Totally was? Einen ähnlich anstrengenden Namen hatte schon der Vorgänger und PUBG-Satire-Clon der Reihe: Totally Accurate Battlegrounds.

Nun betritt Entwickler Landfall mit dem Totally Accurate Battle Simulator (kurz: TABS) neue Wege. Seit dem 1. April steht das Spiel im Early Access-Spiel bei Steam zum Download bereit. Für aktuell knapp über 10 Euro erhaltet ihr hier ein physikalisches Taktikspiel, in dem ihr Gegner aufeinanderhetzen könnt.

In kurios-gummiartig und vor allem total überzogener Weise prallen diese, ihre abgefeuerten Geschosse und andere wacky things aufeinander. Das Ganze ist dabei alles nicht wirklich ernst zu nehmen und wirkt komisch und schlecht gemacht. Das ist auch die Intention von Landfall. Es handelt sich bei der Serie um Fun-Games. Doch trotz der überzogenen Physik: es wirkt dabei trotzdem wertig. Mit offensichtlicher Leichtigkeit schafft es Landfall Spielszenarien auf lustige Art zu kopieren und ins Lächerliche zu ziehen. Es kommen ähnliche Gefühle auf wie bei Garry’s Mod.

Da krachen im TABS Dinohorden in Wackelmännchen, historische Figuren und flügelbewehrte Fantasygestalten ziehen über die Köpfe von Mammuts hinweg in die Schlacht. Bei der ganzen Action präsentiert sich das Spiel bunt und modern-minimalistisch – sehenswert. Die Schlachtfelder bestehen aus fliegenden, surrealistischen Inseln mit unterschiedlicher Form und Vegetation. Wenn die befeindeten Heerscharen aufeinanderkrachen, die Pfeile fliegen und von hinten ein wilder Minotaurus angestürmt kommt… alles sehr cineastisch.

Sandbox oder Kampagne

In einer Kampagne durchlebt ihr verschiedene Szenarien und versucht mit eurem Heer den Feind in den Boden zu stampfen. Bereits in der recht frühen aktuellen Version könnt ihr schon unzählige Gefechte bestreiten. Für einen Battle-Simulator naheliegend, gibt es im TABS auch einen Sandbox-Modus gibt. Hier könnt ihr euch so richtig austoben und eure beliebtesten historischen Schlachten nachstellen und… ins Lächerliche ziehen. Das schafft Entwickler Landfall auch mit seinem neuesten Titel wieder hervorragend. Das Spiel ist seit 2016 in der Produktion und man hat versucht die Community früh mit einzubeziehen, so erklärt sich auch der Schritt bereits in einer recht frühen Phase die Early Access Tür zu öffnen – beim TABS sind Glitches willkommen.

Spielprinzip

Wem das Battle-Simulator Genre vom TABS noch nicht so geläufig ist: Am Anfang einer Runde blickt ihr von schräg oben auf das Schlachtfeld. Dieses ist in zwei Seiten unterteilt. Auf der einen Seite der Kampflinie seht ihr die gegnerischen Truppen. Nun ist es an euch, ihnen etwas adäquates entgegenzusetzen. Dafür habt ihr verschiedene Truppen in eurem Menü zur Auswahl. Diese sind unterteilt in verschiedene Sparten – hier gibt es Urmenschen, Ritter, Römer oder Wikinger, etc.

Quelle: Landfall

Je nach stärke und Verwendungszweck kosten diese unterschiedlich viel Geld. Für jede Mission habt ihr ein festes Budget, dass ihr in Truppen investieren könnt. Nach Auswahl einer Truppenart könnt ihr im TABS per simplen Mausklick eine Einheit auf eurer Seite positionieren. Haltet ihr die Taste gedrückt, könnt ihr Truppenlinien ziehen. Um die Einheiten wieder zu entfernen klickt ihr einfach mit der rechten Maustaste, beziehungsweise wischt bei gedrückter Taste über die Truppen (praktisch: sollte eure Aufstellung mal total schlecht sein, per „Clear-Button“ setzt ihr alles zurück.

Quelle: Landfall

Nach der Aufstellung startet ihr den Kampf. Von nun an seid ihr Beobachter und könnt euch ganz filmisch über das Spielfeld bewegen und eurem Heer beim Sieg oder einer bitteren Niederlage zuschauen. Gewinnt ihr, kommt ihr weiter, werdet ihr besiegt, werdet ihr wieder in den Aufstellungs-Modus gebracht. Dort könnt ihr eure Aufstellung dann optimieren. Die laufende Schlacht kann jederzeit mit Druck auf die Tab-Taste zurückgesetzt werden.

Unterschiedliche Szenarien

Besonders interessant sind die Sondermissionen, denn es geht nicht immer nur um riesige Heerscharen. In manchen Szenarien ist das Budget so limitiert, dass ihr auch nur sehr wenige Einheiten in den Kampf schickt – manchmal kommt es auch zum unerbitterlichen 1vs1. Dabei fügen sich die Bauten im Level teilweise sehr schön ins Spielgeschehen ein. In einem Szenario stürmen die Feinde aus einer Felsspalte und ihr versucht sie zurückzudrängen, oder große Monstren laufen durch die engen Gänge eines Palastes. Hier können die Spieler auf jeden Fall auch zukünftig noch viel Einfallsreichtum erwarten. Bisher findet man allerdings schon ein abwechslungsreiches Leveldesign vor.

Quelle: Landfall

Fazit

Klar, mit dem Totally Accurate Battle Simulator bekommt ihr keinen Abendfüller mit Langzeitmotivation ins Haus. Dennoch: Für den aktuell recht günstigen Preis erhaltet ihr mit dem TABS einen wirklich lustigen Spielplatz für eure kühnsten Schlachtenfantasien. Massig viele Gegner aufeinanderklatschen zu lassen hat lange nicht mehr so viel Spaß gemacht. Für zwischendurch, zum Stressabbau oder um euren Freunden mal ein lustiges Game zu zeigen, lohnt sich der Titel. Wer hier wirklich ein ernstes Spiel sucht, der sollte lieber auf einen anderen Titel ausweichen – das ist nicht die Intention des TABS. Dennoch bekommt ihr hier einen Titel an dem man irgendwie kleben bleibt und euch um die ein oder andere Stunde bringen kann. Der Titel ist durch seine skurril-unrealistische Grafik sicherlich auch ein Spaß für etwas ältere Kinder. In TABS fließt kein Blut, dafür kann man historische Schlachten nachstellen und das mit relativ unbedenklichen Gummifiguren. Wir freuen uns auf jeden Fall jetzt schon auf einen ausführlichen Test nach dem Release.

Kaufen könnt ihr den Totally Accurate Battle Simulator bei Steam:

Ähnliche Spiele:
Wer Gefallen an dem Genre der Battle-Simulatoren gefunden hat, sollte sich auch folgende Titel mal anschauen: Ultimate Epic Battle Simulator (UEBS), Ravenfield, Total War Games, Hyper Knights: Battles, Besiege. Mit Mount & Blade II: Bannerlord ist ebenfalls ein Spiel in der Mache, dass großangelegte Schlachten verspricht.

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Alexander Panknin

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
1985 geboren. Mit Doom, Quake und SNES aufgewachsen. War selbst in der Indiegames-Szene aktiv und schreibt nun auf gaming-grounds.de über seine große Leidenschaft: Videospiele.
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