Nachdem in der vergangenen Woche die gesamte Welt des Gamings auf die bevorstehende Übernahme Microsofts von Activision-Blizzard blickte, gibt es bereits diese Woche ein neues aufregendes Gesprächsthema für Gamer und E-Sportler. Die Savvy Gaming Group kauft die ESL sowie FACEIT, in dessen Folge sich die E-Sport-Veranstalter zusammen schließen.

In einer Branche, in der es vor Leaks und Enthüllungen wimmelt, kam die neuste Hammer-Meldung wohl für viele Menschen überraschend. Das Gaming und E-Sport Unternehmen Savvy Gaming Group (SGG) übernimmt die aus Köln stammende Electronic Sports League (ESL). Die ESL gilt als eines der größten E-Sport-Unternehmen und als einer der bedeutendsten Veranstalter für Großevents des elektronischen Sports.

Zuvor besaß der schwedische Medienkonzern Modern Times Group (MTG) einen Großteil der Anteile an der ESL. Die Übernahme soll der Savvy Gaming Group einem Bericht von handelsblatt.com nach eine Milliarde US-Dollar gekostet haben.

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Die neue Verbindung zwischen Newcastle United, der ESL und FACEIT

Der neue Investor SGG dürfte den meisten E-Sport-Fans im Gegensatz zu dessen finanziellem Ursprung eher weniger bekannt sein. Hinter dem ambitionierten Unternehmen steckt der saudi-arabische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF). Dieser war zuletzt im Oktober des vergangenen Jahres (2021) in aller Munde, als ein von dem Staatsfonds angeführtes Konsortium 80 % des englischen Fußballclubs Newcastle United für knapp 340 Millionen Euro übernahm. Der Deal erntete nicht nur bei Fußball-Romantikern große Kritik.

Doch neben Newcastle United und der ESL schlug der saudi-arabische Staatsfonds noch ein drittes Mal zu. SGG übernahm nicht nur die ESL, sondern auch dessen bisherigen Konkurrenten FACEIT. Wie die beiden Veranstalter bekannt gaben, folgt auf die Übernahme SGGs der Zusammenschluss zwischen ESL und FACEIT. Das daraus resultierende Unternehmen stellten die Beteiligten als ESL FACEIT Group vor. Gemeinsam möchte man ein „integriertes, zugängliches und nachhacltiges Ökosystem für Fans, Spieler und Teams verschiedener Spiele“ schaffen.

Wer fürchtet, dass dies einen Einfluss auf bisherige Projekte der Veranstalter nehmen könnte, dürfte jedoch fürs Erste beruhigt sein. Die bisherigen Marken, so heißt es in dem offiziellen Statement der ESL FACEIT Group, sollen wie bisher weitergeführt werden. Zu besagten Marken zählen neben FACEIT und der ESL selbst auch FPL, ESEA, Badlion und DreamHack. Das große Ziel der Zusammenarbeit soll indes eine bessere Position in Hinblick auf das Tätigen langfristiger Investitionen sein und die Entwicklung des kompetitiven Gamings unterstützen.

Die offizielle Stellungnahme der ESL FACEIT Group findet ihr hier: ESL FACEIT are teaming up


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