Herzlich Willkommen in ! Ein neues Jahr ist angebrochen und damit liegen auch zwölf spannende, neue Monate vor uns. Wir freuen uns darauf auch in dieser Zeit über alle relevanten Ereignisse im Gaming und berichten zu dürfen. Einen ersten auf den in wagt unser freier Autor .

Ein spannendes Jahr 2019 liegt hinter uns. Es gab im deutschen viele tolle Entwicklungen und Schritte nach vorne. Die Förderung des elektronischen Sports in Schleswig-Holstein könnte zukunftsweisend sein und als Blaupause für andere Bundesländer dienen. Überall in sind neue Räumlichkeiten entstanden oder angekündigt worden: Von Flensburg bis nach Bayern.

Mit PENTA.BCON wurde ein reines Inklusionsteam ins Leben gerufen, um die Integration von Menschen mit Behinderung im zu zementieren. Im Dezember hat der Bundesrat einer Aktualisierung der Beschäftigungsordnung zugestimmt, um unter anderem Visa-Erleichterungen für e-Sportler zu ermöglichen. Immer mehr klassische Sportvereine integrieren in ihre Strukturen. Außerdem konnte wieder große Turniere ins Land holen beziehungsweise hier halten, etwa die ESL One Cologne. Mehrere politische Parteien haben auch ganz praktisch auf ihre Agenda genommen. Mit Cinema Loves Esports (CLE) kam erstmals gleichzeitig in mehreren deutschen Kinos.

Es war also vieles durchaus positiv. Einiges auch nicht, zum Beispiel die Kieler Kehrtwende von Seiten der CDU oder aber die unsägliche Debatte um eine „Gamer-Szene“ nach dem Anschlag in Halle. Was erwartet uns ? Was dürfen wir vom neuen Jahr erhoffen, gerade in ?

Anerkennung und Förderung

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Es wird auch wieder eine Förderung im nördlichsten Bundesland geben. Wohl nicht wieder in Höhe von 500.000 Euro, aber die Hinweise verdichten sich, dass wir jedes Jahr zumindest 100.000 Euro erwarten dürfen – und das über mehrere Jahre. Hierdurch können weiterhin Projekte und Konzepte gefördert und in die Praxis umgesetzt werden.

Es bleibt abzuwarten, ob andere Bundesländer nachziehen werden. Momentan sieht es danach aus, vor allem in westdeutschen Regionen. Wichtig wird hierbei vor allem auch die Unterstützung von Seiten der sein. In Schleswig-Holstein haben sich besonders der SSW (Partei der dänischen Minderheit) und die FDP massiv für den e-Sports eingesetzt.

Die Lobbyarbeit auf Verbandsseite dürfte unverändert mit eher schwacher Brust daherkommen. Der -Bund (ESBD) hatte Ende des Jahres seine Mitgliederversammlung – und das im Ergebnis ohne erkennbare Verbesserungen in der Breite der Mitgliederstruktur. Die angekündigte Strukturreform hat ein paar gute Ansätze, zum Beispiel eine Spielervertretung. Allerdings mangelt es für solche Ideen der Unterstützung im insgesamt. Eine Spielervertretung kann nur dann ganzheitlich greifen, wenn ein Verband alle Spielerinnen und Spieler, oder deren Vereine, unter sich vereint. Ergo: Gute Idee, aber Schritt C vor Schritt A. Mit etwas Entsetzen hat mich die Tatsache zurückgelassen, dass die Strukturreform juristisch unsauber zu sein scheint – und das, obwohl Juristen im ESBD-Präsidium sitzen (vgl. Dr. Oliver Daum).

Für den e-Sports wäre es gut, wenn der Verband in der Eigenwahrnehmung ein paar Stufen zurücktreten würde. Etwas mehr Bescheidenheit und vor allem operative Arbeit würden viele Beziehungen zu verprellten Organisationen innerhalb und außerhalb der Szene wieder verbessern. Das würde ich mir für wünschen. Ein Verband an sich ist nämlich eine gute Sache – oder vielmehr: Kann eine gute Sache sein.

Ein gutes Ergebnis der Förderung 2019 ist das Landeszentrum für e-Sports in Kiel (LEZ SH). Ich konnte mir jüngst selbst ein Bild von den Arbeiten im LEZ SH machen und ich glaube, dass es sich wird langfristig in Kiel etablieren können. Die endgültige Eröffnung könnte eine Initialzündung für andere Bundesländer werden, wenn es um die Schaffung eigener Landeszentren geht. Viele werden nach Kiel blicken. Jetzt gilt es den guten, wenn auch zeitlich etwas holprigen Start des LEZ SH zu festigen. Klappt dieses Projekt, dann wäre es ein guter Schritt für den e-Sports auf Landesebene. Im Moment sieht es deutlich danach aus, dass es klappen wird.

Derlei Projekte befeuern dann auch wieder die Diskussion um eine Anerkennung des e-Sports. Wenn man die Kieler Nachrichten im Print und online so liest, dann ist das Bild sehr ambivalent. Die Kritiker müssen jetzt mit Argumenten und viel Transparenz eingefangen werden. Insgesamt ist die Stimmung in Kiel und im gesamten Land zwischen den Meeren dem e-Sports aber sehr zugewandt.

Profi-Szene

Deutschland verfügt über erstaunlich viele Profi-Organisationen und -Spieler, die zur internationalen Spitze gehören: SK Gaming, mousesports, PENTA; KuroKy, ShoWTimE, MoAuba. Dass wir es können steht also außer Frage und ich glaube, dass Deutschland auch in einigen Disziplinen Akzente wird setzen können.

Im vorangegangenen Jahr hat vor allem PENTA interessante neue Ideen umgesetzt. Nicht nur das bereits erwähnte PENTA.BCON, das ein herausragendes Beispiel für Inklusion ist, sondern auch eine enge Kooperation mit dem TSV 1860 München im Breitensport-Bereich. Die Verquickung von traditionellem Profi- und Breitensport, mit dem elektronischen Profi- und Breitensport, ist in dieser Form einmalig. Durch die Marke PENTA 1860 kooperieren beide Organisationen nämlich schon auf professionellem Level.

Einen weiteren Schritt geht man durch eine Zusammenarbeit mit dem in Flensburg ansässigen Nord e.V. – das dort in Entstehung befindliche Vereinsheim des Breitensportclubs wird gleichzeitig ins Netzwerk aus Leistungszentren aufgenommen, das unter der Schirmherrschaft von PENTA in ganz Deutschland entstanden ist.

Einen ebenfalls interessanten Weg geht Rhein-Neckar, die einerseits mit dem traditionellen Sport zusammenarbeiten, denn man ist Mitglied im Turn- und Sportverein 1895 Oftersheim e. V. Andererseits stellt die Organisation inzwischen auch Profiteams. Darüber hinaus verfügt der Verein über ein Leistungszentrum im Mannheimer-Gebiet.

All diese Konzepte finden sich hoffentlich vermehrt in 2020. Ich gehe davon aus, dass die nachweisbaren Erfolge der vorstehend genannten Organisationen nachahmenswert sind. Ich glaube, dass es mehr Profiteams „mittlerer Stärke“ geben wird. Gleichzeitig wird die Infrastruktur in Deutschland weiterwachsen.

Deutschland hat sich 2019 als herausragender Gastgeber in Sachen e-Sports Events präsentiert. Das wird sich 2020 nicht ändern. Vielleicht schaffen die für Juli angekündigten Global Masters in Gelsenkirchen sogar den nächsten großen Sprung. Zu erwarten wäre es, schließlich hat man auf Schalke Erfahrung mit der Durchführung unterschiedlichster sportlicher Großereignisse – auch abseits des Fußballs.

Öffentliche Wahrnehmung

Ich persönlich konnte im vergangenen Jahr feststellen, dass vielerlei Medien sich für e-Sports interessieren. Auch solche, die vor zwei bis drei Jahren noch deutlich skeptischer und distanzierter gewesen sind. Ein Journalist eines eher „konservativen“ Mediums schrieb mir neulich, dass ich ihm News zum Thema e-Sports immer direkt nennen solle – das Interesse am Thema sei enorm groß.

Auch in der gesellschaftlichen Debatte wird das Meinungsbild zum e-Sports stetig positiver. Immer mehr Menschen verstehen e-Sports als Chance und nicht als Gefahr.

Es ist davon auszugehen, dass sich durch die Arbeit Ehrenamtlicher in Breitensport-Vereinen und bei Konzepten wie dem LEZ SH, diese Wahrnehmung weiter aufheitern wird. Das wird auch in der vermehrten Kooperation – und der Nutzung von Synergieeffekten – von klassischem und elektronischem Sport münden.

Fazit

In Summe war 2019 ein gutes Jahr für den deutschen e-Sports. Ich glaube, dass 2020 noch besser werden kann. Wichtig dafür ist, dass man bodenständig bleibt und an der Basis der Gesellschaft Aufklärungsarbeit leistet. Außerdem erhoffe ich mir, dass der game-Verband sein Gewicht noch mehr für den e-Sports in die Waagschale wirft, denn dieser findet auf vielerlei Ebenen einiges an Gehör.

Gleichzeitig denke ich, dass das gesunde Wachstum der Profiszene weiter anhalten wird. Auch durch in Deutschland beheimatete e-Sports Urgesteine wie die Electronic Sports League (ESL).

Ich freue mich auf 2020. Packen wir es an!