Am gestrigen Mittwoch, 30. September 2020, hat Twitch ein neues Feature für die eigene Streaming-Plattform angekündigt. Nachdem das vorherige Vorhaben unkontrollierbare und automatische Mid-Rolls in Übertragungen von Streamern abzuspielen auf deutlich Kritik in der Community gestoßen ist, findet „soundtrack by twitch“ bislang deutlich bessere Resonanz. Warum das so ist, erfahrt ihr jetzt.

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Copyright ist bei Twitch-Streams seit jeher ein großes Thema. Insbesondere Hintergrundmusik spielt dabei oft eine große Rolle. Darf der oder die Streamende einfach so eine Spotify Playlist im Hintergrund laufen lassen? Welche kostenfreien und legalen Alternativen gibt es? Wie ist es, wenn die aufgezeichnete Übertragung im Anschluss weiterverwendet und beispielsweise auf YouTube hochgeladen werden soll? Die gesamte Thematik wirft zahlreiche Fragen auf, mit deren Umgang und Lösung viel Zeit verstreicht und oft nur mäßig befriedigende Resultate erzielt werden.

Keine rechtlichen Probleme mehr

Auch Twitch selbst hat dieses Problem erkannt und richtet ein Feature ein, welches sorgenfreie Streams zum Standard beim Marktführer der Streaming-Branche machen soll. Zumindest für Musik soll dieser Grundsatz künftig gelten. Bereits ab sofort wird „soundtrack by twitch“ in einer geschlossenen Beta gestartet und ersten Übertragenden zur Verfügung gestellt. Alle verfügbaren Songs und Playlists im Soundtrack-Feature seien rechtlich vollständig unproblematisch zu benutzen.

Das extra für Twitch Creator erschaffene Tool spielt über eine extra Tonspur die gewünschte Musik ein, die sich thematisch voll und ganz den Wünschen des Streamers anpassen lässt. Von den neuesten Electro- und Dance-Beats in der „SoundPls“-Playlist zu den gechillten Lo-Fi-Klängen der „Beats to Stream to“-Playlist sowie alles dazwischen soll alles mit dabei sein, heißt es in der offiziellen Ankündigung auf dem Twitch-Blog. Playlists und Sender sollen von Twitch-Mitarbeitern regelmäßig sorgfältig geprüft und erweitert werden, heißt es in der Meldung weiter.

Quelle: Twitch
Quelle: Twitch

Zu den Künstlern gehören:

  • Above & Beyond,
  • mxmtoon,
  • Porter Robinson,
  • RAC,
  • SwuM
  • und viele mehr.

Keine Musik in Aufzeichnungen

Um den erschaffenen Content in den Streams auch im Nachhinein problemlos weiter nutzen und verarbeiten zu können, wird die im Stream live eingespielte Musik sowohl in den Aufzeichnungen der Streams als auch in Clips nicht zu hören sein. Die Audiospur ist nur für die Live-Verwendung gedacht.

So gerät man allerdings auch nicht in die Zwickmühle, wenn beispielsweise Stream-Highlights auf YouTube hochgeladen werden. Da YouTube eigene Richtlinien zur Verwendung urheberrechtlich geschützter Musik verwendet, wäre die soundtrack-Musik von Twitch unter Umständen dort schon wieder problematisch.

Weitergabe so schnell wie möglich

Die Weitergabe des neuen Features an die Streamer der Plattform soll so schnell wie möglich erfolgen, betont Twitch. Deshalb gibt es bereits jetzt eine Vorabversion, die mit OBS auf dem PC kompatibel sein soll. Twitch Studio und Streamlabs sollen schon bald folgen. In den kommenden Wochen soll das Feature dann für noch mehr Creator verfügbar gemacht werden.

Auf die Warteliste könnt ihr euch hier setzen lassen:
https://www.twitch.tv/broadcast/soundtrack

Soundtrack auf Twitch

Eine 24/7-Version von soundtrack by Twitch gibt es auf dem Channel twitch.tv/soundtrack schon jetzt zu hören. Der extra dafür angelegte Kanal bedient sich aus der soundtrack-Mediathek und eignet sich zur Erkundung des Portfolios (oder als entspannte Hintergrundmusik…)

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