Trotz Gegenwindes aus einigen Richtungen der Politik, des DOSB und einer sich gefühlt eher im Kreis drehenden Diskussion im vergangenen Sportausschuss hält die SPD Fraktion auf Bundesebene an der Umsetzung des Koalitionsvertrages in Hinblick auf das Thema eSport fest.

Zuletzt wurde in der vergangenen Sitzung des Sportausschusses über die Anerkennung des eSports in Deutschland als Sportart diskutiert. Theoretisch ist diese im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung festgeschrieben. Einer der relevantesten Punkte ist nach wie vor die Möglichkeit zu schaffen, Vereinen, die eSport in den eigenen Reihen anbieten möchten, die Gemeinnützigkeit gewähren zu können. Dadurch würde ein gewaltiger Schritt getan, um die Regionalisierung und damit die Etablierung des eSports als Breitensport zu ermöglichen.

Gegenstimmen gab es im Ausschuss vor allem wieder seitens des Deutschen Olympischen Sportbundes, der nun bereits mehrfach geäußert hat, keine kompetitiven Videospiele aufnehmen zu wollen, die keine Sportsimulation darstellen. Nun nahm kürzlich der digitalpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jens Zimmermann, erneut Stellung zur Haltung der SPD.

SPD bleibt politischer Abmachung treu

„Die Positionierung der SPD-Bundestagsfraktion zum Thema E-Sport bleibt unverändert positiv. Diese findet in der Formulierung im Koalitionsvertrag Ausdruck:

„Wir erkennen die wachsende Bedeutung der E-Sport-Landschaft in Deutschland an. Da E-Sport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen“, bestärkt Zimmermann die Formulierung des Koalitionsvertrages.

„Dass es auch in der SPD-Fraktion Diskussionen mit den Vertreterinnen und Vertretern des organisierten Sports gibt, wurde in einer Anhörung des Sportausschusses des Bundestages deutlich. Die Ergebnisse der Anhörung werden allerdings zu keiner Veränderung der Position der SPD-Fraktion führen.“

Weitere Unterstützer und der nächste Schritt der Politik

Hans Jagnow, Präsident des Verbandes des organisierten eSports in Deutschland, reagiert auf Twitter mit folgenden Worten auf die Positionierung der SPD im Bundestag:

„Die Reaktion der SPD-Fraktion auf die Positionierung des sportpolitischen Sprechers zeigt: die parlamentarische Diskussion um #eSport ist nicht abgeschlossen. Sie muss jetzt anhand konkreter Maßnahmen geführt werden. Darum braucht es eine Gesetzesinitiative zur Änderung der AO.“

Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil stärkt seinem Parteikollegen Zimmermann den Rücken. Gegenüber der „Rheinischen Post” soll er laut Medienberichten gesagt haben: „Horst Seehofer ist als Sportminister dafür zuständig, den Koalitionsvertrag umzusetzen. Darin haben wir festgelegt, dass E-Sport gefördert und als olympische Disziplin anerkannt werden soll.“ Nach Informationen und Meldung der Zeitung soll sich am 14. März im Bundestag außerdem der „Parlamentskreis E-Sports“ gründen.

Für diesen Kreis gebe es laut weiterer Medienberichte auch Partei übergreifend Unterstützung. So würde dieser mit Hilfe von FDP-Abgeordneten Manuel Höferlin in die Wege geleitet. Auch Thomas Jarzombek (CDU), Falko Mohrs (SPD) und Tabea Rößner (Bündnis90/ Die Grünen) sollen am 14. März Mitglieder werden.

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Jonas Walter

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
Jonas 'Syncerus' Walter ist seit 2010 im eSport-Journalismus aktiv. Nach Beteiligungen an diversen eSport Projekten im redaktionellen Bereich wie MaseTV, ESC Gaming oder Team Vertex ist Gaming-Grounds.de nun die erste eigene Konzeption.

Diese hat die Vision aktuell relevante Themen aus dem Gaming- und eSport-Bereich aufzugreifen und für Videospielbegeisterte an einem Ort zu konzentrieren.
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