Bereits Anfang September berichteten wir euch über über einen Skandal in der kompetitiven Counter-Strike: Global Offensive Szene. Anfang waren es zwei Events, bei denen es Vorfälle gegeben haben sollte, nun sind wir bereits bei 37 ausgesprochenen Strafen und beinahe unzähligen Matches und Datenmengen, die erst zu 20 Prozent ausgewertet sein sollen.

Seit Monaten wäre das Problem in der Szene weitgehend bekannt, dass Spectator unter gewissen Umständen mehr von der Karte sehen konnten, als vorgesehen. So konnten Coaches taktisch äußerst relevante Ansagen für die Spieler geben, die unter Umständen einen spielentscheidenden Vorteil dadurch erlangten.

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Untersuchungen bringen Abgründe ans Licht

Nach unserer Meldung am 1. September kündigte die ESIC (Esports Integrity Commission) am 4. September eine umfangreiche Untersuchung der Vorfälle an. Diese stellte sich schnell als äußerst ergebnisreich und weitreichend heraus. Der sogenannte „Spectator Bug“ wurde in Zusammenarbeit mit dem „Entdecker“ Michal Slowinski zusammen in den Fokus gerückt.

Insgesamt sollten etwa 25.000 Demos ausgewertet werden, um den Umfang der Ausnutzung des Bugs beurteilen zu können. Insgesamt lägen nun aus ESEA und HLTV 99.650 Demos vor, was einer Datenmenge von 15,2TB entspricht. Zum Zeitpunkt des neuen Statements vom Montag seien etwa 20 Prozent dieser Daten ausgewertet gewesen.

Trotz der nun bereits 37 Beschuldigten sei es wichtig zu erwähnen, dass lediglich in 0,1 Prozent des gesichteten Materials eine Ausnutzung des Spectator Bugs hätte nachgewiesen werden können, erklärt die ESIC. Die Untersuchungen hätten weiterhin ergeben, dass Admins von nicht ESIC-Mitglieder Turnieren bereits 2017 auf den Bug aufmerksam gemacht worden wären. Die ESIC hätte jedoch bis Dato keine Kenntnisse davon gehabt.

Das komplette Vorgehen der ESIC während der Untersuchung könnt ihr über die Dateien und Bilder in diesem Twitter-Thread verfolgen:

Die Folgen für Beschuldigte

Insgesamt 37 Coaches werden in Folge der Untersuchungen für mehrere Monate bis hin zu mehreren Jahren von kompetitiven CS:GO-Wettkämpfen ausgeschlossen. In der veröffentlichten Übersicht finden sich die Namen der Coaches, deren Teams, die betroffenen Turniere, Spiele und Gegner.

Zu den Beschuldigten und Bestraften gehören große Namen wie beispielsweise ‚HUNDEN‘ von Heroic, ‚dead‘ von SK Gaming (2017) und in Folge auch bei MIBR, ‚pita‘ von Ninjas in Pyjamas oder auch ‚RobbaN‘ von FaZe Clan. Die Liste lässt sich fast endlos fortführen und enthält viele namhafte Organisationen.

Die vollständige Übersicht findet ihr hier:
https://esic.gg/annexure-a-sanction-outcomes.pdf

Ende Oktober will die ESIC noch einen weiteren abschließenden Bericht zum Stand der Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Spectator-Bug veröffentlichen.

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Über Counter-Strike: Global Offensive

Counter-Strike bietet als einer der konstantesten kompetitiven Shooter auch mit Global Offensive wieder einen der relevantesten E-Sport Titel im Genre. Mit etlichen Ligen und Mega-Events begeistert Valve erneut die gesamte Shooter Szene und erfreut sich nach wie vor einer riesigen Community. CS:GO ist auch nach Jahren noch mehr als ein solider Standard in den E-Sports und stellte erst im Februar 2020 wieder einen neuen Rekord in Bezug auf gleichzeitige Spieler auf.

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