Berlin. Auch der game – Verband der deutschen Games-Branche begrüßt den Start der ersten Fördermaßnahme für kleinere Games-Projekte auf Bundesebene in einer aktuellen Pressemitteilung. Wie von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises bereits angekündigt, können ab dem 3. Juni 2019 erste Anträge für eine sogenannte De-minimis-Förderung beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eingereicht werden. Der Zeitraum für die Einreichungen dauert anschließend bis zum 30. August 2019 an.

De-minimis-Beihilfe

„Die De-minimis Beihilfe für Förderbeträge bis zu 200.000 Euro dient als Lückenschluss bis zum Start der EU-notifizierten Computerspieleförderung per Kulturtest. Mit der De-minimis-Beihilfe wollen wir insbesondere Start-ups/KMUs der Branche unterstützen. Diese können einen Bonus von bis zu 20 % zur Standardförderquote von maximal 50 % erhalten“, heißt es dazu auf der offiziellen Homepage des zuständigen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Eine solche Förderung bedarf aufgrund geringer Fördersummen keiner Notifizierung durch die EU-Kommission und könne daher besonders schnell eingeführt werden, erklärt der game. Das Konzept der Produktionsförderung des BMVI umfasst zwei Stufen. Zunächst startet nun die sogenannte „Pilotphase“, bevor später die Förderung mit größeren Beträgen aus dem 50 Millionen Euro schweren Fond folgen soll.

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Ein ausführliches Q&A zur De-minimis-Beihilfe gibt es HIER auf der Homepage des BMVI.

Die Randdaten der De-minimis-Beihilfe auf einen Blick:

  • Förderung für Entwicklung von Prototypen und Produktionen von Computerspielen aller Art
  • Maximal 200.000 Euro Zuschuss
  • Maximal 50 Prozent Förderquote
  • Start-Ups und kleine Unternehmen können 20 Prozent Bonus, mittlere Unternehmen einen von 10 Prozent erhalten
  • Einreichungszeitraum: 3. Juni bis 30. August 2019

Förderfonds für Games

Union und SPD hatten sich in ihrem Regierungsprogramm auf die Einführung dieses Förderfonds für Games verständigt und hierfür im vergangenen November 50 Millionen Euro in den Bundeshaushalt für 2019 eingestellt, führt der game weiter aus.  „Die Förderung erfolgt auf dem Wege der Anteilsfinanzierung als nicht rückzahlbarer Zuschuss und richtet sich an Unternehmen mit Sitz, Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland“, spezifiziert der BMVI die förderbaren Projekte.

„Der schnelle Start einer ersten Fördermaßnahme für kleinere Games-Projekte unterstreicht das ernsthafte Engagement der Bundesregierung, die Wettbewerbsnachteile Deutschlands im internationalen Vergleich beseitigen zu wollen“, sagt game-Geschäftsführer Felix Falk. „Das zentrale Ziel bleibt jedoch der für Herbst 2019 angekündigte EU-notifizierte Fonds mit einer spezifischen und planbaren Games-Förderung. Mit einem solchen international vergleichbaren Ansatz kann Deutschland beim Zukunftsmedium Games zu erfolgreichen Standorten wie Kanada, Großbritannien und Frankreich aufschließen.“

Mit dem Inkrafttreten der „großvolumigen Produktionsförderung rechne man derzeit im Herbst 2019, so der BMVI weiterhin. Diese Förderrichtlinie stellt den Schwerpunkt der Computerspieleförderung des Bundes dar. Derzeit würden noch die „inhaltliche Abstimmung und die Einleitung des Notifizierungsprozesses“ durch die Europäische Kommission erfolgen, berichtet das Ministerium weiterhin. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, müsse ein Spiel anschließend einen sogenannten „Kulturtest“ bezüglich des Inhalts und kulturellen Hintergrunds als Voraussetzung für die Förderung bestehen.

Interessenten könnten jedoch auch schon jetzt im Vorfeld ihre konkreten Ideen an das BMVI übermitteln. Durch die Informationen über Umfang und angedachte Laufzeit der Förderanträge erhalte man somit frühzeitig ein vorläufiges Bild der Nachfrage und könne bei Bedarf schon im Vorfeld beraten, informiert das verantwortliche Ministerium. Dafür kann HIER ein passendes Formular ausgefüllt und parallel zum Aufruf für die De-minimis-Beihilfe bis zum 3. Juni 2019 an games@bmvi.bund.de gesendet werden.

Mehr dazu:

„Ein historischer Schritt“: Deutschland fördert Game-Industrie mit 50 Millionen Euro

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