Riot Games trifft mit den eigenen Projekten derzeit fast immer genau ins Schwarze. Egal, welches Spiel oder welche Produktion – im Fall der neuen Animationsserie Arcane auf Netflix – veröffentlicht wird, die Qualität sowie das Feedback der Community sind unfassbar gut. Seit Jahren dominiert Riot Games das noch relativ junge MOBA Genre mit Platzhirsch League of Legends. Seit einigen Jahren kommen immer weitere Titel hinzu, die in ihren jeweiligen Bereichen mindestens für ein großes Ausrufungszeichen sorgen.

Egal ob wir über den äußerst kompetitiven First-Person-Shooter VALORANT reden, der im Dezember 2021 die erste große eigene Weltmeisterschaft (VALORANT Champions 2021) bekommt, oder über den wohl bekanntesten und beliebtesten Auto Battle Titel überhaupt – Teamfight Tactics. Dort startete vor kurzer Zeit das sechste Set, welches sowohl bei den Spielenden super ankommt, aber auch so viele Zuschauer über Streaming-Plattformen anzieht wie nie zuvor. Hinzu kommt außerdem das Deck-Building Kartenspiel Legends of Runeterra, die League of Legends Mobile Variante Wild Rift sowie nicht zuletzt auch weitere Titel von Third-Party-Entwicklern, die über Riot Forge veröffentlicht werden.

Die Qualität dieses mittlerweile wirklich umfangreichen Portfolios ist so gut, dass Riot Games bei vielen Spielenden mittlerweile einen so großen Vertrauensvorschuss besitzt, wie es einst vielleicht mal bei Blizzard der Fall gewesen ist. Hier sprechen wir selbstverständlich vor der Zeit von Warcraft III Reforged, Diablo Immortal und Co.

Project L – Fighting Game: Das nächste große Erfolgsprojekt?

Diesen Vertrauensvorschuss will Riot Games natürlich auch nutzen und weiterhin neue Spiele auf Top-Niveau präsentieren. Das nächste große Spiel, welches Riot Games aller Voraussicht nach enthüllen wird, ist das bislang noch unter dem Codename „Project L“ bekannte Fighting Game. Auch ein nicht näher vorgestelltes Action-RPG (Project F) befindet sich in der Entstehung. Während wir dort allerdings noch mit Spannung auf Neuigkeiten warten, gibt es zu Project L tatsächlich etwas zu berichten.

Erstmals enthüllt wurden die Pläne eines eigenen Riot Games Fighting Games 2019 im Rahmen des zehnjährigen League of Legends Jubiläums. Dort präsentierte man gleich sechs neue Projekte, von denen einige mittlerweile erschienen sind. Die beiden soeben angesprochenen jedoch lassen noch auf sich warten. Die folgenden Neuigkeiten rund um Project L stammen von Senior Director und Executive Producer des Spiels, Tom Cannon. Er leitet die Entwicklung gemeinsam mit seinem Bruder Tony. Die beiden sind zudem die Gründer der EVO Championship Series und des Rollback Netcode Programms GGPO.

Bei Project L, welches noch immer keinen ‚richtigen‘ Namen bekommen hat, handelt es sich um ein 2D-Fighting-Game im League of Legends Universum Runeterra. Auch dort werden wir also zahlreichen Charakteren begegnen (und diese steuern), die wir unter anderem bereits aus dem MOBA, aus TFT oder auch Arcane kennen. Gezeigt wurden unter anderem bereits Katarina, Jinx, Dariusz und auch Ahri. Im neuen Trailer ist zudem auch Ekko zu sehen, der in Verbindung mit den zuvor Genannten in neuem Gameplay vorgestellt wird.

Die Entwicklung – Nicht so weit wie anzunehmen?

Seit dem kurzen Teaser im Jahr 2019 ist eine Menge passiert. Das Spiel befinde sich derzeit trotzdem immer noch in der F&E-Phase, in der man Optionen austeste und den Spielspaß maximiere. Man sei bereits an einem Punkt angekommen, in der diese Arbeit Früchte trägt und die Beteiligten ziemlich begeistert vom bisherigen Ergebnis sind. Im Hinblick auf die Undercity Nights, die bei Riot Games gefeiert werden, sei es an der Zeit, die wartende Community auf den neusten Stand zu bringen.

Der im Rahmen der Feierlichkeiten gezeigte Ausschnitt sei aber, so stellt es Cannon klar, noch immer ein sogenannter „Vertical Slice“, ein „vertikaler Ausschnitt“, der zeigen soll, wie das Spiel am Ende aussehen soll. Fertig ist des deshalb aber noch lange nicht. Solche Clips und Szenen werden produziert, weit bevor die Entwicklung aller Inhalte, wie beispielsweise weiterer Charaktere oder Stages, abgeschlossen ist.

Riot Games habe in der Entwicklung von Project L noch jede Menge Arbeit vor sich und werde das Spiel deshalb weder 2021 noch 2022 veröffentlicht, lassen uns die Entscheidungsträger wissen. Dies mag für wartende Fans durchaus enttäuschend klingen, wird sich aber mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit am Ende wieder mehr als bezahlt machen. Das Ziel sei es, ein Fighting Game zu schaffen, in welches die FGC (Fighting Games Community) viel investieren  und es über Jahre oder sogar Jahrzehnte spielen kann. Genau deshalb wolle man in Bezug auf die Veröffentlichung nichts überstürzen. „It’s done when it’s done“ ist ein Slogan, den wir in der Vergangenheit von einem ehemals sehr geschätzten Entwicklerstudio kannten.

Tag-Team und weitere Core-Elemente

Die Project L News beziehen sich jedoch nicht nur auf das Rahmengerüst und die Organisation rund um das Riot Games Fighting Game. Auch über Core Features und weitere Inhalte sprechen die Entwickler. Demnach werde Project L auf einen Tag-Team-Stil setzen und euch „on the fly“ zwischen zwei Champions wechseln lassen, um eure taktischen Möglichkeiten zu maximieren und den eigenen Spielstil ausleben zu können.

In Bezug auf die Steuerung nimmt man sich ebenfalls einem bekannten Konzept an. Das Motto „easy to learn, hard to master“ findet ein weiteres Mal Anwendung. Auch Steuerungselemente finden sich im unten eingefügten, neuen Video zu Project L. Wie schon in VALORANT in Bezug auf die First-Person-Shooter, will Riot Games auch hier den allerbesten Netcode zur Verfügung stellen, der in einem Fighting Game zu finden sein kann. Als Basis dafür soll Rollback dienen, allerdings um Systeme wie RiotDirect ergänzt werden, um unter anderem den Ping zu minimieren. RiotDirect kommt bereits jetzt in VALORANT als auch League of Legends zum Einsatz.

Wann können wir spielen?

Das alles klingt bereits sehr vielversprechend und könnte eine neue Zeit für die Fighting Games einläuten. Doch wann wir Project L endlich in die Finger bekommen, ist noch nicht so ganz klar. Riot Games sei mit den Core-Features zwar bereits fast fertig, doch fehlen noch etliche andere  Inhalte. Während Core-Gameplay, Steuerung und Art-Design bereits so gut wie abgeschlossen seien, fehlen noch eine ganze Reihe an Champions, Stages, Menüs, UI, Ranglisten-Feature und mehr. Für all diese Aufgaben werden derzeit sogar noch aktiv neue Mitarbeitende gesucht, die das Team verstärken und bei der Bewältigung helfen.

All das gibt wenig Hoffnung darauf, dass das eingangs ausgeschlossene Zeitfenster (2021-2022) doch noch in Erwägung gezogen wird. In der zweiten Jahreshälfte 2022 wolle man sich erneut mit einem Update bei der Community melden. Wir sind gespannt, wie es mit Project L weitergeht.

Sollte Riot Games an die Qualität der bisherigen Veröffentlichung im eigenen Portfolio anknüpfen können, erwartet uns ein Next-Level-Fighting-Game. Wenn auch erst 2023.

Project L – RiotX Arcane: Epilogue | The Right Foundation

Dass Project L auf dem richtigen Fundament steht, zeigt euch das neue Entwicklervideo inklusive neuem Gameplay, Steuerung, Charakterdesign, Mechaniken und mehr: