Halt, Moment mal, haben wir nicht gestern noch alle zu den rohen Knarzklängen auf dem grauen Kasten mit den rosa Knöpfen Klötzchensteine versenkt? Sah dieser Kasten nicht selbst aus wie ein Stein aus Tetris? Tatsächlich, es ist schon 30 Jahre her! Es war am 21. April 1989 als Nintendo seine portable 8-bit Konsole GameBoy (DMG-01) erstmals in Japan auf den Markt brachte. Der US-Release folgte im Juli, Europa musste sich noch über ein Jahr gedulden – dort erschien der GameBoy erst am 28. September 1990. Verkauft wurde das System anfänglich als Bundle mit dem bis heute sehr beliebten Tetris.

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Was ist ein GameBoy?

Mal kurz zusammengefasst: Beim GameBoy handelt es sich um eine der ersten ernsthaften portablen Konsolen von Nintendo. Der GameBoy zählt als eine der erfolgreichsten Handheld-Konsolen der Videospiel-Geschichte (später abgelöst durch den Nintendo DS). Das Gerät wurde rund 120 Millionen Mal verkauft und überdauerte etliche andere Konsolen. Das führte dazu, dass das letzte GameBoy Spiel „Pokémon Gelbe Edition“ erst 1998 erschien – als bereits jüngere Systeme eingemottet wurden.

Der GameBoy erschien in verschiedenen Farben und Versionen.

Der mausgraue Plastikkasten (mit den Maßen: 148mm x 90mm x 32mm) besitzt ein nicht beleuchtetes Display und einen Cartridge Schacht – dort werden die Spiele eingesteckt. Auf der Front befindet sich ein D-Pad in Form eines Steuerkreuzes, zwei runde Buttons, zwei längliche Funktionstasten, Lautsprecherschlitze und eine Batterieleuchte. Neben einem Lautstärkerad und einem Kontrastregler an den Seiten, befindet sich auf der oberen Seite des Gehäuses ein Schiebeschalter zum Ein-/bzw. Ausschalten. Auf der Unterseite können Kopfhörer in eine 3,5mm Buchse gesteckt werden und auf der rechten Seite gibt es einen speziellen Anschluss für externe Hardware. Die Rückseite trägt die Seriennummer und das Batteriefach – betrieben wird der GameBoy mit 4 AA-Batterien (ein Netzteil war seperat erhältlich).

Technische Details

Beim GameBoy handelt es sich um eine 8-Bit Konsole. Die CPU ist ein CMOS mit circa 4,2 MHz Taktfrequenz. Das Gerät hat einen Speicher von 8kB RAM und 8kB Video-RAM. Das LCD-Display ist 2,6 Zoll groß und kann 160×144 Pixel in 4 Graustufen darstellen. Spiele können gleichzeitig 40 Grafiken (Sprites) in einer Größe von 8×8 oder 8×16 Pixeln anzeigen. Der Soundchip liefert 4 Kanäle: 2 Oszillatoren (Pulswelle), ein programmierbares Wavetable und einen Rauschgenerator.

Das Super GameBoy Modul für den SNES.
Glorreiche Grafikpracht mit der GameBoy Camera.

Der GamBoy war lange Zeit auch bei Bastlern / Makern sehr beliebt – durch den externen Anschluss und den recht einfachen Aufbau bot sich die Konsole für viele Hardware-Hacks und Homebrew an. Auch der Soundchip wird bis heute wegen seines harschen Gaming-Sounds benutzt.

Später kam der Super GameBoy für SNES auf den Markt. Dabei handelt es sich um einen Adapter, um GameBoy-Spiele auch auf dem Super Nintendo Entertainment System spielen zu können.

Für den GameBoy erschienen verschiedene Erweiterungen, etliche davon auch von Drittanbietern. Darunter auch einige Kuriositäten, so erhielt das System mit der GamBoy Camera sogar ein Kameramodul.

Nach dem GamoBoy Classic, der später in verschiedenen Farben (auch transparent) erschien, wurde die Produktpalette durch weitere Modelle erweitert:

  • Game Boy Pocket
  • Game Boy Color
  • Game Boy Advance
  • Game Boy Advance SP
  • Game Boy Micro

Beliebte Gameboy Spiele

Diese Spiele haben sich am meisten verkauft (dabei sind auch Color-Titel – da beide Konsolen kompatibel miteinander sind):

  • Pokémon Rot/Blau/Grün
  • Tetris
  • Pokémon Gold/Silber
  • Super Mario Land
  • Pokémon Gelb
  • Super Mario Land 2
  • Pokémon Kristall
  • Dr. Mario
  • Pokémon Pinball
  • Super Mario Land 3: Wario Land
  • Kirby’s Dream Land
  • Super Mario Bros. Deluxe
  • The Legend of Zelda:
  • Oracle of Seasons/ Oracle of Ages
  • Donkey Kong Land
  • The Legend of Zelda: Link’s Awakening
  • Pokémon Trading Card Game
  • F-1 Race
  • Mario & Yoshi
  • Donkey Kong
  • Kirby’s Dream Land 2
  • Donkey Kong Land 2
  • Wario Land 3
  • Kirby’s Pinball Land
  • Donkey Kong Country
  • Golf
  • Tennis
  • Alleyway
  • Metroid II: Return of Samus
  • Baseball
  • Yoshi’s Cookie
  • Wario Land 2
  • Yakuman
  • Tetris 2
  • Kirby Tilt ’n‘ Tumble
  • Solar Stricker
  • Mario Tennis
  • Donkey Kong Land 3

GameBoy Classic kaufen

Gerade als Kultobjekt ist der Gamboy als klassische Spielekonsole immernoch sehr beliebt. Gut gepflegte Exemplare des GameBoy Classic sind gebracht ab 50 Euro zu erwerben, der Preis geht hier allerdings je nach Umfang der mitgelieferten Spiele schnell ins Astronomische. Es gibt auch gewerbliche Händler, die getestete Ware verkaufen. Hier kosten die Konsolen zwar in der Regel eher im oberen Mittelfeld, allerdings kann man sich hier meist sicher sein, dass auch alles einwandfrei funktioniert – gut gefallen hat uns konsolenkost.de.

Neben gelblich und verschmutzten Gehäusen, sammeln sich zum Teil wahre Wollmäuse im Gehäuseinneren. Besonders anfällig für das Alter ist neben korrodierten Kontakten besonders die Displayscheibe. Diese ist am Gehäuse verklebt, mit den Jahren härtet der Kleber aus und die Plastikscheibe kann sich lösen. Ihr bekommt diese auch als Ersatzteil in ausgewählten Shops. Solltet ihr euch für den Kauf eines gebrauchten GameBoys aus privater Hand entscheiden, müsst ihr ein wenig Restaurationszeit einplanen – hier solltet ihr das auch nötige Geschick mitbringen und das Gehäuse auch mal öffne, um ein wenig Frühjahrsputz zu betreiben, andernfalls raten wir eher zur Emulation.

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