Warzone wird in Call of Duty noch für eine ganze Zeit lang der Dreh- und Angelpunkt bleiben. Das wissen wir spätestens seit der aktuellsten Finanzauskunft, die am 4. Februar 2021 von Activision veröffentlicht wurde. Darin bestätigt der Publisher hinter dem Call of Duty Franchise, dass der Standalone Battle Royale Ableger, der sogar auf ein Free-to-Play Modell setzt, für eine lange Zeit im Mittelpunkt stehen wird.

Wörtlich ließ Activision Präsident Rob Kostich verlauten:

„Warzone wird für uns für eine lange Zeit im Mittelpunkt stehen. Und in diesem Zusammenhang möchte ich mich bei unseren Spielern für ihr ständiges und kontinuierliches Feedback zu allen Aspekten des Spiels bedanken. Wir hören uns das jeden Tag an, und es ist wichtig für unseren Prozess.“

Er rechtfertigt diese Aussage im Anschluss nahezu damit – so wirkt es zumindest auf uns -, dass der neueste Serienableger Black Ops Cold War, der wieder bei den Entwicklern von Treyarch entstand, eine „Tonne an Inhalten“ für Warzone bereitgestellt hat. Demnach seien es über 30 neue Waffen, Operators und viele weitere Dinge gewesen, die durch den Release auch in Warzone hinzugekommen sind.

Übergänge zukünftig noch flüssiger

Die Integration habe den Verantwortlichen dabei geholfen, Übergänge noch besser zu verstehen und diese in Zukunft von reibungsloser gestalten zu können. Das klingt extrem danach, dass der Battle Royale Modus von Activision auch über Black Ops Cold War erhalten bleiben wird. Da auch ein neues Call of Duty für 2021 bestätigt wurde, dürfen wir uns bereits ausmalen, wie die Verschmelzung von Warzone und „Call of Duty 2021“ verlaufen und funktionieren wird.

Berücksichtigt werden sollen im Übrigen sowohl die Free-to-Play Spieler, die keinen Cent in Warzone investieren, als auch die Premium-Nutzer, die Battle Pass und Zusatzinhalte gegen Echtgeld erwerben. Man wisse, dass die Erwartungen sehr hoch seien, wenn neue Inhalte implementiert werden. Diese gelte es zu erfüllen.

Activision sei insgesamt sehr selbstbewusst und zuversichtlich, was die Weiterentwicklung von Warzone angeht. Das Spiel solle ein „zentraler Teil der zukünftigen Inhaltsplanung sein“, betont Kostich weiterhin. Genau diese erneute Betonung auf den Warzone-Fokus lässt jedoch sowohl uns als auch viele Anhänger des Franchises an der Strategie zweifeln.

Denn Call of Duty ist als Brand nicht durch ein Battle Royale dorthin gekommen, wo es mittlerweile ist. Der Stand als einer der First-Person-Shooter überhaupt wurde durch einen umfangreichen und langjährigen Fokus auf den Multiplayer-Part, den Arena-Shooter Call of Duty, erreicht. Die Fans dieses Multiplayers, in dem zwei Teams mit jeweils nur wenigen Spielern in mehreren Modi auf höchstem kompetitiven Niveau gegeneinander antreten, machen sich teils große Sorgen.

Die Sorgen der kompetitiven Szene

Natürlich wird auch das kommende Call of Duty wieder ein eigenes Spiel, welches neben einer (wahrscheinlich) vorhandenen Singleplayer-Kampagne auch wieder einen umfangreichen Multiplayer-Modus bieten wird. Doch wie viel Mühe, Arbeit und Zeit wird dort im Vergleich zu früheren Titeln der Reihe investiert? Wie groß wird der Teil des Contents sein, der auf Battle Royale Spieler und die sogenannten „Casuals“ ausgerichtet ist?

Auf diese Fragen haben wir selbstverständlich noch keine Antwort, aber durch die neuen Aussagen von offizieller Seite befürchten die kompetitiven Call of Duty Spieler, die seit Jahren in „Suchen und Zerstören“ und Co. aktiv sind, das Schlimmste. Böse Zungen könnten behaupten, dass Activision hier den „Weg des leichten Geldes“ anstrebt, um über Cross-Promotion, Battle Passes und andere Mikrotransaktionen den wirtschaftlichen Profit über die eigene Community zu stellen.

Sicherlich ist dieses Szenario das Ausmalen des „Worst Case“. Doch was ist, wenn das Kartendesign ein weiteres Mal bei Vielspielern nicht zu überzeugen weiß, vielleicht sogar noch weiter abbaut? Was ist, wenn Activision und die Call of Duty Entwicklerstudios den herkömmlichen Multiplayer „nur noch so nebenher“ betreuen? Der Part des Spiels, der das Franchise groß gemacht hat, könnte in Gefahr sein. So die zusammengefasste Meinung vieler Kritiker, denen die Worte von Rob Kostich Anfang Februar sehr sauer aufgestoßen sind.

Nochmal: Der Activision Präsident hat nie direkt gesagt, dass sich etwas an der Gewichtung zwischen Singleplayer, Multiplayer und Warzone ändern wird. Lediglich der Fokus solle noch lange Zeit auf dem grundsätzlich kostenlosen Battle Royale Standalone liegen, welches mit Modern Warfare am 10. März 2020 veröffentlicht wurde und direkt in den ersten Tagen unzählige Spieler begeisterte.

Call of Duty: Neue Spieler – 50 Millionen in der Warzone

Die Call of Duty League

Mit der Call of Duty League hat Activision im Oktober 2019 eine neue E-Sport-Liga für genau die Spieler geschaffen, die sich nun um die Zukunft ihres kompetitiven Spiels der Wahl machen. Diese feiert am kommenden Woche den Start der nächsten Season, in der zwälf internationale Top-Teams auf höchstem Niveau erneut gegeneinander antreten werden.

Dies spricht dafür, dass Activision den E-Sport auf der 4 vs. 4-Basis nicht komplett vergisst, vergessen will oder sogar bereits vergessen hat. Erst vor wenigen Tagen wurden die Neuerungen und Veränderungen präsentiert, die die nächste Season verbessern sollen. So wird künftig auf dem PC statt auf der Konsole gespielt, ein Game-Mode wird ersetzt. Auch das Format bekommt eine Überarbeitung spendiert.

Doch die Fortführung der erst vor zwei Jahren gegründeten Liga ist auch kein Zeichen des Wachstums für den Call of Duty E-Sport. Am Ende bleibt es uns nur auf weitere Neuigkeiten zu warten und die Daumen zu drücken, dass Activision hier einen großen Teil seiner Community nicht vergisst.


Über CoD: Black Ops Cold War

Der nächste Ableger der Call of Duty Videospielserie hört auf den Namen “Call of Duty: Black Ops Cold War” und spielt, wie der Titel schon verrät, im Setting des Kalten Krieges. Entwickelt wird das Spiel von Treyarch und Raven, herausgegeben am 13. November 2020 von Activision. Bestätigt sind sowohl eine Singleplayer Kampagne, in der ihr euch mit “historischen Figuren und harten Wahrheiten” konfrontiert sehen sollte, als auch Multiplayer-Schlachten in verschiedenen Größen.

Call of Duty: Black Ops Cold War ist weltweit am 13. November für PlayStation 4, Xbox One und PC (via Battle.net) erschienen. Die Version von Call of Duty: Black Ops Cold War für die Next Gen-Konsolen erscheint über die Feiertage 2020, je nach der Verfügbarkeit der Konsolen in verschiedenen Regionen.