Mit Resident Evil Village kam am 7. Mai der achte Teil der beliebten Horror-Serie von Capcom heraus. Nachdem der siebte Teil mit seiner Egoperspektive und seinen starken Psychoterror-Elementen für frischen Wind in der Serie gesorgt hatte, soll Village nun an den Erfolg anknüpfen. Es setzt die Geschehnisse von Resident Evil 7 Biohazard fort, die Spieler übernehmen erneut die Rolle von Ethan Winters. Dieses Mal macht er sich auf, um seine Tochter Rose aus den Fängen des Bösen zu retten.

Wir haben uns den neuen Teil für euch ausgiebig angeschaut und durchgespielt. Solltet ihr euch noch nicht sicher sein, ob Resident Evil Village etwas für euch ist, erfahrt ihr es hier in unserem Spieletest. Bei uns lief Village auf der PlayStation.

Resident Evil Village – Übersicht

RESI8 Trailer:

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Wie der Rest der Serie präsentiert sich auch RESI8 als ein klassisches Horror-Adventure und bietet eine Mischung aus Rätsel, Survival gepaart mit reichlich Action. Die Spieler treten als Ethan Winters an, welcher nach den Ereignissen des 7. Teils, der im Hinterland von Louisiana spielte, mit seiner Ehefrau Mia zwischenzeitlich nach Europa übergesiedelt ist, um den Schrecken hinter sich zu lassen. Wenige Jahre nachdem die beiden Protagonisten aus den Fängen der kannibalistischen Baker-Familie entkommen sind, scheint die Welt wieder etwas an Normalität zurückgewonnen zu haben. Ethan und Mia haben ein Baby bekommen, die kleine Rose.

resi8 village rose
Putzig, die kleine Rosemary „Rose“ Winters.

Die ersten Szenen von Village zeigen das gemeinsame Familienidyll, Mama Mia liest der kleinen Rose eine Kindergeschichte vor, die als fabelhaft inszenierter Animationsfilm gezeigt wird. Der gruselige Charakter der Geschichte mag besser passen, als man am Anfang glauben mag. Es dauert nur wenige Spielminuten, bis die Stimmung komplett umschlägt und wir uns als Ethan in einem verschneiten Gebirge irgendwo in Europa wiederfinden. Jemand hat Rose entführt, zu allem Überfluss wird das Dorf, in dem Ethan gestrandet ist, von ziemlich garstigen Wesen heimgesucht. Es beginnt ein harter Kampf ums Überleben.

Viel mehr wollen wir bezüglich der Story eigentlich gar nicht verraten, es sei allerdings erwähnt, dass die Haupthandlung in Abschnitte unterteilt ist, die mit verschiedenen Begegnungen zu tun haben. Diese Schlüsselcharaktere sind mit dem Schicksal Ethans eng verflochten. Eine dieser ikonischen Figuren ist natürlich die Gräfin Alcina Dimitrescu, die wir als Lady Dimitrescu bereits aus den Resident Evil Village Trailern kennen. Zusammen mit ihren Töchtern bewohnt sie das Schloss, an dessen Fuße das Dorf liegt, um das sich das Spiel kreist.

resi8 village das dorf
Stimmungsvoll ist die Silhouette von Schloss Dimitrescu am Horizont zu erkennen.

Gute Sogwirkung, sinnvolle Neuerungen

So abrupt, wie man zusammen mit Ethan ins Geschehen geschubst wird, so fesselnd ist es auch. Capcom schafft es mit dem neuen Resident Evil Teil den Spieler gut im Fluss zu behalten. So stolpert man in einem gesunden Wechsel von gehetzten Actionsequenzen in entspanntere Rätsel- und Erkundungsmomente, um dann wieder gepackt und weitergezerrt zu werden.

Village ist dabei sehr linear aufgebaut und erlaubt innerhalb der Geschichte wenig Auswahlmöglichkeiten, die Geschehnisse sind strikt durchgescriptet. Da ist es sehr willkommen, dass das Spiel ein paar neue Mechaniken verpasst bekommen hat. Das Inventar ist zum Beispiel nun deutlich freundlicher gestaltet, zwar müsst ihr immer noch auf die Größe der Gegenstände achten, erweitert ihr allerdings den Platz im Laufe des Spiels, sollte es hier nicht zu schnell knapp werden. Das Crafting-System wurde etwas aufgebohrt, die dafür notwendigen Rohstoffe sind nun gesondert aufgeführt und verbrauchen keinen Platz mehr. Das ist ein wirklicher Zugewinn und gilt auch für die zu findenden Schätze, welche für Lei verkauft werden können (der Währung in RESI8).

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Geld braucht ihr vor allem, wenn ihr auf den Duke trefft, einen leicht übergewichtigen Händler, der an verschiedenen Orten im Spiel auftaucht. Ihr bekommt bei ihm Ausrüstung, neue Waffen, könnt Schätze verkaufen, Waffen verbessern oder euch ein leckeres Essen kochen lassen (die Zutaten müsst ihr selbst besorgen).

Jede Waffe besitzt verschiedene Werte, die ihr nach und nach verbessern könnt. Zusätzlich gibt es Waffenmodifikationen, mit denen die Schießeisen ebenfalls weiter ausgebaut werden können. Diese werden im Spielverlauf freigeschaltet. Es gibt natürlich nicht unendlich Nachschub an Munition und Co. – der Vorrat pro Händlerstation ist begrenzt. Das sorgt für eine gute Balance, denn der Munitionsmangel gehört zu einem wichtigen Spielelement.

Mit den verschiedenen Gerichten, die euch der Duke kochen kann, könnt ihr eure Charaktereigenschaften verbessern: mehr Gesundheit, besserer Block, etc. – die Zutaten für die Rezepte findet ihr in Form von Tieren, die an bestimmten Plätzen in der Spielwelt auftauchen (ebenfalls limitiert). Es gibt Huhn, Fisch und Wild.

resi8 village das dorf jagd
Man hätte es auf den ersten Blick auch für einen Gegner halten können…

Spielfortschritt und Kartografie

Das Spiel ist in verschiedene nachvollziehbare Häppchen eingeteilt. Diese Story-Segmente sind recht gut zu erkennen und der Spieler hat so einen Überblick, wo er sich gerade in etwa befindet. Damit auch die Orientierung in der Spielwelt stimmt, gibt es die Karte. Diese zeigt das Dorf und die Umgebung, sobald ihr neue Orte erkundet habt.

Die Karte zeigt allerdings nicht nur die Beschaffenheit der Umgebung, ihr findet darauf auch verschlossene Türen (welche Schlüssel ihr dafür braucht), Schatztruhen, Brunnen und weitere Informationen verzeichnet. Besonders praktisch ist auch die farbliche Markierung, wenn ihr einen neuen Raum betretet. Rot bedeutet, dass ihr noch Dinge finden könnt, sobald der Raum blau erscheint, wisst ihr, dass ihr alle Gegenstände abgegriffen habt. Letztere finden sich beispielsweise in Schubladen oder liegen offen herum.

Gegner und Bosse

Die neuen Mechaniken lassen es bereits vermuten: In Resident Evil 8 wird mehr gekämpft als im Vorgänger. Über die Schnellwahltasten (Steuerkreuz) lassen sich Waffen fix wechseln, manchmal geht das schneller als ein langwieriges Nachladen. Außerdem kann Ethan Angriffe nun blocken. Das erweitert die Dynamik der Kämpfe ungemein. Klaustrophobie ist in Resident Evil ein steter Begleiter, gepaart mit der Knappheit an Munition gibt es reichlich Passagen, in denen man sich rückwärts bewegt und versucht, die Gegner in Schach zu halten. Dort ist die neue Verteidigung ein willkommener Begleiter. Später wird sie auch zu einer wichtigen Mechanik, wenn es um größere Gegner geht.

Allgemein ist die Vielfalt an verschiedenen Unholden, die sich euch in den Weg stellen, deutlich größer als im Vorgänger. Wir finden eine Vielzahl humanoider Gestalten: langsam schlurfende Zombie-artige, schnell hüpfende Werwolf-artige, plötzlich erscheinende Geister-artige oder einfach nur Abartige.  Hinzu kommen natürlich die illustren Bosse. Über diese wollen wir gar nicht zu viel sprechen, aber sie sind wirklich ein Highlight in Village. In der Regel braucht ihr eine gewisse Strategie, um die großen Gegner zu bezwingen. Vor allem solltet ihr aber starke Nerven und Durchhaltevermögen mitbringen – die Kämpfe sind teilweise recht lang und auch einfache Gegner halten viel aus. Bei den Bosskämpfen geht es darum, aus dem letzten Rest noch ein wenig Angriffsstärke herauszuholen. Ihr werdet also im Kampf Ressourcen sammeln und Munition craften, während ihr ausweicht und den Gegner im Auge behaltet.

Atmosphäre und Stimmung

resi8 village das dorf story
Das Dorf hält so einige Überraschungen für uns parat.

Wie es sich für ein Horrorspiel gehört, werdet ihr auch in Resident Evil 8 viele sehr beklemmende oder gar verstörende Orte passieren. Während das Schloss Dimitrescu sicherlich noch eine der ansehnlichsten Kulissen darstellt und zusammen mit seinen Bewohnern eine herrliche Vampireske zaubert, kriecht ihr auch durch dunkle Höhlen, schlabbrige Sümpfe und blutige Todesgruben.

Die Düsternis und überhaupt das ganze bedrückende Setting sind in RESI8 hervorragend umgesetzt. Auch wenn es oft genug sehr dunkel ist, die Entwickler schaffen es trotzdem, eine gute Balance zu schaffen. So gibt es neben zahlreichen Dungeons auch beinahe pittoreske Panoramen. Ein Kontrast ähnlich wie bei unserer Lady Dimitrescu: garstig, aber doch ein Hingucker.

Untermalt wird dieses düstere Gemälde von einer extrem wirksamen Klangatmosphäre. Auch an eigentlich ungefährlichen Orten sorgen klappernde Türen, knarzende Holzdielen und andere Geräusche dafür, dass ihr euch einfach nicht heimisch fühlen wollt. Ein kleines Beispiel ist der unruhige Duke. Während ihr gerade friedlich durch seine Speisekarte blättert, poltert er plötzlich los – der Schreck ist vorprogrammiert. Der Ton lässt euch tief ins Spiel einsinken und versorgt euch mit einer schaurigen Stimmung. So gehört es sich für ein ordentliches Horrospiel.

Die Synchronisation ist übrigens auch sehr gut, was wir hier gerne erwähnen wollen – man hat nicht das peinlich berührte Bedürfnis, sofort auf den Originalton zu schalten.

Fazit – Ein mörderischer Dorfbesuch

Uns hat Resident Evil Village von Anfang bis Ende gefesselt. Die erwähnte Sogwirkung lässt die circa 10 bis 12 Stunden Spielzeit über nicht nach. Ungefähr drei Viertel des Spiels lassen sich sehr (un)angenehm nach und nach durchspielen. Zum Ende hin nimmt RESI8 allerdings extrem Fahrt auf, wird sehr actionlastig und gibt Vollgas. Das könnten manche Spieler als etwas gehetzt wahrnehmen. Allerdings ist man ab einem gewissen Punkt vielleicht auch froh, wenn man den ersten Durchlauf geschafft hat. Hier sei auch auf den Schwierigkeitsgrad hingewiesen, in der normalen Einstellung erschien uns Ethan etwas sehr langlebig, erfahrene Spieler dürfen hier ruhig etwas nach oben justieren, wenn sie das erste Mal ins Abenteuer starten.

Das Spiel bietet, wie man es von der Serie gewohnt ist, ein paar interessante Mechaniken, die euch das Wiederspielen versüßen sollen. So könnt ihr im Söldner-Modus verschiedene Herausforderungen meistern, Dinge freischalten, etc. Wir betrachten hier aber vor allem die Einzelspielerkampagne. Diese hat uns definitiv bei Laune gehalten und ist sehr unterhaltsam. Nachdem der siebte Teil sich etwas von der bisherigen Serie abzusetzen schien, versucht RESI8 zum Ende hin an die bisherige Geschichte der Serie anzuknüpfen – denkbar, dass das nicht jedem eingefleischten Fan schmeckt. Losgelöst betrachtet, bekommen wir hier aber eine spannende Horrorgeschichte präsentiert, die zwar mehr auf Action als auf den Psycho-Terror des Vorgängers setzt, aber dennoch unterhalten kann. Damit ist das Spiel vor allem auch für Spieler geeignet, die mit den schockierenden Horrorelementen des Vorgängers nicht so gut klarkamen – ein Blatt vor den Mund nimmt Village allerdings auch nicht.

Wir können Resident Evil Village empfehlen, Fans werden sich über die neuen Mechaniken freuen und auch neue Spieler bekommen einen zugänglichen Horrortitel. Mit einem leicht anders gesetzten Fokus pendelt sich das Spiel etwa auf dem Niveau des Vorgängers ein. Etwas schade ist das Fehlen eines VR-Modus. Wir können nur hoffen, dass dieser vielleicht noch nachgereicht wird. Immerhin hat dies beim Vorgänger hervorragend funktioniert.

Nach der großen Marketing-Kampagne hätten wir uns vielleicht auch noch ein bisschen mehr von Lady Dimitrescu erhofft, aber wer weiß, womit uns Capcom als nächstes überrascht – wir sind schon sehr gespannt!

Wertung

Pro
fesselnder Spielablauf
mitreißende Atmosphäre
großartige Charaktere
Kontra
sehr linear
zum Ende etwas gehetzt
Story-Entwicklung dürfte nicht jedem Fan gefallen
4.3

Resident Evil Village kaufen:

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  • Neue Feinde und bekannte Gesichter – In der Rolle von Ethan Winters begegnen Spieler einer Vielzahl neuer Gegner, die das rätselhafte Dorf bewohnen, und erleben jeden Nahkampf und jede schreckliche Verfolgungsjagd aus der Ego-Perspektive. Chris Redfield, ein legendärer Held der Resident Evil-Serie, scheint bei seinem Auftritt in Resident Evil Village finstere Motive zu haben, wird Ethan dem Albtraum entkommen?
  • Ein lebendiges Dorf – Das Dorf ist mehr als nur eine mysteriöse Kulisse für die spannenden Ereignisse des Spiels. Vielmehr ist es ein eigenständiger Charakter mit eigenen Geheimnissen, die Ethan aufdecken und denen er entkommen muss und macht den achten Teil der Serie zum Survival-Horror-Erlebnis der Extraklasse. Dank der der RE Engine im Zusammenspiel mit der Leistungsfähigkeit der neuen Konsolengeneration erscheint das Dorf und seine Umgebung grafisch in bisher nie gesehenem Detailreichtum.
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