Seit gestern Nacht ist es nun also soweit. In einem weltweit recht einheitlichen Rollout schaltete Bethesda offiziell zum Download frei – mancherorts war dies überraschenderweise schon etwas früher möglich. Seitdem kriechen viele Spieler aus dem Vault 76 hinein ins allseits beliebte Fallout-Universum. Doch was die Fans sehen, nachdem die Augen sich an das blendende Licht gewöhnt haben, weiß aktuell viele Kritiker noch nicht zu überzeugen. Dies spiegelt sich auch in etlichen negativen User Reviews auf der Bewertungsplattform metacritic wider. Am heutigen Donnerstagabend fährt das Spiel im Durchschnitt bei über 1200 Bewertungen gerade mal 3.2 von 10 möglichen Punkten ein.

Doch woran liegt das?

Während sich viele Spielezeitschriften mit eigenen Reviews vorerst etwas gedeckt halten, haben etliche Fans der Reihe ihr Urteil bereits gefällt. Vorschnell? Bei handelt es sich nicht um ein neues Single-Player Spiel, es ist also kein Fallout 5 – dies hatten sich viele wohl gewünscht. Vielmehr stellt sich als MMO (Massively Multiplayer Online Game) dar. Dies birgt Vor- und Nachteile zugleich. Mit der Entscheidung „online“ zu gehen, hält sich Entwickler Bethesda eine schnelle Tür für zusätzlichen Content offen – allerdings wirkt die Welt für einige Kritiker bislang noch sehr leer. Dies hängt vor allem mit einer weiteren Entscheidung des Entwicklers zusammen: Keine NPCs! Gerade diese sorgten allerdings in den Vorgängern bisher für die beliebte dichte Spielatmosphäre.

Auch optisch scheint sich nicht viel getan zu haben. Offensichtlich hat man hier mehr erwartet, die Technik ist ein häufiger Kritikpunkt: Grafisch nicht zeitgemäß und auch die Steuerung soll keine Freude bereiten und sei hakelig, so ist zu lesen. Angst habe man zudem, dass die Entscheidung sich als MMO verkaufen zu wollen, auch MMO-typische Probleme mit sich bringt: exzessives PvP, Cheater, pay2win etc.

Strahlend schön. Die Spielewelt von Fallout. Wäre da grafisch aber noch mehr drin gewesen? Quelle: Bethesda Softworks LLC

Und dann wären da noch die Bugs… Okay, das ist natürlich ein Thema für sich und betrifft unserer Erfahrung nach die meisten aktuellen Titel. Zeiten haben sich geändert, so auch die Spieler. Lieber jetzt und gleich und nicht lange auf’s Bugfixen warten – in der Beta-Phase bereits zocken: Natürlich! – Da sind dann auch die Entwicklungs-Phasen heutzutage sehr fließend. Ob Bethesda lieber noch ein wenig an hätte feilen müssen? Einige Kritiker sehen das so, wirkliche Gamebreaker-Bugs scheinen das Spielerlebnis allerdings noch nicht heimgesucht zu haben.

Gibt es Hoffnung?

Vermutlich zeigen die etlichen, gerade negativen, Bewertungen aktuell noch kein ganzheitliches Bild. Wir haben hier viele enttäuschte Fans der Serie, die einfach ein anderes Spiel erwartet haben. Weiterhin gibt es Berichte über Bugs – welcher   ist schon bugfrei (siehe oben)? Hier können Updates in Kürze zu einer deutlichen Verbesserung führen. Dies betrifft natürlich auch die Steuerung. Wenn Bethesda hier nachlegt, könnte dies das Ruder schon etwas rumreißen. Auch ein wenig Transparenz und eine Aussicht auf weiteren geplanten Content könnte besänftigend wirken.

Es gibt neben aller Kritik auch lichte Momente. So soll die wirklich große Spieltwelt ein tolles, neues Fallout-Erlebnis schaffen. Auch das Craften scheint ausgeklügelt und unterhaltsam. Letztlich haben wir hier ein Sandbox. Was die Spieler daraus machen, liegt auch ein wenig in ihrer Hand. Doch die viele Kritik kann dem Entwickler am Ende nur helfen, zu einem richtig großen Erlebnis werden zu lassen.

Offizieller Trailer:

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Alexander Panknin

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
1985 geboren. Mit Doom, Quake und SNES aufgewachsen. War selbst in der Indiegames-Szene aktiv und schreibt nun auf gaming-grounds.de über seine große Leidenschaft: Videospiele.
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