Die Invasion Russlands in der Ukraine hält weiter an. In den vergangenen Tagen berichteten wir euch bereits darüber, welche Maßnahmen und Reaktionen es aus der Gaming-Branche bereits darauf gegeben hat. Etliche Studios haben den Verkauf der eigenen Produkte digital und teils auch physisch gestoppt. Russland wird allgemein wirtschaftlich immer weiter isoliert, die Sanktionen gehen weit über die staatlich beschlossenen Einschränkungen hinaus.

Immer mehr Firmen, Banken und weitere Akteure der freien Wirtschaft beteiligen sich am Boykott und ziehen ihre Geschäfte aus Russland zurück. Unter anderem haben am 6. März Visa und Mastercard ihre Geschäfte in Russland vorübergehend ausgesetzt, wie unter anderem die Tagesschau berichtet.

Twitch-Streamer vor dem Nichts

Betroffen sind ab sofort nun vor allem aber auch russische Streamer und Streamerinnen, die ihr Geld mit Livestreams auf Twitch.tv verdienen oder bislang verdient haben. Denn Auszahlungen von der Plattform, die im Jahr 2014 von Amazon gekauft wurde und seither zum Onlinehandel-Giganten gehört, sind seit dieser Woche nicht mehr möglich. Damit wird Streamenden aus Russland, die ihr Einkommen bisher mit dieser Tätigkeit verdienten, die Lebensgrundlage entzogen.

Bis zum vergangenen Sonntag, 6. März, war es noch möglich, sich die erzielten Umsätze via Paypal auszahlen zu lassen. Doch auch Paypal hat seine Verfügbarkeit in Russland mittlerweile eingestellt. Somit ist kein Weg mehr offen, die eigenen Übertragungen zu monetarisieren.

Wie The Washington Post berichtet, die ebenfalls Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, habe Twitch betroffene Streamende per E-Mail über die Situation informiert und dort beschrieben, dass Auszahlungen mit den verbundenen Finanzinstituten aufgrund von Sanktionen gesperrt wurden. Twitch halte sich an die verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland, was den Zugriff auf Auszahlungen als auch die Möglichkeiten der Monetarisierung als auch Unterstützung anderer Creator einschränke.

In der erwähnten E-Mail heiße es weiter, dass man sich darüber bewusst sei, wie schwierig die Situation sei und dass man versichere, das Beste zu tun, um die verdienten Einnahmen auszuzahlen, sobald man eine Erlaubnis dazu habe, sofern kein alternatives Finanzinstitut zur Verfügung stehe.

Während einige russische Streamende weiterhin planen würden, ihre Übertragungen auch ohne Möglichkeiten zur Monetarisierung fortzusetzen, sehen sich andere anscheinend sogar gezwungen, das Land zu verlassen. Laut der Washington Post begründet einer der bekanntesten russischen Streamer überhaupt, Alexey „Jesus AVGN“ Gubanov, seine Entscheidung, das Land zu verlassen, mit seiner kritischen Einstellung gegenüber Wladimir Putin und seinem Regime.