So, nun ist sie also gelaufen, die Intellivision Amico Show auf der diesjährigen E3. Sicherlich könnte man überrascht sein, dass ein solches Nischenprojekt einen Platz auf der E3 bekommt, auf der ansonsten angesagte und spannende neue Projekte vorgestellt werden. Wir haben unseren Unmut über dieses Projekt in der Vergangenheit ja schon mehrfach kundgetan. Das ist auch der Grund, warum wir die kommende Spielekonsole nicht noch mal komplett im Detail vorstellen werden. Es sei verwiesen auf die bisherigen Artikel. Diese beinhalten bereits alle Bedenken, fassen die kritischen Punkte zusammen und erklären, warum man von der Intellivision Amico Konsole vielleicht lieber die Finger lassen sollte. Die Präsentation festigte unsere Meinung zu dieser Konsole definitiv.

Intellivision Amico: Die wohl unnötigste Mini-Konsole der Welt

Intellivision Amico: Noch mehr unglaubliche Details zum kuriosen Konsolen-Launch

Ganz unkommentiert möchten wir die Präsentation auf der E3 allerdings nicht lassen. Der neu ernannte „Intellivision“ CEO und President Tommy Tallarico nutzt die knapp 10-minütige Sendezeit, um die Zuschauer von den vermeintlichen Vorzügen der Konsole zu überzeugen. Zuerst erklärt er, wie es zu seinem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde gekommen ist (er hat an vielen Spielen gearbeitet), als Beweis schmückt er sich mit alten Lorbeeren. Er erwähnt seine Mitarbeit an Guitar Hero, Disney’s Aladdin, Earthworm Jim, Tony Hawk’s Pro Skater, Oddworld: Abe’s Oddysee und viele, viele mehr. Und außerdem sei er der Typ, der für den „Oof“-Sound aus Roblox verantwortlich ist (das nervige Todesgeräusch). Seine Mitarbeit reicht von grafischen Tätigkeiten bis hin zu Soundtrack und Musik oder schlicht „Special Thanks“. Nach der kurzen Vorstellungsrunde wird es dann aber ernst.

Diese Spiele!

Im Video erklärt uns Tallarico erneut, wie toll es doch sei, zusammen Couch-Koop zu spielen, welche großartigen Spiele die Intellivision Amico doch bieten würde und blendet ein paar Videoszenen ein, die die Konsole zeigen, wie sie LED-beleuchtet blinkt, wie fabelhaft sich doch die Spiele über die 64-stufige Drehscheibe steuern lässt und und und. Würde man die Präsentation nur hören, könnte sie vielleicht ein gutes Gefühl hinterlassen. Angesichts des horrenden Kaufpreises schocken dann aber die gezeigten exklusiven Spiele. Normalerweise dürften sich solche Titel eher in den App-Stores dieser Welt für wenige Cent wiederfinden.

Die Sammlung an Retro-Kopien und simplen Party-Mini-Games vermag uns jedenfalls nicht zu überzeugen. Während mit wohligen Videosequenzen glücklicher Familien versucht wird ein tolles Feeling zu übermitteln, wächst bei uns nach wie vor der Eindruck, dass es dieses Produkt mehr auf unseren Geldbeutel als auf unseren Spielspaß abgesehen hat. Ein wenig zu viel bekannte und schmissige Namen, blühende Schlagworte und saftige Spielepreise lassen bei uns auf jeden Fall die Alarmglocken läuten. Wer eine Konsole für die ganze Familie sucht, der sollte sich lieber woanders umschauen, denn offensichtlich haben nicht alle anderen Unternehmen vergessen, dass gemeinsames Videospielen Spaß machen kann – so wie man uns hier suggerieren möchte – es gibt doch noch ein paar Alternativen, zum Beispiel aus dem Hause Sony, Microsoft und Nintendo, die definitiv mehr fürs Geld bieten.

Intellivision Amico Präsentation auf der E3