Valve versucht seine Verkaufsplattform Steam weiter zu verbessern. Mit den Steam Laboratorien (kurz: Steam Labs) geht das Softwareunternehmen nun einen Schritt über das bisherige Shop-System hinaus. Die Nutzer fungieren dabei als Tester und können neue experimentelle Funktionen ausprobieren. Das gesammelte Feedback nutzt der Konzern dann um das Shopping-Erlebnis zukünftig noch individueller auf die Kunden ausrichten zukönnen.

Künstliche Intelligenz für besseres Shopping

Mit Einführung der Steam Labs aktiviert Valve gleich drei neue Funktionen: Mikrotrailer, Interaktiver Empfehlungsgeber und Autmoatisierte Show. Besonders spannend ist, dass zumindest zwei der neuen Techniken auf maschinellem Lernen basieren. Mit den Daten der User wird dabei eine quasi künstliche Intelligenz gefüttert, die den Usern das zeigt, was sie sehen wollen. Dazu später mehr.

Mikrotrailer

Bei den Mikrotrailern handelt es sich um eine Kurzzusammenfassung der bereits existierenden Trailer zu einem Spiel. Statt sich durch etliche einzelne Videos klicken zu müssen, soll diese Funktion den Kern des Spiels zusammenfassen. So sollen die potentiellen Käufer sofort erfassen könnne, worum es im jeweiligen Game geht. Dies ist eine Weiterführung des bereits existierenden, gleichnamigen Twitter-Bots mit der selben Funktion – nur eben direkt auf der Steam-Plattform. Dies soll nicht nur schneller zu den gewünschten Informationen leiten, es soll einem auch die Entscheidungshilfe erleichtern, wenn es etliche ähnliche Vertreter einer Spielidee gibt. Beispiel: Ich möchte ein RPG kaufen, aktuell gibt es aber vielleicht 5 verschiedene Titel. Mit den Mikrotrailern kann ich schnell die Unterschiede erfassen und mich für das eine Spiel entscheiden, welches zu mir passt. Die Mikrotrailer werden in der Spieleübersicht angezeigt, wenn man sich mit dem Mauszeiger über der jeweiligen Spiele-Kachel befindet. Weitere Informationen zu den Mikrotrailern gibt es hier: https://store.steampowered.com/labs/microtrailers

Interaktiver Empfehlungsgeber

Steam trackt das Verhalten seiner User. Durch diese Art des maschinellen Lernens kann der neue interaktive Empfehlungsgeber gezielte und individualisierte Spielevorschläge erstellen. Dabei kann die neue Funktion durch eigene Parameter beeinflusst werden. Hier lässt sich die Ausgabe zum Beispiel auf beliebte Spiele oder Nischenprodukte einschränken. Die Steuerung geschieht über einen Schiebregler. Ein weiterer bestimmt das Alter der gesuchten Titel (älter oder neuer). Hier geht es zum neuen Empfehlungsratgeber: https://store.steampowered.com/recommender

Automatisierte Show

Die wohl „intelligenteste“ neue Funktion ist die automatisierte Show. Hier zeigt Steam dem User auf Wunsch eine halbstündige Trailershow. Es handelt sich dabei um eine Zusammenfassung aller aktuell beliebten Games. Man kann sich das wie eine der Pressekonferenzen auf zum Beispiel der E3 vorstellen, die letztlich ja in vielen Fällen auch nur eine Aneinanderreihung von Trailer ist. Das verspricht ein unterhaltsames Shoppingerlebnis, ähnlich der Verkaufssender, die man aus dem Fernsehen kennt. Hier gehts zur aktuellen Steam Show: https://store.steampowered.com/labs/automaticshow

Feedback erwünscht

Mit den neuen Steam-Funktionen versucht Valve ein neues Shopping-Erlebnis zu kreieren. Dabei startet der Betreiber gleich mit einem freundlichen Disclaimer. Bei den neuen Funktionen handele es sich um bislang wenig getestete Features. Normalerweise präsentiere Valve Dinge erst, wenn sie auch fertig sind. Nun möchte man die User allerdings direkt mit in den Entwicklungsprozess einbinden, um auf die Bedürfnisse der Spieler noch besser eingehen zu können. Valve ist sich bewusst, das einzelne Funktionen super werden könnten, andere sich hingegen vielleicht nicht durchsetzen – letztere würde man dann auch wieder entfernen. Um über den aktuellen Stand der Features zu informieren und zu Diskussionen anzuregen hat Valve ein Feedback-Forum eingerichtet. Hier kann man sich direkt am Entstehungsprozess beteiligen: https://steamcommunity.com/groups/SteamLabs/discussions/2/

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Alexander Panknin

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
1985 geboren. Mit Doom, Quake und SNES aufgewachsen. War selbst in der Indiegames-Szene aktiv und schreibt nun auf gaming-grounds.de über seine große Leidenschaft: Videospiele.
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