Willkommen in der Welt von Godfall! Dank Gearbox dürfen wir euch bereits einen Tag vor dem offiziellen Release des spannenden Titels, der bei Entwickler Counterplay Games entstanden ist, tiefe Einblicke in den ersten „Looter-Slasher“ geben. So nennen die Verantwortlichen hinter Godfall das Next-Gen Projekt. Denn abseits des PCs wird Godfall auch zum Launch-Lineup der PlayStation 5 gehören, die ab dem 19. November in Deutschland erhältlich ist.

Doch was ist Godfall eigentlich? Unter Looter-Slasher werden sich die meisten von euch nur bedingt etwas vorstellen können. Genau deshalb haben wir das Spiel bereits in den grundlegenden Funktionen und Mechaniken getestet und erklären euch in dieser Angespielt-Ausgabe, was sich hinter dem Namen wirklich verbirgt.

Anzeige

Das Prinzip hinter Godfall

Prinzipiell ist Godfall ein Third-Person Action-Rollenspiel mit vielen Besonderheiten. So dürfen wir sowohl die Kampagne, als auch alle weiteren Inhalte nicht nur allein, sondern wahlweise auch kooperativ mit bis zu zwei Mitspielern erleben. So eignet sich Godfall – anders als viele andere Action-Rollenspiele – auch wunderbar für eine gemeinsame Reise in eine fiktive Welt.

Besonders im Endgame entfaltet sich dieser Aspekt enorm, denn dann können unterschiedliche Spezialisierungen, Skillungen und Klassen in Kombination sehr mächtig sein, um die immer schwieriger werdenden Aufgaben für hartgesottene Spieler meistern zu können. Aber fangen wir vorne an.

Zunächst führt uns das Intro, welches ihr in voller Länge im Videobeitrag sehen werdet, in die Geschichte von Godfall ein. Wir erfahren von Macros. Dieser versprach der Bevölkerung seines eigenen Landes eine Zukunft, an die er selbst nicht glaubte. Ein einst prächtiges und pompöses Reich sollte von ihm zugrunde gerichtet werden. In diesem Zug wandte er sich auch gegen den Protagonisten – seinen eigenen Bruder Orin.

Dies ist der Charakter, durch dessen Augen wir ab der ersten Gameplay-Sekunde blicken und der selbstverständlich Rache für die Taten seines Bruders geschworen hat.

Anzeige

Im Spiel angekommen

Godfall entlässt die Spielenden direkt nach Abschluss der Intro-Sequenz mit einem fließenden Übergang ins Tutorial. Dieses könnt ihr euch ebenfalls in vollem Umfang noch im Angespielt-Video zu Gemüte führen. Dort lernen wir die ersten Schritte zu gehen, die ersten Elemente und Mechaniken des Spiels zu nutzen, Kombinationen auszuführen und überhaupt unsere Ausrüstung und Fähigkeiten kennen.

Wir starten, wenig überraschend, mit einem einfachen Schwert, welches schon bald durch einen omnipräsenten Schild im Repertoir der Spieler ergänzt wird. Damit blocken wir selbstverständlich Angriffe, werfen es aber auf Wunsch auch nach Gegnern, um diese im Idealfall mit dem Treffer von den Füßen zu reißen. Betäubte und liegende Gegner sind nämlich einfache Ziele für einen besonders starken „Finisher“-Angriff, der mit den meisten Feinden kurzen Prozess macht.

Doch auch in der defensive werden sowohl Schild, als auch die Ausweichsprünge schnell wichtig. Denn Godfall mixt klassische Hack’n’Slay Gegnergruppen mit größeren und noch viel größeren Unholden, Monstern und sogar gigantischen Bossen. Schnell wandert unser empfinden im Kampf also von „Diablo“ zu „souls-like“ und im Anschluss wieder zurück.

Level Up, Beute und Talente

Zurück zur Tutorial-Erfahrung: Während wir also erste Phasenknoten nutzen, um größere Abgründe und Distanzen schnell zu überbrücken, Schüsse blocken und mit unseren Angriffen experimentieren, stoßen wir schnell auf die erste Truhe. Endlich Loot!

Doch wir werden enttäuscht: Lediglich ein paar grüne Life-Orbs und etwas Währung regnet uns entgegen. Die Orbs füllen immerhin unseren „Heiltrank“-Counter auf die maximale Summe von 3. Wenig später fallen dann aber doch die ersten größeren Kugeln auf den Boden. Diese heißen in Godfall „Morphsteine“ und beinhalten alle Ausrüstungsgegenstände von Waffen bis hin zu Ringen und Lebenssteinen.

Je nachdem, in welcher Farbe der Morphstein schon auf dem Boden leuchtet, erkennt ihr auch bereits die Rarität des gefundenen Gegenstandes: Gewöhnlich, Ungewöhnlich, Selten, Episch und natürlich Legendär. Soweit, so altbekannt. Jedoch wisst ihr erst kurz nach dem Aufsammeln, was für einen Gegenstand die Kugel für euch bereithält.

Loot Morphsteine

An dieser Stelle ein erster Kritikpunkt: Der Sammelradius für Ressourcen ist unserer Ansicht nach etwas zu klein ausgefallen. Oft laufen wir dicht an schimmernden Flecken auf dem Boden vorbei, ohne dass diese automatisch verschwinden und unserem jeweiligen Guthaben gutgeschrieben werden. Wir drehen uns mehrmals unnötig um die eigene Achse und laufen kleine Kreise, um den Loot vollständig mitnehmen zu können. Das geht besser!

Aufstieg: Level 2!

In etwa zeitgleich mit den ersten Gegenständen gibt es in einem Kampf plötzlich eine ziemlich grelle Lichtexplosion – Level 2! Natürlich dürfen wir in Godfall auch im Level aufsteigen und im Anschluss Skillpunkte verteilen. Diese investieren wir in das sogenannte Kampf-Fertigkeitsraster. Dort warten zahlreiche aktive und passive Fähigkeiten. Egal in welcher der vier Ecken des Rasters wir starten, schalten wir durch einen investierten Punkt die beiden angrenzenden Skills frei und dürfen dort mit dem nächsten erspielten Skillpunkt weiter individualisieren. Alternativ lassen sich die Talente auch mehrmals hintereinander wählen, um den darauf verankerten Bonus weiter zu erhöhen oder aktiven Fähigkeiten sogar noch neue Eigenschaften hinzuzufügen.

Ab Level 10 kommen zudem noch Verstärkungen für eure Klasse (hier: Valorkürass) hinzu, von denen es insgesamt zwölf verschiedene gibt. Jeder Kürass, den ihr nach und nach freispielt, besitzt dabei ganz individuelle Möglichkeiten zur Verbesserung. Darüber hinaus bietet jede der Rüstungen einen eigenen passiven Bonus und eine einzigartige Spezialfähigkeit. Dadurch werden unterschiedlichste Spielweisen kombinierbar.

Über das Fertigkeiten-Raster gibt es jede Menge Gestaltungsspielraum.
Über das Fertigkeiten-Raster gibt es jede Menge Gestaltungsspielraum.

Mit neuen Ausrüstungsgegenständen steigern wir zum einen unseren Schaden und Resistenzen, erhöhen aber auch die drei Basisattribute Macht, Geist und Vitalität. Auch untergeordnete Attribute wie kritische Trefferchance oder Bonusschaden durch Schwachpunkt-Treffer spielen eine Rolle in der Wahl eurer Ausrüstung und Spielweise.

Jede Menge Waffen

Ist das Menü, der „Skillbaum“ und die erste Beute erst einmal analysiert, dauert es beim fröhlichen und (noch) entspannten Monster-kloppen nicht lange, bis wir viele weitere verschiedene Typen von Waffen finden. Dazu gehören neben unserem Langschwert auch Doppelklingen, Großschwerter, Kriegshämmer, Schilde und Banner.

Die letzten beiden Kategorien aus der Aufzählung ausgenommen, bietet jede Waffenart ihre eigenen Kombinationen und Angriffe. Dabei gilt in erste Linie die Logik, wenn man sich fragt, für welchen Typ man sich entscheidet. Kriegshämmer sind groß, schwer, klobig und langsam. Dafür wächst dort, wo sie einschlagen, … gar nichts mehr. Doppelklingen sind das genaue Gegenteil. Ihre Angriffe sind schnell, dynamisch und flexibel – richten dafür aber natürlich pro Treffer deutlich weniger Schaden an.

Godfall lässt euch mit diversen Waffen herumexperimentieren. Hier: Die Doppelklinge.
Godfall lässt euch mit diversen Waffen herumexperimentieren. Hier: Die Doppelklinge.

Im weiteren Verlauf des Tutorials begegnen wir unterschiedlichen Gegnertypen, bei denen wir direkt merken, dass manche Taktiken, Waffen und Kombinationen besser funktionieren als andere. Umso größer der Gegner, desto vorsichtiger müssen wir ihm begegnen und analysieren, welche Fähigkeiten und Angriffe dieser gegen uns einsetzt.

Sogar das Tutorial vermittelt uns schnell, dass Godfall kein Spaziergang sein wird. Die ungefährlicheren Gegner zwischendurch sorgen aber für eine angenehme Verschnaufspause und ein gewisses Gefühl der Erhabenheit.

Anzeige

Einfach wunderschön

Achja, haben wir überhaupt schon erwähnt, dass Godfall einfach super gut aussieht?! – Von der ersten Minute an sind wir fasziniert von der optisch dargebotenen Pracht, die uns staunend umherblicken lässt. Trotz des Mittelklasse-PCs, auf dem wir Godfall testeten, konnten wir das Spiel in 2k-Auflösung auf hohem Detailgrad bei nahezu konstanten 60 FPS genießen.

Godfall sieht einfach richtig gut aus.
Godfall sieht einfach richtig gut aus.

Und ganz ehrlich? Die reichen bei dem Spiel locker aus, um ein angenehmes und flüssiges Spielerlebnis zu haben. Godfall bietet uns per Sprint, Super-Sprint und Phasenknoten einige Möglichkeiten, schnell von Aufgabe zu Aufgabe zu kommen und auch längere Strecken nicht öde werden zu lassen. Doch oft wollen wir gar nicht so schnell unterwegs sein, sondern gucken uns begeistert die detaillierte und wunderschön in Szene gesetzte Umgebung an. Wer auf optische Highlights steht, kann sich in Godfall auf einiges freuen!

Der Sound ist ebenfalls auf einem guten Niveau, lässt uns aber nicht ganz so enthusiastisch zurück, wie der Augenschmaus. An manchen Stellen kommt es vor, dass wir die Herkunft und Richtung mancher Geräusche im Spiel nicht sofort richtig zuordnen können.

Zusammenfassung & Ausblick

Einen großen Bosskampf später sind wir dann auch schon im siebten Sanktum, dem großen Hauptquartier von Godfall, angekommen. Ab dieser Stelle dürfen viele neue Wege erkundet, Missionen gestartet, die Story gespielt und vor allem Mitspieler eingeladen werden. Für unsere Angespielt-Ausgabe endet die Reise an dieser Stelle allerdings schon, bevor die großen Abenteuer überhaupt richtig begonnen haben.

Einmal im Sanktum angekommen, könnt ihr über die Weltkarte diverse Missionen starten.
Einmal im Sanktum angekommen, könnt ihr über die Weltkarte diverse Missionen starten.

Dennoch hat uns die Zeit bis hierhin bereits gereicht, um – gemeinsam mit unseren Vorkenntnissen und den von Counterplay Games und Gearbox bereits vorab verratenen Details – einen guten ersten Eindruck von Godfall zu gewinnen. Bei unseren anschließend aufgeführten Pros und Contras bitten wir euch trotz allem zu beachten, dass auch wir zu diesem Zeitpunkt erst wenige Stunden in das Spiel investieren konnten. Was also das Storytelling, Endgame und weitere Faktoren betrifft, können wir bislang nicht bewerten.

Bewerten können wir jedoch, dass Godfall wahrlich wie ein Next-Gen Titel aussieht und sich hervorragend spielt. Die Kämpfe spielen sich dank der unterschiedlichen Waffen, bei denen wir stets schnell zwischen zwei Arten im Kampf wechseln dürfen, dem immer verfügbaren Schild sowie den Ausweichmöglichkeiten äußerst flexibel und dynamisch. Der optionale Gegner-Lock und die 180°-Drehung auf Knopfdruck sorgen zudem dafür, dass wir im Gefecht immer den Überblick behalten.

Das Loot- und Levelsystem ist durch die unterschiedlichen Skillmöglichkeiten und Morphsteine sehr motivierend und sorgt schon in diesem Moment wieder für Lust weiterzuspielen. Klar wollen wir wissen, wie die Story weitergeht, aber schon jetzt gilt es auch den nächsten Skillpunkt zu bekommen und die vielen noch ausstehenden Valorkürasse freizuspielen. Und dann erst der ganze Spaß im Multiplayer!

Anzeige

Das Godfall-Fieber

Ihr merkt bereits, wir sind bereits voll im Godfall-Fieber, obwohl wir selbst noch nicht einmal alle Features freigeschaltet haben. Denn im siebten Sanktum, dem Zuhause der Spieler im Spiel, gibt es nicht nur ein Trainingsgelände, die Missionsübersicht und die ausgestellten Kürasse, sondern auch noch einen Schmied, der unter anderem unsere Ausrüstung verbessert. Doch den müssen wir erst einmal befreien…

Weiterhin haben wir im Tutorial auch das Geistblick-Feature noch nicht gesehen, welches uns in der ersten Mission danach vorgestellt wird. Per Knopfdruck tauchen wir in eine düstere Schwarz-Weiß-Version unserer Umgebung ein und bekommen ausschließlich interessante Punkte in der Nähe farblich und leuchtend hervorgehoben – praktisch für all jene, die sicherstellen wollen, ruhigen Gewissens weiterziehen zu können, ohne eine Truhe, Ressourcen oder andere Besonderheiten verpasst zu haben.

Bereits im Vorfeld haben Counterplay Games und Gearbox angekündigt, dass Godfall bereits zum Release zwei motivierende Endgame-Systeme beinhalten wird. Die „Dreamstones“ und den „Ascended Tower of Trial“ können wir zwar noch nicht bewerten, sind aber schon jetzt gespannt darauf die Features nach dem Abschluss der Story zu testen!

Godfall: Pro und Contra

Pro
wunderschöne Spielwelt, beeindruckende Grafikpracht + dynamische Kämpfe mit vielen Möglichkeiten zur Individualisierung des eigenen Spielstils
abwechslungsreiche Umgebungen und Gegner, an die sich taktisch angepasst werden muss
motivierendes Level- und Loot-System
gelungene Mischung aus Hack'n'Slay und Souls-like
Kontra
etwas Fingerakrobatik bei Steuerung mit Maus und Tastatur erforderlich
vergleichsweise hohe Hardware-Anforderungen auf dem PC
stellenweise nicht klar verortbare Herkunft von Geräuschen
zu kleiner Aufsammelradius für Materialien und Währungen

Fazit

Nachdem wir Godfall nun intensiv unter die Lupe genommen haben, können wir für alle Fans RPG und Hack’n’Slay Genres eine klare Empfehlung für Godfall aussprechen. Wer auf optisch anspruchsvolle Spiele steht und sich beiden Genres zumindest grundlegend verbunden fühlt, wird mit Godfall nichts falsch machen und jede Menge Spaß haben.

Obwohl noch nicht getestet, gehen wir davon aus, dass auch der kooperative Multiplayer noch einmal die Spielerfahrung verbessern wird. Auch dazu werdet ihr unsere Erfahrungen in Kürze lesen und sehen dürfen. Wer die nötige Hardware auf oder unter dem Tisch stehen hat, oder sich sogar in wenigen Tagen über eine brandneue PlayStation 5 freut, kann mit Godfall viele, viele Stunden Spielspaß haben.

Counterplay Games und Gearbox liefern hier ein mehr als souveränes neues Franchise, welches nur mit kleinen Schwächen und Macken Premiere feiern wird. Über diese kann man allerdings aufgrund des Spielspaßes und der beeindruckenden Spielwelt locker hinweg sehen. Kaufempfehlung!

Anzeige

Im Video: Godfall Angespielt

P.S.: Wen die im Video zu sehenden Schadenszahlen und Gesundheitsleisten über den Gegnern zu sehr stören, kann diese ganz einfach über eine Option im Menü ausblenden.

Anzeige