Am gestrigen Donnerstag gab es einen spannenden Podcast für alle Escape from Tarkov Enthusiasten unter euch. Dort sprach Battlestate Games COO Nikita Buyanov, besser bekannt als „Nikita“, abermals mit einigen EFT Content-Creatorn und Streamern über die Zukunft des Hardcore-Shooters. Nachdem kürzlich neue Bilder zur Erweiterung der Fabrik-Map veröffentlicht worden waren, ging es nun um weitere Aspekte, die Entwicklerstudio, Content-Creator als auch Spielende interessieren und beschäftigen.

Zu den behandelten Themen gehörten unter anderem der aktuelle Wipe, zukünftige Map-Erweiterungen, komplett neue Karten, neue Ausrüstung, Exit-Camper, die Beleuchtung auf Interchange und einiges mehr. Welche Infos direkt von Nikita an die Öffentlichkeit gelangten, lest ihr in diesem Beitrag.

Release im Juni: Die neuen Inhalte in Patch 12.11

Der nächste große Escape from Tarkov Patch, mit dem viele neue Inhalte ins Spiel kommen sollen, ist bereits für den kommenden Monat Juni geplant. Sollte alles ohne Komplikationen verlaufen, könnten wir das Update vielleicht sogar schon Anfang des Monats bekommen. Die Deadline ist allerdings etwas später. Ein konkretes Datum gibt es demnach leider noch nicht.

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Dennoch können wir umfangreich über die geplanten Inhalte sprechen, die es durchaus in sich haben. So kommt bereits mit 12.11 die Kartenerweiterung für Factory, die die Spielfläche ungefähr verdoppeln soll. Hinzu kommt ein neuer Spawn sowie ein brandneuer Scav-Boss, der euch mit riesigem Vorschlaghammer und Shotgun gegenübertritt. Eine weitere Gefahr auf der eh schon ziemlich gefährlichen Factory Map. Wer sich bei dem Stichwort „Vorschlaghammer“ schon die Hände gerieben hat: Mitnehmen könnt ihr diesen vom toten Boss leider nicht.

Wer sich bereits Sorgen oder wahlweise Hoffnung auf einen Wipe mit Patch 12.11 macht, der wird indes beruhigt oder eben enttäuscht. Wie Nikita im Gespräch verlauten ließ, gibt es derzeit noch keine konkreten Pläne für den nächsten Reset in EFT. Betrachtet man die Länge der vorherigen „Seasons“, so könnte es auch noch eine Zeit lang dauern, bis wir wieder zum „Punkt 0“ zurückgebracht werden. Denn im Moment sind erst zirka 140 Tage im aktuellen Wipe vergangen, die vergangenen sechs Wipes lagen nie unter 210 Tagen Gesamtdauer.

Wahrscheinlicher ist es also, dass wir mit 12.12 einen Wipe erleben könnten, doch dazu später mehr.

Fence bekommt das Scav-Rufsystem

Wie im Vorfeld bereits immer wieder erwähnt und vermutet, wird Fence mit Patch 12.11 endlich zum richtigen Scav-Anführer. Denn der mysteriöse Handler bekommt ein Ruf-System, welches sich auf eure Handlungen als Scav in EFT bezieht. Seid ihr gut zu anderen Scavs, wird sich euer Ruf erhöhen, welches euch natürlich in der Ruf-Stufe bei Fence aufsteigen lässt.

Das hat einen ganz besonderen Vorteil: Ab Ruf Stufe 2 bei Fence bekommt ihr über sein Händlermenü Zugriff auf jene Items, die von Spielenden in Raids verloren wurden und nicht versichert waren. Diese könnt ihr dann von Fence erwerben. Vorsicht: Wer sich gegenüber anderen Scavs zu fies verhält, verliert auch wieder an Ruf. Im schlimmsten Fall soll es sogar dazu kommen, dass euch Scavs und Scav-Bosse direkt und initiativ angreifen, sobald sie euch für einen Verräter halten.

Dieses Ruf-System könnte dazu führen, dass Scavs in Raids künftig mehr zusammenhalten, um ihren Ruf bei Fence zu erhöhen. Für eine Toz müsst ihr künftig also vielleicht seltener ins Gras beißen, wenn ihr einen anderen Spieler-Scav trefft. Vielmehr könnte man sich öfter zusammentun, um gemeinsam auf die Jagd nach verbliebenen PMCs zu gehen. Wer die Beute dann bekommt? Nun, das müsst ihr dann unter euch klären.

Fehlfunktionen von Waffen werden häufiger

Ebenfalls mit dem für Juni angekündigten Tarkov Update wird das System der Waffenfehlfunktionen deutlich relevanter. Zwar gibt es wohl schon jetzt, sollte die Haltbarkeit eurer Waffe auf wenige Prozente sinken, fehlerhaftes Verhalten geben, doch wird dieses künftig wohl deutlich häufiger auftreten. Ab welchem Zustand eure Waffe Probleme beim Nachladen oder Feuern bekommen kann, dazu äußert sich Nikita allerdings nicht konkret.

Vielmehr könnte es aber häufiger passieren, dass ihr von einem getöteten Scav eben keine komplett intakte 100 Prozent Haltbarkeit AK findet, sondern eben eine, die schon deutlich mehr in Mitleidenschaft gezogen ist und dementsprechend nicht zu zuverlässig wie jene Waffen, die ihr neu von einem Händler ersteht.

Visiere bekommen langersehntes Rework

Mit Patch 12.11 sollen zudem die Visiere in Escape from Tarkov einem kleinen Rework unterzogen werden. Das bedeutet, dass die Ausrichtung und Position auf den Waffen deutlich überarbeitet werden soll, um Funktion und vor allem die Sicht beim Zielen zu verbessern. Jeder Spielende, der schon etwas länger in Escape from Tarkov unterwegs ist, wird gemerkt haben, dass sich gleiche Visiere auf unterschiedlichen Waffen unterschiedlich verhalten.

Beleuchtung

Erst in einem der neueren Patches hat Battlestate Games sich der Thematik Beleuchtung angenommen. Speziell im Fokus stand dabei die Karte Interchange (Autobahnkreuz). Dort war es in den Außenbereichen zuvor oft sehr grell, sodass man dagegen vorging. Das Resultat daraus war zwar eine deutlich angenehmere Sicht in den Außenbezirken, doch innerhalb der Gebäude war es dafür teils stockfinster.

Darüber beschweren sich die Spielenden bis heute zum Teil – und berechtigterweise – sehr lautstark. Diese Beschwerden sind auch bis zu Battlestate Games vorgedrungen, sodass man in naher Zukunft, vielleicht sogar schon mit Patch 11.12, Teile der vorherigen Änderungen an der Beleuchtung auf Interchange rückgängig machen will, sodass die Innenbereiche wieder etwas deutlicher zu erkennen sind. Laut Nikita war es nicht der Plan der Entwickler, dass die Karte in Teilen so dunkel wird, wie ihr sie derzeit im Spiel erlebt.

Patch 12.12 und Zukunftspläne

Patch 12.12 könnte der große „Lighthouse-Patch“ für Escape from Tarkov werden. Richtig gehört. Denn tatsächlich plant Battlestate Games, so bestätigt es Nikita im kürzlich veröffentlichten Podcast, noch vor Streets of Tarkov, dem ambitionierten Großprojekt einer wirklich riesigen neuen Map, zu der es bereits erste Bilder und Videos gibt, die Karte Lighthouse zu integrieren.

Lighthouse, oder zu deutsch natürlich Leuchtturm, soll bereits im Sommer in EFT verfügbar werden, obwohl die Entwicklung und Gestaltung der Map noch in einem sehr frühen Stadium sei. Ein ambitionierter Plan, von dem wir noch nicht wissen können, ob dieser wirklich so aufgeht. Streets of Tarkov hingegen sei für eine Veröffentlichung Ende 2021 geplant.

Hinzu kommt, dass Streets of Tarkov (Straßen von Tarkov oder kurz „SoT“) nicht in einem Stück, sondern Teil für Teil veröffentlicht wird, so wie wir es beispielsweise schon bei Shoreline (Küste) erlebt haben. Der Release von SoT dürfte sogar noch kleinteiliger geschehen, denn man plant derzeit seitens Battlestate Games auf der fertigen Karte Streets of Tarkov ganze 40 PMCs gleichzeitig unterwegs zu haben.

Das sind 40 Spielercharaktere, ohne dass in dieser Zahl bereits Scavs, Raider oder Scav-Spieler einberechnet sind. Zum Vergleich: Derzeit ist die größte Karte im Spiel ist derzeit Woods (Wald), auf der – genau wie auf Interchange – maximal 14 PMCs gleichzeitig aktiv sein können. Auf Streets von Tarkov soll diese Zahl also final fast verdreifacht werden.

Weitere Pläne für EFT

Über diese Neuerungen und Pläne hinaus, sprachen Nikita und seine Podcast-Gäste auch über zahlreiche weitere Themen, die in der näheren oder ferneren Zukunft eine Rolle in EFT spielen werden. Diese reißen wir an dieser Stelle nur kurz an und listen sie mit den wichtigsten Informationen auf.

  • Der Offline-Koop-Modus steht weiter oben auf der Prioritätenliste, kommt aber noch nicht allzu bald
  • Die beliebte Raid Series auf YouTube soll zu einem ganzen Film mit neuen Verbindungselementen werden
  • Neue Streameritems kommen sehr bald ins Spiel
  • Streamermodus kommt ebenfalls bald, um Name des eigenen Killers und die Raid-ID ausblenden zu können
  • DLSS ist nahezu fertig und soll spätestens im nächsten Patch (nach 12.11) ins Spiel kommen. Das könnte für einen ordentlichen Performance-Boost sorgen!
  • Alarm auf der Reserve Map soll zerstörbar werden, wenn aktiv
  • Neue Waffen und Ausrüstung geplant. Neue Revolver-Shotgun in Kürze, weitere Rauchgranaten vorstellbar.

Special-Event rund um Labs geplant

Eine letzte spannende Information aus dem Podcast, den wir euch unter diesem Artikel selbstverständlich in voller Länge einbinden, präsentieren wir noch einmal etwas ausführlicher. Demnach könnte es sich Nikita sehr gut vorstellen, künftig soziale Community-Events in Escape from Tarkov auszurichten.

So könnte man mehr Abwechslung ins Spiel bringen und die Perspektive der Spielenden ändern und dieser mehr Abwechslung verleihen. Ein möglicher Auftakt dazu steht ebenfalls bereits im Raum. So könnte es bereits in absehbarer Zeit ein Spezial-Wochenende in EFT geben, an dem ihr komplett kostenlos und ohne Schlüsselkarte auf der sonst sehr exklusive Labs Karte spielen könnt – ganz ohne Zugangsbeschränkungen.

Wie findet ihr die Idee von Community-Events in Escape from Tarkov?
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Wie findet ihr die Idee von Community-Events in Escape from Tarkov?x

Exit Camper bleiben Teil des Spiels

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass Nikita auch zu den meist verhassten Exit-Campern, in EFT teilweise auch „Rats“ genannt, äußerte. Zwar kann er diese und deren Spielweise auch nicht wirklich leiden, beschreibt das Thema Extract campen aber mit den Worten „That’s life.“ – So ist das Leben.

So scheint es nach Nikita zu dem Anspruch an Realismus von EFT dazuzugehören, dass ihr überall mit Konflikten und Feindkontakt rechnen müsst – selbst, wenn jemand am Ausgang auf euch wartet. Um dem entgegenzuwirken, könnte es aber bald noch effektivere Maßnahmen geben. Beispielsweise im Kontext mit dem Thema der neuen Granaten. Vorstellbar wären demnach beispielsweise schneller auslösende und wirksamere Rauchgranaten geben, die die Sicht auf den Ausgang schnell deutlich erschweren könnten, um besagten Campern das Leben deutlich schwerer zu machen.

Der komplette Podcast zum Nachhören

Wer sich den gesamten Podcast mit Nikita noch einmal in Ruhe anhören möchte, kommt hier zum Gespräch mit Pestily und Co.:

Eine gute Analyse des Gesprächs findet ihr zudem auf dem YouTube Kanal von Creator „Onepeg“, ebenfalls in englischer Sprache.