Dying Light 2 wird nicht uncut in Deutschland erscheinen dürfen. Dies machte bereits am Wochenende die Runde (mehr dazu), als die Händler ihre Kunden informierten, heute folgte dann die Bestätigung durch Entwickler Techland. Statt der ungeschnittenen Original-Version wird es eine spezielle deutsche Version geben.

Das Spiel wird also trotzdem erscheinen, allerdings müssen die Spieler wohl auf einige Details in der Gewaltdarstellung verzichten. Das grundsätzliche Spiel soll dabei aber erhalten bleiben.

Techland dazu:

„Trotz zahlreicher Versuche und unter Ausschöpfung aller dem Unternehmen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel hat die ungeschnittene Version nicht die erforderliche USK-Einstufung für eine Veröffentlichung in Deutschland erhalten.“

Die USK stufte die speziell für den deutschen Markt angepasste Version mit einem USK 18 Alterskennzeichen ein. Die deutschsprachige, ungeschnittene physische Version des Spiels wird bei allen großen Einzelhändlern in Österreich und der Schweiz erhältlich sein.

Unterschiede: Uncut vs USK-Fassung

Welche Unterschiede gibt es zwischen der internationalen und der deutschen Version?

In der deutschen Version ist das Enthaupten und Zerstückeln von menschlichen Gegnern deaktiviert und die Spieler können keine neutralen NPCs töten. Die Story, der Spielfortschritt und das grundsätzliche Gameplay sind davon in keiner Weise betroffen. Techland wird weitere Versionen des Spiels bei der USK einreichen, in der Hoffnung, dass diese die Prüfung bestehen werden. Da es das erklärte Ziel von Techland ist, den deutschen Spielern das Spiel so zu präsentieren, wie es sich die Entwickler vorgestellt haben, werden sie die spezielle deutsche Version so nah wie möglich an der internationalen Version halten.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung werden Spieler aus Deutschland nur innerhalb ihrer Region im Koop-Modus spielen können. Techland arbeitet jedoch hart daran, dass sie bald nach der Veröffentlichung auch mit Spielern aus anderen Regionen zusammen spielen können.

Kommentar: Ärgerliche Zensur

Es ist schon verrückt. Offensichtlich scheint Dying Light bei den deutschen Jugendschützern wirklich äußerst unbeliebt zu sein. So kann auch Dying Light 2 Stay Human das Stigma des Vorgängers nicht loswerden. Es ist natürlich löblich, dass Techland trotzdem versucht, eine angepasste Version auf dem deutschen Markt zu platzieren. Viele Fans dürfte diese erneute Zensur aber verärgern. Auch wenn die angesprochenen Änderungen sicherlich noch vertretbar wären… es geht hier auch ein wenig ums Prinzip.

Man darf bei solchen Entscheidungen als erwachsener Spieler tatsächlich die Sinnhaftigkeit dieses Systems infrage stellen. Immerhin mutet es ein wenig merkwürdig an, wenn man das Spiel nun erst aus dem Ausland importieren muss, um es hierzulande spielen zu können. Ob eine solche Zensur tatsächlich beim Jugendschutz hilft, ist eine weitere Frage. Vermutlich würde eine vernünftige Medienerziehung von Kindern UND Eltern hier zu einem besseren Ergebnis führen. Es ist anzunehmen, dass solch ein Verbot am Ende doch nur für einen zusätzlichen Hype bei den Heranwachsenden sorgt eher ein Anreiz für illegale Beschaffungsmaßnahmen.

Auch die Verhältnismäßigkeit ist fragwürdig. Während es in anderen Spielen vollkommen „ok“ ist, wenn man bis zum letzten Spieler und bis zum letzten Blutstropfen gegeneinander kämpft, ohne sichtlichen moralischen Grund, stellt dies in Dying Light offensichtlich ein Problem dar. Doch was soll das ganze Jammern, dann fließt das Geld halt eben ins Ausland. Schade nur um die Arbeit, die sich Techland nun mit der zensierten Fassung macht.

Mehr dazu:

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