New World ist jetzt seit etwa einer Woche offiziell gestartet und es läuft wirklich hervorragend. Die New Worldianer feiern jedes einzelne Detail des Spiels und es gibt offensichtlich kaum Dinge, die man noch verbessern kann. Ich habe jedoch, durch eine tiefgehende Analyse und meine extensive Erfahrung in der MMO-Landschaft, eine raffinierte Liste mit Verbesserungsvorschlägen erarbeitet. Wenn sich Amazon Game Studios an meine Vorschläge halten wird, dann verspreche ich, New World zum neuen und unumstößlichen König der MMOs werden zu lassen.

Warteschlangen beibehalten

Fangen wir unserem aktuellen Liebling direkt an. Wir alle feiern die Warteschlangen, da hat Amazon schon gut vorgelegt. Ich genieße es, meinen Tag nach der Warteschlange zu organisieren. Es gibt mir Sicherheit im Tag, wenn ich weiß, dass ich mich um 15 Uhr einloggen kann, damit ich um 21 Uhr ins Spiel komme. Das gibt mir sechs Stunden Zeit, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen, bevor ich spielen kann. Es gibt doch genügend im Haushalt zu erledigen, Hausaufgaben zu machen oder eben andere Spiele zu spielen. Wer weiß, vielleicht kann ich dann sogar meiner eigentlichen Arbeit im Home-Office nachgehen.

Aktuell bewegt sich Amazon in eine Richtung, die mir nicht so recht gefällt. Mit dem Serverwechsel-Tool soll bald ein Werkzeug geschaffen werden, welches uns erlaubt, den Server zu wechseln. Okay, ich verstehe, dass es einige Menschen gibt, die diese Sicherheit der Warteschlangen nicht benötigen und gerne auf einem leeren Server eben ohne Warteschlange spielen wollen.

Hier meine Empfehlung an Amazon Game Studios: Lasst die Menschen auf andere Server wechseln, meinetwegen. Sobald sich aber die Warteschlangen beruhigt haben, dann verwehrt ihnen den Wechsel zurück zu ihrer Kompanie auf ihren Ursprungsserver. Entgegen aller ursprünglicher Versprechen natürlich. Eine noch bessere Idee wäre es, unangekündigt im Nachgang mit einer Gebühr von sagen wir mal 20 Euro zu Buche zu schlagen, wenn man zurückwechseln mag. So kann Amazon noch den einen oder anderen Taler nebenher verdienen. Gerne kann sich Amazon bei Blizzard und bei Burning Crusade Classic inspirieren lassen. Blizzard weiß eben, wie man Geschäft mit so etwas macht.

Balance zwischen den Fraktionen

Also ich gewinne gerne. Ihr doch auch, oder? Auf dem Server Ravenal passiert schon etwas, was ich sehr begrüße. Das Syndikat ist fast komplett von der Karte gefegt, was natürlich nichts Schlimmes ist. Das gibt den Anhängern dieser Fraktion die Freiheit, sich vom Druck der Niederlage zu lösen und sich in circa drei bis vier Monaten einer gewinnenden Fraktion anzuschließen. Somit erfahren alle eine Win-Win-Situation. Indem sich jeder der gewinnenden Fraktion anschließt, kann auch jeder von den Fraktions-Vorteilen Nutzen ziehen. Es gibt keine Verlierer mehr.

Ich denke, einen großen und positiven Einfluss haben große Streamer auf dieses Verhältnis. Mit ihren Streamer-Kompanien schaffen sie etwas, was niemand sonst bewerkstelligen könnte. Sie scharen Horden von Anhängern um sich, die gewillt sind, die gewisse extra Meile für sie zu gehen. Es ist beruhigend, dass es eine kontrollierende Persönlichkeit gibt, der am Ende jeder huldigen kann. Schade ist allerdings daran, dass die Streamer irgendwann zu einem anderen Spiel weiterziehen werden und uns allen diese Dominanz am Ende fehlen wird. Deshalb mein eindeutiger Appell an Amazon: Sorgt bitte dafür, dass große Streamer ihre Macht so stark wie nur möglich ausüben können.

Bezahlt sie im Zweifel reichlich, damit sie unbedingt im Spiel bleiben. Vielleicht können Streamer-Kompanien sogar mit einem Label versehen werden, wodurch alle Anhänger einen 5 bis 10 Prozent Buff auf Ihre Attribute bekämen. Das wäre sicherlich eine tolle Idee, um der Fraktions-Balance einen kleinen Stupps in die richtige Richtung zu geben.

Ingame-Shop

Ich denke an dieser Stelle noch einen Schritt weiter. Der Echtgeld-Shop sollte Anhängern der gewinnenden Fraktionen extra Gegenstände anbieten, die mächtiger als die normalen Gegenstände sind. Somit könnte Amazon jede Motivation im Keim ersticken, sich doch noch einer unnötigen Verlierer-Fraktion anzuschließen. Diese Idee spinnt doch lediglich nur die Rabatte auf den Handel im Handelsposten weiter, die ohnehin schon Teil des Spiels sind.

Zurück zum Shop: Pay-2-Win sollte das Mittel der Wahl sein. In den vergangenen Jahren hatte dieses Geschäftsmodell einige Kritiker angezogen, doch ich bin davon überzeugt, dass es uns Deutschen wirtschaftlich gut geht und wir uns den einen oder anderen Helfer doch leisten können. Also ich kann es mir leisten. Wer Geld hat, gewinnt. Das spiegelt doch am ehesten die „Real World“ in der „New World“ wider.

New World – Old Content

Amazon, sorgt bitte dafür, dass in den nächsten zwei Jahren keine neuen PvE-Inhalte ins Spiel kommen. Ich sag, wie es ist, Menschen sind nicht gerne überfordert und lernen auch grundsätzlich wirklich ungern neue Dinge dazu. Deshalb sollten bitte so wenig neue Herausforderungen wie nur möglich hinzukommen. Das gibt den Spielern die nötige Zeit, sich an bestehende Inhalte ganz in Ruhe zu gewöhnen. Liebe Amazon Entwickler, manchmal ist weniger eben doch mehr. Außerdem mag ich es persönlich nicht, anderen Spielern hinterhereifern zu müssen.

Ich bin erst Stufe 22 und mag es nicht, wenn andere Spieler deutlich vor mir sind. Wenn es weniger Inhalte gibt, gibt es auch weniger Leistungsdruck mit den Anderen mitzuhalten zu müssen. Daran kann sich gerne eure gesamte Entwicklungs-Roadmap orientieren. Positiver Nebeneffekt dabei ist, dass man so ordentlich viel Geld sparen kann, weil man eben nichts Neues erschaffen muss. Vielleicht gibt es sogar die Chance, das Studio zu verkleinern und ein paar Mitarbeiter gehen zu lassen. Das klingt doch auch wirtschaftlicher.

Was mir andererseits aber bereits jetzt schon sehr gut gefällt, sind die unzähligen Kisten-Such-Quests. Hiermit haben sich die Quest-Designer selbst übertroffen. Ich empfinde es als extrem entspannend, nicht immer mit neuen Quest-Typen konfrontiert zu werden. Stattdessen darf ich beim Großteil meiner Aufgaben quer durch die wunderschön gestalteten Gebiete laufen und eine strikt abgezählte Anzahl an platzierten Kisten suchen. So kann man die Landschaften erst richtig wertschätzen, wenn man eben die Möglichkeit bekommt, stundenlang nach der einen letzten Kiste Ausschau zu halten. Content at its best!

Pay 2 Play

Ich kann die Tendenz nicht verstehen, wieso heutzutage so viele Service-Spiele auf eine Abogebühr verzichten. Diese hat nämlich zwei große Vorteile. Erstens ist es mal wieder eine weitere Einkommensquelle, wodurch sich das Management bereichern kann. Schon alleine dieses Argument dürfte bei einem börsennotierten Unternehmen ziehen. Wenn das aber nicht reicht, dann gibt es noch ein weiteres schlagendes Argument.

Eine Abogebühr hält Kinder und arme Menschen fern. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich ein exklusiver und elitärer Kreis an Spielern zusammenfindet. Kinder und arme Menschen machen schließlich nur Ärger im Spiel, weil sie erstens kein Geld im Echtgeld-Shop ausgeben und zweitens als Trolle die Erwachsenen lediglich nerven. Ich hätte tatsächlich noch einige weitere Ideen zum Thema Inklusion, aber das gibt es vielleicht an einer anderen Stelle.

Spielen mit Freunden

Ich bin privat sehr stark von meinen Freunden genervt. Wenn ich also noch innerhalb des Spiels Zeit mit diesen Leuten verbringen muss, dann empfinde ich das als äußerst unangenehm. Deshalb sollte Amazon Game Studios auch darauf achten, dass man unter keinen Umständen über Servergrenzen hinweg mit seinen „Freunden“ spielen kann.

Es gab schließlich einen Grund, wieso ich mir eingangs einen anderen Server gesucht habe. Wenn also die Möglichkeit bestünde, doch miteinander zu spielen, dann müsste ich mir eine andere Vermeidungsstrategie einfallen lassen, und darauf habe ich einfach keine Lust.

Mounts

Ich verstehe nicht, wieso die Entwickler von New World nicht auf die lauten Stimmen aus der Community hören. Wir brauchen Mounts – und das schnell. Wer möchte schon seine wertvolle Zeit damit verschwenden, um in einem Computerspiel von A nach B zu laufen. Das muss doch beschleunigt werden.

Am liebsten sollten es direkt Flugmounts sein. Somit kann ich anderen Spielern und sowieso der ganzen Welt aus dem Weg gehen, indem ich einfach flott über alle Inhalte hinweg fliege. Und das Argument mit dem „Sammeln von Ressourcen, während wir unterwegs sind“ zieht bei mir auch nicht. Wir könnten doch diese nun fehlenden Ressourcen in unserem Inventar über den Echtgeld-Shop kaufen lassen. Wenn ich Kartoffeln brauche, gehe ich doch auch zu Aldi und nicht auf das Feld.

World of Warcraft

Grundsätzlich finde ich, dass sich Amazon stark von Activision Blizzard inspirieren lassen könnte. World of Warcraft erlebt gerade eine neue Renaissance und erhebt sich wie der Phönix aus der Asche. Deshalb sollte sich Amazon Game Studios eben so viel wie möglich bei Activision Blizzard abschauen. Dort haben wir doch bereits einige meiner vorgeschlagenen Ideen und wie wir sehen, geht es WoW so gut wie nie zuvor.

Fazit

Offensichtlich war dieser Beitrag nicht ernst gemeint. Ich hoffe dennoch, dass dieser Beitrag unterhaltsam war und dass wir mit diesen Perspektiven verstehen, was New World eben nicht machen sollte. Ich persönlich habe Spaß an dem Spiel und vertraue Amazon Game Studios, dass sie ihr bestmögliches geben werden, damit wir Spieler eine tolle Zeit auf Aeternum verbringen können.

Im Video: Was New World machen muss, um zum König aller MMOs zu werden (die einzig wahre Auflistung)

Während dieser Beitrag erscheint, spielt Amazon Games den ersten New World Patch auf die Server auf. Alle Infos zu Update 1.0.1 lest ihr hier:

New World: Update 1.0.1 geht gegen AFK-Spieler vor