Jetzt ist es offiziell: Microsofts Streaming-Dienst Mixer schließt seine Pforten. Das gaben die Verantwortlichen am heutigen Montagabend bekannt. Nach unseren Informationen werden die Verträge mit bestehenden Partnern wie etwa ‚Shroud‘ und ‚Ninja‘ ausgezahlt und aufgelöst. Das bedeutet, dass das Modell und die Taktik, große Streamer von anderen Plattformen wie etwa Twitch.tv, YouTube oder Facebook Gaming vertraglich exklusiv zu verpflichten, gescheitert ist.

Seit der Abwanderung der Talente war zu beobachten, dass die Streamer auf Mixer nur einen Bruchteil der Zuschauer erreichen, die sie zuvor auf anderen Plattformen vorweisen konnten. Der Erfolg der Partner und Streamer auf Mixer wäre, so das verantwortliche Team in der aktuellen Mitteilung, nicht entsprechend der geplanten Skalierung gewesen. Die Zeit, die es gebraucht hätte, um in die angestrebten Regionen expandieren zu können, habe außerhalb der Vorstellungen von Microsoft und Xbox gelegen.

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Facebook Gaming übernimmt

In Bezug darauf habe man beschlossen, sich mit Facebook Gaming zusammenzutun und den Streamern und den dahinter stehenden Communities einen unkomplizierten Übergang zu ermöglichen. Das Facebook Gaming Team soll dabei helfen, die Vision die Mixer hatte zu verwirklichen.

Dazu bieten die Kooperationspartner folgende Features und Angebote:

  • Mixer Partner werden auch auf Facebook Gaming automatisch den Partner-Status erhalten und bestehende Vereinbarungen so gut übernehmen wie es irgenwie möglich ist.
  • Mixer Partner werden noch heute eine Mitteilung erhalten, wie sie die entsprechende An- und Ummeldung durchführen können.
  • Streamer, die am „Open monetization“-Programm von Mixer teilgenommen haben werden für das Facebook Gaming Level Up Programm freigeschaltet.
  • Mixer Partner werden für alle Einnahmen im Juni doppelte Auszahlungen erhalten.
  • Zuschauer, die auf Mixer noch ausstehende Leistungen wie etwa langfristige Abonnements gezahlt haben, werden Xbox Geschenkkarten erhalten (nähere Infos in der offiziellen FAQ).
  • Mixer bleibt mit allen Funktionen noch bis zum 22. Juli 2020 bestehen. Dann schließen die Pforten endgültig.

Die Zukunft von Ninja, Shroud und Co.

Was heißt das für die großen Namen von Mixer? Insbesondere auf die zwei „Shooting-Stars“ der Streaming-Szene, die vor zirka einem halben Jahr von Twitch.tv auf Mixer wechselten, bezogen, ist das brennende Thema ein äußerst interessantes. Denn beide Streamer sollen die Möglichkeit bekommen haben (unbestätigt), mit allen anderen Streaming-Plattformen zu verhandeln.

Abseits von Facebook Gaming, YouTube und Twitch.tv selbst dürften allerdings keine Anbieter in Frage kommen. Die Frage nach der bevorstehenden Vorgehensweise der beiden Millionäre bleibt spannend: Ist die Rückkehr zu Twitch.tv eine logische Reaktion, um beim Marktführer ein riesiges Comeback mit unzähligen Zuschauern zu feiern? Oder lehnen sie sich ohne jeglichen finanziellen Druck zurück und warten auf das beste Angebot?

Als erste Reaktion auf die heutigen Ereignisse wurde bereits Bewegung auf dem Twitch.tv Kanal von Ninja entdeckt. Er fügte unter anderem bereits wieder seinen Donation-Button ein. Auch auf Twitter meldete sich der durch Fortnite bekannt gewordene Streamer nun zu Wort:

Sobald es dazu Neuigkeiten gibt, erfahrt ihr diese selbstverständlich auf Gaming-Grounds.de!

Mehr dazu:

Das Ende von Mixer: Ninja verteilt großzügige Spenden

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