wer diese getroffen hat. Sie fühle sich zum Schweigen gebracht.

Weitere Reaktionen aus der Belegschaft, von Partnern und bekannten Gesichtern aus der Szene:

Deutsche Übertragung in Gefahr?

Freaks 4U Gaming übernimmt seit Jahren die deutsche Übertragung inklusive Analyse, Kommentierung, Stream und allem drum und dran, wenn es darum geht, die LEC (bzw. LCS) den Fans in bestmöglicher Qualität zur Verfügung zu stellen. Die Summoner’s Inn Crew hat es dabei stets geschafft, frischen Wind und neue, sympathische Gesichter in das große Spiel League of Legends und den zugehörigen E-Sport zu bringen.

Doch einige von diesen bekannten und beliebten Gesichtern im deutschen Raum gehen nach der bekannt gewordenen Kooperation mit NEOM noch einen Schritt weiter. Maximilian ‚HandOfBlood‘ Knabe sollte mit seinem oben bereits erwähnten Kommentar recht behalten. So schreibt Kommentator und Moderator Pascal ‚Kalle‘ Becker auf Twitter:

Er weigert sich also vorerst, die Spiele der LEC live im Stream zu kommentieren. Auch in der Analyse-Ecke gibt es wohl Verluste. Tim ‚unluckyme‘ Feichtinger, der bereits des öfteren an der Produktion beteiligt war und zwischenzeitlich auch beim „Spandauer Inferno“ als Spieler aktiv war, entscheidet sich aktiv, Stellung zu beziehen und der Analyse fernzubleiben.

Wie seht ihr das?

Ist die Reaktion in großen Teilen der Szene überzogen oder genau richtig?
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Wie findet ihr den Shitstorm?x
Müsste man vielleicht sogar noch schärfer gegen solche Partnerschaften vorgehen? Bereits in der Vergangenheit hatte es in kleinerem Ausmaß Kritik an Kooperationen mit beispielsweise Shell oder KitKat (Nestlé) gegeben.

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