Es ist noch gar nicht lange her, da streifte ich durch die Weiten des Streamingdienstes Twitch. Letztendlich landete ich auf dem Kanal von ‚Shroud‘, der zu dem Zeitpunkt gerade „Escape from Tarkov“ spielte. Nach wenigen Minuten schwand allerdings mein Interesse an dem eigentlich Gameplay, denn ein mir völlig unbekanntes Teammitglied des Streamers erzählte, dass er an der Entwicklung mehrerer Spiele kleiner Studios beteiligt sei. Eines davon wäre ein mittelalterliches Survival-Game im Ritterepos, eräuterte es. Sofort spitzte ich meine Ohren und wurde hellhörig. Dieses Spiel klang interessant. Kurz darauf fiel der Name – „Project Renown“.

Obwohl ich sofort ein Fan der Idee war, dachte ich, dass ich dieses Spiel niemals spielen werde. Zu klein ist das Studio, zu unbedeutend wirkt dessen Arbeit und zu groß ist die Flut der Survival-Games. Ich weiß noch wie dachte, dass es nie fertiggestellt oder erfolgreich veröffentlicht werden würde. Nichtsdestotrotz speicherte ich mir die Videos, merkte mir die Kanäle des Studios und dachte, dass ich das ganze langfristig im Auge behalte und hoffe, dass es zukünftig doch groß rauskommt. Wenige Wochen später, ich glaubte nicht, dass ich in näherer Zukunft ein neues Survival-Game eines kleinen Studios in den Steamcharts trenden sehe, entstand plötzlich der Hype um Valheim – ein bis dato nahezu völlig unbekannter Titel, welcher von dem kleinen „Iron Gate Studio“ mit wenigen Mann entwickelt wurde und weiterhin wird. Bereits im Early Acces verkaufte sich das Spiel des schwedischen Studios mehr als vier Millionen Mal. Dies scheint mir Grund genug für die Annahme, dass es weiteren vergleichbaren Spielen des Survival-Genres, welche ein gutes und durchdachtes Konzept aufweisen, möglich ist, dass sie einen ähnlichen überraschenden Erfolg erzielen.

Und diese Annahme führt mich zu „Project Renown“. Wird dies das „nächste“ Valheim? Allein die Tatsache, dass die Wikinger-Thematik bei Valheim auf Zuspruch und Interesse traf, bestärkt das Gefühl, dass der Ritterepos von „Project Renown“ einen ähnlichen Beliebtheitsgrad erreichen könnte. Natürlich stellt sich jetzt die Frage, was „Project Renown“ einzigartig oder interessant macht. Was ist neu? Was ist anders? Warum sollte ich es mir kaufen?

Die ehrliche Antwort hierbei lautet: Um das Spiel beurteilen oder sogar eine Kaufempfehlung aussprechen zu können, ist es viel zu früh. Es befindet sich derzeit noch in einer sehr frühen Phase der Entwicklung. Es ist auch kein Zeitplan oder ein Release-Date bekannt. Alles was wir über das Spiel wissen ist rein theoretischer Natur. Wir können euch allerdings einen Überblick über das geben, was RBDK Productions, so nennt sich das australische Studio hinter dem Titel, veröffentlichte.

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Die vier Aspekte von „Renown“ – Kampf, Gebäudebau, Renommee und Raids

Project Renown, intern auch kurz „Renown“ genannt, gehört dem Player-vs-Player-Survival-Genre mit dem Fokus auf mittelalterlichem Nahkampf an. Es gibt vier Aspekte, welche die Grundpfeiler des Spielkonzepts sind. Diese lauten: Kampf, Gebäude bzw. der Gebäudebau, das Raiden sowie das namensgebende Renown-System. Jeder einzelne Aspekt findet auf der offiziellen Internetseite sein eigenes verschriftlichtes Konzept.

So gibt es beispielsweise bei der Spate „Gebäude“ die Einteilung in „Außenmauer“, „Dorf-Gebäude“ und den „Burgbau“ / Burg-Gebäude. Jene Aspekte beinhalten genau das, was der Name verspricht. Je nach Gebäudeart gibt es hier mehr oder weniger Freiheiten. Die Dorf-Gebäude bieten beispielsweise wenig Freiraum für Kreativität. Dies sind vorgefertigte Häuser, die platziert werden können. Sie sollen wohl für den Zugang zu Arbeiter- und Handwerkssystemen verwendet werden und dienen der Voraussicht nach als eine Art Werkbank. Wir gehen davon aus, dass es hier beispielsweise ein Gebäude zum Schmieden von Waffen geben wird.

Die Außenmauer soll schon mehr Freiheiten bieten. Sie umschließt die Basis von Spielern, wird die erste Verteidigungslinie sein und kann laut RBDK vom Spieler aufgerüstet und durch Upgrades aufgewertet werden. Zu diesen zählen nach aktuellem Plan der Entwickler Dinge wie Pfeilschlitze, Tore, Mörderlöcher, Öltöpfe und vieles mehr.

Die meisten Freiheiten soll es bei den Burg-Gebäuden geben. Diese Gebäude werden das Hauptwohnheim des Spielers sein und dienen zum Schutz seines Banners sowie als Respawn-Punkt. Der Spieler soll bei der Gestaltung der Burg-Gebäude die vollständige Kontroller über das Aussehen besitzen. Um diese Freiheit zu gewährleisten, so heißt es auf der Internetseite, wird die Burg in einem Rastersystem mit unterschiedlich großen Teilen gebaut. Zu diesen zählen Fundamente, Türöffnungen, Fenster und Mauern.

Offline-Raid-Schutz mit Einschränkungen

Das System des Raidens versucht Renown so zu gestalten, dass Spieler davon abgehalten werden ihre Gegner nur dann anzugreifen, wenn sie offline sind. Hierbei möchte RBDK allerdings vermeiden, dass man diese Option komplett verhindert. Hierzu wird es die Funktion „plündern“ geben. Diese Option soll es erlauben, dass Spieler einen Gegner unabhängig davon  angreifen können, ob er online oder offline ist. Dabei sei allerdings zu beachten, dass Spieler in wichtigen Bereichen des Schadens eingeschränkt sind. Die Außenmauer, Tore und Dorfbereiche einer Basis sollen beispielsweise nur in begrenztem Umfang beschädigt werden können. Die Balance bestehe darin, dass sie nicht zerstört werden können. Beschädigungen seien darauf begrenzt, dass sich Spieler Zugang verschaffen. Dorfstrukturen sind dann lediglich bis zur Reparatur unbrauchbar und müssen nicht neu errichtet werden.

Der zweite Abschnitt des Raidens ist die sogenannte „Belagerung“. Diese ist nicht ohne weiteres möglich, wenn der Besitzer einer Burg offline ist. Sollte ein Spieler die volle Kontrolle über das Banner eines Gegners sowie sein Land in Besitz nehmen wollen, dann muss der Feind eine bestimmte Anzahl von Spielern online haben. Selbiges soll für das vollständige Zerstören einer Burg gelten.

Sollte eine Gruppe die erforderliche Anzahl nicht online haben, muss der Angreifer zuerst den Krieg erklären. Um den Krieg zu erklären, muss mindestens ein Spieler der Gruppe, die Sie angreifen wollen, zum Zeitpunkt der Erklärung online sein. Die erklärende Gruppe muss eine Zeit festlegen, zu der der Krieg stattfinden soll. Die Mindestzeit, bevor der Krieg stattfinden kann, beträgt eine Stunde ab dem Zeitpunkt der Erklärung bis hin zu einem oder zwei Tagen. Sobald der Krieg beginnt, unabhängig davon, ob die verteidigende Gruppe online ist oder nicht, hat die angreifende Gruppe die volle Möglichkeit, ihr Banner zu zerstören oder die Kontrolle darüber zu übernehmen. Die soll zur Assimilierung dieses Königreichs in ihr eigenes führen. Zwei Gruppen, die sich im Krieg befinden, erhalten keinen negativen Ruf, wenn sie sich in dieser Zeit gegenseitig töten. Jeder hierbei gewonnene Ruf wird als ehrenhaft angesehen.

Ausgeklügeltes mittelalterliches Nahkampfsystem trifft auf Renommee

Das Nahkampfsystem, welches für „Renown“ geplant ist, klingt zumindest in der Theorie deutlich ausgeklügelter als beispielsweise bei der Genre-Konkurrenz ARK: Survival Evolved. Es soll unter anderem „Combo“-Angriffe und Finten ermöglichen. Außerdem ist geplant, dass mithilfe einer Modifikatortaste die Seite, auf der ein Angriff beginnt, gewechselt werden kann.

Die Angriffe in „Renown“ umfassen:

  • Primärer schräger Hieb – Umgekehrter schräger Hieb
  • Primärer Überkopf-Hieb – Umgekehrter Überkopf-Hieb
  • Primärer Stich – Umgekehrter Stich
  • Primärer Unterarm-Stich – Umgekehrter Unterarm-Stich

Abschließend wird es im Kampfsystem eine „Dragging“-Funktion geben. Indem der Spieler die Maus entlang der Linie eines bereits initiierten Angriffs bewegt, soll er den Angriff je nach Richtung beschleunigen oder verlangsamen können. Diese Mechanik diene dem Zweck Gegner dazu zu bringen, dass sie zu früh oder zu spät blocken, wodurch dessen Block entweder abfällt, bevor der Angriff landet, oder der Schlag den Gegner trifft, ehe er einen Block ausführt.

Skins und Titel als Belohnung für Ehre

Den letzten und wichtigsten Aspekt der vier genannten Grundpfeiler stellt das Renommee in Form des Renown-Systems, welches dem Projekt seinen Namen gibt, dar. Das Renown-System versucht, so heißt es seitens RDBK, die mittelalterliche Ehre zu replizieren. Die Spieler können diese sammeln. Hierbei werden bestimmte Statistiken durch Spieleraktionen (Kampffähigkeiten, Bauen, Farmen), Heldentaten und Gruppenaktivitäten (Eroberungen, Landbesitz, Gruppenbeteiligung) erfasst. Diese Statistiken verwendet das Spiel, um die Gesamtposition eines Spielers oder einer Gruppe in verschiedenen Elementen des Gameplays darzustellen. Besagte Elemente lauten Kampf, Bau und Farming. Die genannten Statistiken selbst sollen anschließend allen Spielern auf mehrere, eindeutige Arten präsentiert werden. Dies könnte durch die Anzeige einer Top-Auswahl an Spielern auf dem Hauptmarkt in der Form von platzierten Clan-Logos und Plakatwänden geschehen, auf denen die besten Leistungen der Gruppen oder Einzelpersonen angezeigt werden. Weiter heißt es auf der Internetseite, dass Spieler immer Zugang zu einem Renommee-Bildschirm in der Benutzeroberfläche haben. Dieser wird die Spieler mit Informationen über ihre eigene Position und die der anderen versorgen.

Eine weitere Option für das Renommeesystem soll ein Fortschrittssystem sein, das auf den moralischen Aktivitäten des Spielers basiert. Bestimmte Aktionen innerhalb des Spiels würden als ehrenhaft oder nicht ehrenhaft bezeichnet werden. Zum Beispiel sollen Spieler die Möglichkeit haben, andere Spieler vor einem Kampf herauszufordern. Dies stelle laut RDBK einen Gegensatz zu einem Hinterhalt oder einer Überraschung dar. Wenn der Spieler den herausgeforderten Kampf gewinnt, erhält er mehr „ehrenhaftes Ansehen“ als er es sonst hätte. Basierend auf diesem System der moralisch / ehrenhaft gesteuerten Interaktion, können die Spieler dann entweder eine moralische oder amoralische Auswahl an kosmetischer Ausrüstung verdienen. Hierzu zählen neben Titeln auch andere kosmetischen Effekte. Als Beispiel nennt das Studio, dass bestimmte Skins nur für „amoralische“ Spieler reserviert würden, während gewisse Gegenstände nur für ehrenhafte Spieler seien. Als weieres ähnliches Beispiels nennen die Entwickler Spielertitel wie Graf, Kaiser ect.

Abgesehen davon soll das Renommeesystem in keiner Weise die Fähigkeit des Spielers verändern oder behindern, das zu tun, was er tun möchte. Es ist soll nur als ein Tracker fungieren, um dem Open-World-Spiel einen kompetitiven Sinn hinzuzufügen. Dieser besagte Sinn ist letztendlich das Renommee. Ebenso soll es die Verbundenheit des Spielers mit seinem Charakter, seiner Gruppe und dem Spiel als Ganzes verstärken.

Project Renown Cinematic Teaser

Dieses Video zeigt cineastische Szenen des Spiels Project Renown.

Project Renown Einführungsvideo

Dies ist ein Einführungsvideo zu dem Entwicklungsfortschritt von Project Renown.