Eine turbulente Ankündigung hat am gestrigen Abend die gesamte Rocket League Community in Aufruhr versetzt. Der Entwickler und Publisher des beliebten Auto-Fußball-Mixes wurde von Fortnite Entwickler Epic Games gekauft (wir berichteten). Dieses Studio sorgte in der näheren Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen und Diskussionsstoff.

Hintergrund

Neben dem Kauf vieler (Exklusiv-)rechte für beliebte und heiß ersehnte Titel wie beispielsweise Borderlands 3, Anno 1800 oder Metro Exodus für den hauseigenen Epic Store beziehungsweise Epic Games Launcher, der ein Konkurrenzangebot zur größten Vertriebsplattform für Videospiele Steam von Valve darstellen soll, machte das Unternehmen Epic mit zweifelhaften Datenerfassungen und extrem großen Preispools für Fortnite eSport Turniere auf sich aufmerksam. So bietet die laufenden Fortnite Weltmeisterschaft inklusive ihrer Qualifikationsturniere 40 Millionen US Dollar Preisgeld. Der Schritt des Erwerbs eines kompletten Entwicklers scheint nun fast folgerichtig.

Dass es nun ausgerechnet den Rocket League Entwickler Psyonix „getroffen“ hat, sorgt nun aus verschiedenen Gründen für eine Menge Aufregung. Das Spiel, welches ebenfalls große eSport Ambitionen verfolgt, ist schon seit Jahren auf Steam – also der direkten Konkurrenzplattform zum Epic Store – etabliert. Viele Fans sorgen sich um den Verbleib des Spiels auf der Plattform, der Nutzung von Steam Workshop Angeboten und einen möglichen Verkaufsstopp. Diese Sorgen nahm auch Psyonix einige Stunden nach der Ankündigung des Verkaufs wahr und versuchte die Community zu beschwichtigen – mit mäßigem Erfolg.

„Hi all! We wanted to clarify something for you after today’s news: Rocket League is and remains available on Steam. Anyone who owns Rocket League through Steam can still play it and can look forward to continued support. Thanks!“

Mehr Verwirrung als vorher

So lautet das Original Statement auf der offiziellen Rocket League Facebookseite. Damit stellen die Entwickler allerdings weniger klar, als eventuell gewollt. Zwar dürfen Besitzer des Spiels „aufatmen“, sie können das Spiel weiterhin auf Steam nutzen und erhalten weiterhin Support von den Entwicklern, jedoch bleibt völlig offen, ob das Spiel weiterhin auf Steam zum Kauf angeboten wird, neue Veröffentlichungen von DLCs und anderen Inhalten für Steam-Nutzer zur Verfügung stehen werden und was mit Workshop Inhalten passiert, sollte man das Spiel im Epic Store spielen.

Auch was das Zusammenspiel angeht, äußerte sich Psyonix bislang nicht. Eine Möglichkeit dieses Problem zu lösen, könnte die relativ neu eingeführte RocketID bieten. Weiterhin ist fraglich, was mit dem beliebten „Trading“, also dem Handeln der spielinternen kosmetischen Gegenstände für die Battle Cars passiert.

Auch Rocket League ist nun vom Review Bombing betroffen. Quelle: Steam/Valve

Die Fans jedenfalls sind besorgt um die Zukunft. Auf Steam hat bereits das sogenannte „Review Bombing“ eingesetzt, welches bereits in der Vergangenheit für Diskussionen gesorgt hatte. Spieler bewerten das Spiel negativ, um ihren Ärger öffentlich zu zeigen. Im Fall von anderen Titeln hatte Steam bereits angekündigt, gegen diese Art von Kritik vorgehen und gegebenenfalls die Bewertungen löschen zu wollen.

Weitere Informationen zu den vertraglichen Details zwischen Psyonix und Epic Games seien indes noch auszuhandeln. Ein Ergebnis sei laut Aussage des Rocket League Entwicklers Ende Mai bis Anfang Juni zu rechnen.

Über Rocket League

Autos und Fußball? Eine Komination die eigentlich gar nicht schlecht werden kann. Nach diesem Motto hat Entwickler Psyonix einen Titel geschaffen, der das Motto „Easy to learn, hard to master“ zu 100 Prozent verinnerlicht hat. Als Nachfolger des Spiels „Supersonic Acrobatic Rocket-Powered Battle-Cars“ (SARPBC), dem wohl längsten Spieletitel der Welt, hat es Rocket League in die Herzen der eSport Fans geschafft.

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