Du willst YouTuber werden? Dann mach doch einfach! So einfach ist es manchmal dann doch nicht. In diesem Beitrag möchte ich fünf Bedingungen nennen, die wir erfüllen müssen, um ein echter Content-Creator zu werden. Wir stellen uns die Frage, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um Dinge wirklich anzupacken und zu tun.

Wannabe Content-Creator

Was ist denn überhaupt ein echter Content-Creator? Na, es ist doch ganz einfach. Vorsicht, „Captain Obvious“ schlägt nun zu:

  • Content: Inhalt
  • Creator: Erschaffen

Ein Content-Creator ist also jemand, der es schafft, regelmäßig Inhalte zu erstellen. So, nachdem das geklärt ist, können wir ergründen, was ein „Wannabe“ Content-Creator ist.

Ich bin in den letzten Jahren auf einige Menschen gestoßen, die gerne auch so Zeugs im Internet machen würden, doch scheinbar immer ein Argument dafür finden, wieso es gerade jetzt nicht klappt. Die Zeit scheint immer die falsche zu sein. Ich frage mich dann immer, woran das denn liegt. Wieso besteht einerseits der Wunsch Inhalte zu erstellen aber andererseits entsteht dann am Ende doch nichts.

Wenn du dich gerade leicht ertappt fühlst, weil auch du zu der Gruppe von Menschen gehörst, die sich lieber Ausreden suchen, anstelle Dinge einfach zu machen, dann könnte es an einem dieser fünf Faktoren liegen.

Bedingung 1: Du weißt nicht, was du machen sollst

Die erste Frage, die du dir beantworten musst, ist die Frage nach dem Was. Was möchtest du machen. Viele Menschen scheitern schon alleine an dieser Frage, da sie nicht wissen, was genau sie machen sollen. Wie zuletzt erläutert, kann hier die Frage nach dem Wieso helfen. Wer für sich begründen kann, wieso er oder sie Inhalte im Internet veröffentlichen will, kann daraus vielleicht schon schließen, welche Inhalte erstellt werden sollen.

Sollte das nicht helfen, kann ich gerade für Content-Creator den Tipp geben, einfach mit dem Naheliegendsten zu beginnen. Keiner zwingt euch auch noch in drei Jahren die gleichen Inhalte zu machen. Wir lernen aber durch erstellte Inhalte, ob uns das Thema Spaß macht und entwickeln unsere Vorstellungen Schritt für Schritt weiter. Hierfür müssen wir aber die Erfahrungen einmal gesammelt haben, wie es denn so ist, das entsprechende Thema zu bearbeiten.

Bedingung 2: Du bist nicht fähig es zu tun

Ich würde mich gerne dabei filmen, wie ich die Mondscheinsonate von Beethoven auf dem Piano spiele und das dann auf YouTube hochladen. Na, wo steckt der Fehler? Ich kann das Piano gar nicht so gut spielen. Wenn ich jedoch mit diesem Anspruch an meine Inhalte herangehe, dann wird mir schlicht und einfach meine fehlende Fähigkeit um die Dinge zu tun, im Weg stehen. Wir müssen also in der Lage sein das zu produzieren, was wir uns ausgesucht haben.

Das heißt natürlich nicht, dass wir dadurch keine Inhalte über das Piano-Spiel machen sollten. Es bedeutet lediglich, dass wir an einer anderen Stelle anfangen sollten, und zwar bei den Dingen, die wir beherrschen und uns von dort weiterentwickeln. Ich kann einfachere Stücke spielen und ich kann einiges an Theorie, damit könnte ich anfangen. Über die kommenden Monate und Jahre kann ich meine Fähigkeiten erweitern, um dann schlussendlich die Mondscheinsonate fehlerfrei zu spielen.

Bedingung 3: Du darfst die Inhalte nicht machen

Einige Dinge sind schlicht und einfach gesetzlich nicht erlaubt. Sehr aktuell ist das Thema mit Urheberrechtsverletzungen auf Twitch und YouTube. Ich darf keine Musik in meinem Stream abspielen, wofür ich die Rechte nicht erworben habe. Hier sollten wir uns mit der rechtlichen Lage zu unseren Inhalten auseinandersetzen. Das ist nicht spannend, aber leider notwendig.

Bedingung 4: Du willst es eigentlich gar nicht

Manchmal haben wir das Gefühl, dass wir etwas machen sollten, weil wir durch externe Motivatoren dazu verleitet werden. Doch mit dem Wollen ist es so eine Sache, denn Wollen ist nicht immer gleich Wollen. Es gibt drei wesentliche Quellen für Motivation. Zwei davon sind externer Natur und eine ist interner Natur.

  • Druck: Wir sehen uns einem Druck ausgesetzt, welcher uns dazu zwingt Dinge zu machen. Häufig kommt dieser Druck aus unserem sozialen Umfeld. „Wenn alle meine Freunde YouTube machen, dann sollte ich es doch auch tun.“
  • Belohnung: Das hier kommt sehr häufig vor. Der Blick in den Sternenhimmel zeigt uns super erfolgreiche Content-Creator. Sie fahren dicke Autos und leben in riesigen Villen. Da ist es einfach, sich von diesen Belohnungen angezogen zu fühlen und aus dieser Motivation heraus auch Content machen zu wollen.
  • Eigene Überzeugung: Das ist die einzige Motivationsquelle interner Natur. Es ist die intrinsische Motivation. Diese Motivation entsteht durch eine persönliche Überzeugung und der puren Lust am eigentlichen Handwerk.

Wobei der Druck und die Belohnung externer Natur sind, ist die eigene Überzeugung interner Natur. Bei den beiden erstgenannten Quellen müssen wir eine kontinuierliche Anstrengung leisten, damit die dadurch resultierende Motivation aufrecht gehalten werden kann. Wir müssen uns regelmäßig Belohnen und wenn die Belohnung ausbleibt, bleibt auch die Motivation aus. Beim Druck sehen wir uns ständig einem Zwang ausgesetzt, den wir eigentlich nicht haben wollen.

Das führt natürlich langfristig eher zur Demotivation. Ihr seht, dass diese Art von Motivation flüchtig ist. Einzig und allein die intrinsische Motivation ist von Haus aus gegeben und kann auf lange Zeit aufrechterhalten werden. Versucht also etwas zu finden, was auch intrinsisch motiviert.

Bedingung 5: Du glaubst nicht daran

Zuletzt kommt der Glaube an die Sache. Wenn du nicht daran glaubst, dass es gut ist, was du machst, wirst du es nicht tun. Wenn du glaubst, dass es wertlos ist, was du machst, dann wirst du es nicht tun. Bei mir waren es zum Beispiel LetsPlays im Jahr 2015. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es gut für mich war, diese Dinger hochzuladen, also ließ ich es bleiben.

Ein anderes Beispiel ist der regelmäßige Gang in die Kirche. Es fällt einem Gläubigen deutlich einfacher jeden Sonntag früh in die Kirche zu gehen, als jemandem, der nicht an Gott glaubt. Auch hier kann der Blick in Richtung des „Warum“ im golden Circle von Simon Sinke helfen, etwas zu finden, woran man tatsächlich glaubt.

Es ist ein Produkt

Die spannende Erkenntnis an der ganzen Sache ist, dass das Fernbleiben einer einzigen Bedingung bereits dazu führen kann, dass wir keinen Content erstellen. Oder anders: Alle Bedingungen müssen für uns als Content-Creator erfüllt sein, denn die nötige Leistung ist das Produkt ALLER Faktoren. Pseudo-Mathematisch können wir uns das schlüssig wie folgt vorstellen:

$Leistung = Wissen * Wollen * Dürfen * Können * Glauben$

Wenn ein einziger Faktor in dieser Gleichung gleich null ist, ist das Ergebnis auch null oder annähernd null und wir haben folglich nichts kreiert.

Fazit

Wenn ihr keinen Inhalt gefunden habt, der alle fünf Bedingungen für euch erfüllt, dann wird das nichts als Content-Creator. Ich möchte hiermit jeden und jede ermutigen, einfach zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln. Nur so lernen wir über unseren eigenen Antrieb und können Dinge finden, die wir wollen, die wir dürfen, die wir können und an die wir glauben.

Im Video: „Was bringt uns dazu, etwas zu tun?“