Nachdem am vergangenen Mittwoch bereits eine Förderung des Gaming-Bereiches allgemein in Nordrhein-Westfalen beschlossen worden ist (wir berichteten), gibt es nun die nächste Neuigkeit aus der Politik. Auch der Landtag in Sachsen-Anhalt macht den Weg für den eSport frei und stellt im Haushalt 2019 dafür 15.000 Euro zur Verfügung.

Der Antrag

Im zugehörigen Antrag der Fraktionen CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wird der Landtag aufgefordert folgende drei Dinge zu beschließen:

  1. „Der Landtag erkennt die wachsende Bedeutung des eSports auch in SachsenAnhalt an und bittet die Landesregierung, die ehrenamtliche Arbeit in diesem Bereich zu unterstützen.

  2. Die Landesregierung wird beauftragt, sich auf Bundesebene für eine Änderung des § 52 Abs. 2 Abgabenordnung einzusetzen und eSport in den Vorschriften über die Gemeinnützigkeit zu verankern.

  3. Der Landtag begrüßt die Kooperation zwischen dem eSport-Bund Deutschland e. V. und dem Fußballverband Sachsen-Anhalt und setzt sich dafür ein, bereits bestehende Strukturen zwischen traditionellem Sport und eSport auszubauen. Die Landesregierung wird gebeten, den Dialog zwischen eSport und traditionellem Sport zu unterstützen und zu begleiten, dabei soll auch die Anerkennung von eSport als förderungsfähigen Sport i. S. d. § 2 Nr. 1 der Satzung des Landessportbundes – unter Wahrung der Autonomie des Sports – geprüft werden.“

Parteien nehmen Stellung

Sowohl die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Sachsen-Anhalt als auch die CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt haben bereits zu diesem Beschluss Stellung bezogen. Nachfolgend die Stimmen im Detail:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Sebastian Striegel, MdL. Foto: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Sachsen-Anhalt

Der innen- und sportpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Sebastian Striegel, begrüßt den im Zuge der Haushaltberatungen gefassten Beschluss, 15.000 Euro für die Entwicklung des eSports im Landeshaushalt 2019 bereitzustellen.

„Der Landtag hat die wachsende Bedeutung des eSports anerkannt. eSport ist auch aus der sachsen-anhaltischen Sportlandschaft nicht mehr wegzudenken. Mit einem Beschluss, als Bundesland im nächsten Jahr 15.000 Euro zur Förderung von Veranstaltungen, Netzwerken und Trainingsstätten sowie zur Aufklärung über eSport auszugeben, ist Sachsen-Anhalt bundesweit Vorreiter. Bereits heute arbeiten Akteure des traditionellen Sport und des eSports im Land zusammen. Erinnert sei an den eSports-Landespokal in Sachsen-Anhalt, der durch den Fußballverband Sachsen-Anhalt ausgerichtet wird. Hier, wie in eigenen eSport-Abteilungen in den Vereinen, liegt die Zukunft. Wir Grüne zielen auf ein produktives Mit- und Nebeneinander von traditionellem Sport und eSport. Wir wollen die Professionalisierung der bestehenden und überzeugende Arbeit leistenden eSport-Vereine im Land fördern und damit aktiv begleiten. Die Verweigerung des Deutschen Olympischen Sportbundes, sich gestaltend in die Debatte um zukunftsfeste Sport- und eSportstrukturen einzubringen, bedauern wir. Wir sehen ein großes Potenzial für eSport im Land.“

CDU

Auch der finanzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Daniel Szarata, begrüßt den gefassten Beschluss. Dazu erklärt Daniel Szarata:

Der finanzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Daniel Szarata. Foto: CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt

„Bereits im Sommer haben wir mit einem Antrag im Landtag deutlich gemacht, dass wir es mit der Förderung des e-Sports in Sachsen-Anhalt ernst meinen. Wir wollen als Land Vorreiter in einer Sache sein, die sich, genau wie das Internet, nicht aufhalten lässt. Über kurz oder lang ist e-Sport aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.“ Mit den eingestellten 15.000 Euro soll es abseits der üblichen Sportförderung möglich werden, Aufklärung rund um das Thema e-Sports zu betreiben, um Akzeptanz für diese Art des Sports zu schaffen. „Wenn es uns gelingt e-Sports-Abteilungen in den Vereinen zu etablieren, kann das ein Schritt sein, neue und vor allem auch junge Vereinsmitglieder zu werben. Idealerweise üben diese dann neben dem e-Sport eine weitere Sportart in diesem Verein aus.“

Weiterhin sollen mit dem Geld Veranstaltungen, Netzwerke und Trainingsstätten gefördert werden. Nur so könne der verbreiteten Auffassung, dass e-Sports das einsame Spielen an einer Konsole ist, begegnet werden. Denn es sei mehr als das und das solle auch öffentlich gezeigt werden können.

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Jonas Walter

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
Jonas 'Syncerus' Walter ist seit 2010 im eSport-Journalismus aktiv. Nach Beteiligungen an diversen eSport Projekten im redaktionellen Bereich wie MaseTV, ESC Gaming oder Team Vertex ist Gaming-Grounds.de nun die erste eigene Konzeption.

Diese hat die Vision aktuell relevante Themen aus dem Gaming- und eSport-Bereich aufzugreifen und für Videospielbegeisterte an einem Ort zu konzentrieren.
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