Endlich geht es weiter! Nach dem desaströsen Startwochenende für Wolcen: Lords of Mayhem sind die Server des Action-RPGs im Diablo Stil endlich wieder online. Der eigentliche Launch von Version 1.0 war bereits vergangene Woche Donnerstag, nachdem das Spiel vier Jahre im Early Access verbracht hat und dabei zahlreiche Reworks über sich ergehen lassen musste.

Doch bereits am Freitag, 14. Februar 2020, verursachte ein von den Entwicklern aufgespielter Hotfix umfangreiche Probleme, die die Verantwortlichen kurzerhand dazu zwangen, die Server vom Netz zu nehmen. Um entstandene Fehler wie fehlende Progression, geleerte Inventare und gelöschte Charaktere wieder auszumerzen, sollte ein Rollback vor den Zeitpunkt des Hotfixes verwendet werden. Doch diesen fehlerfrei auf die Server von Wolcen zu bekommen stellte sich augenscheinlich deutlich aufwändiger und komplizierter dar als zunächst angenommen.

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In mehreren Posts und Tweets wurde die erneute Freischaltung der Online-Server über das gesamte Wochenende immer wieder weiter nach hinten geschoben und eine Zeit lang sogar ohne ETA (Zeitraum der Fertigstellung) belassen. All das resümierte in einem gewaltigen Aufschrei der Community, die sich teils das Wochenende extra zum gemeinsamen Spielen freigehalten hatten. Immerhin versuchten bereits am Freitagabend knapp 100.000 Spieler gleichzeitig auf die Wolcen Server zu gelangen. Am Sonntagabend schaltete WOLCEN Studio dann nach und nach wieder den Zugang zum Spiel frei.

Mehr Spieler denn je

Trotz der vielen negativen Bewertungen und Kommentare auf Social Media scheint der Hype um die Hack’n’Slay Alternative keinen großen Schaden genommen zu haben. Denn als die Server am gestrigen Sonntagabend nach und nach endlich wieder hochgefahren wurden, erreichte die gleichzeitige Spielerzahl um 21 Uhr seinen bisherigen Höchststand von 127.542.

Nachdem die registrierten Spielerzahlen aus der Early Access Phase von Wolcen: Lords of Mayhem in den vergangenen vier Jahren stehts sehr überschaubar waren, ist der doch vergleichsweise große Hype zur Releaseversion 1.0 doch etwas überraschend. Ob das am generell viel thematisierten Genre liegt und die Konkurrenz ebenfalls neue Ankündigungen im Gepäck hat, lässt sich am Ende nicht klären.

Stören wird es die Hack’n’Slay und Action RPG Community sicher nicht. Denn Konkurrenz belebt das Geschäft. In naher Zukunft warten nach und nach Torchlight 3, Path of Exile 2 als auch ein Diablo 4 auf ihren Release. Bis dahin könnte Wolcen, sofern es seine Stabilitätsprobleme vollends überwindet und schwerwiegende Bugs ausmerzt, das Spiel der Wahl sein, wenn es um Monster schnetzeln aus der Vogelperspektive geht.

Auch in den Steam Charts führt Wolcen die weltweiten Top-Seller noch vor Metro: Exodus an.

Immer noch Probleme

Ist jetzt alles gut? Jein. Zwar sind für die allermeisten Spieler die Server nun wieder zugänglich und viele grobe Fehler behoben, die nach dem Aufspielen des Hotfixes für Ärger gesorgt hatten, dennoch habe man seitens der Entwickler immer noch Probleme mit der Serverstabilität und Spielerstellung insbesondere in der Region Asien-Pazifik. Das vermeldete das Studio am Montag auf Twitter.

Zudem vermelden unterschiedliche Quellen, dass einige Spieler bereits Mechaniken in Wolcen ausnutzen würden, um beispielsweise Edelsteine zu vervielfältigen und damit der Wirtschaft des Online-Teils des Spiels massiv schaden. Hinzu kommen viele Baustellen, die bereits in Tests aufgedeckt wurden. Dazu gehören Spielabstürze, Performance Probleme und vieles mehr. Es bleibt also viel zu tun in einem „neuen“ Spiel, in dem jede Menge Potenzial steckt.

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