Am vergangenen Dienstagabend ist der League of Legends Auto Chess Modus „Teamfight Tactics“ auf dem Testserver, auch PBE genannt, freigeschaltet worden. Viele Fans hatten auf die erste Auto Chess Version in einem anderen Universum gewartet. Doch wie groß der Ansturm auf die Testserver anschließend werden würde, damit hatte wohl wirklich niemand gerechnet.

Bereits am Abend der Freischaltung waren lange Warteschlangen die Folge, die sich bis zum heutigen Freitag immer weiter verlängert haben. Inzwischen bekommen viele Spieler, die versuchen sich einzuloggen, eine geschätzte Wartezeit von über zwölf Stunden angezeigt. Und selbst wenn man es dann mal bis nach ganz Vorne geschafft hat, sind Fehlermeldungen und Clientabstürze nicht selten. Wer keinen League of Legends Account mit einer „Ehrenstufe 3“ besitzt, dem wird der Zugang zum Testserver grundsätzlich verweigert.

Dementsprechend ist es momentan noch teils sehr schwierig, den neuen Modus wirklich selbst ausprobieren zu können. Doch allzu lange warten müssen Fans wohl nicht mehr, bis der Modus dann auch auf den offiziellen League of Legends Client aufgespielt wird.

Teamfight Tactics in der Entwicklung

Neue Informationen zu der nahen Zukunft von Teamfight Tactics haben kürzlich die Riot Mitarbeiter ‚Meddler‘ und ‚SapMagic‘ in einem Homepage Beitrag, auf Twitter als auch in einem AMA auf Reddit bekanntgegeben. Auch ein frisch veröffentlichter Entwicklerblog von Lead Designer David ‚Volty‘ Abecassis gibt weitere Einblicke.

Zu aller erst ist wohl wichtig die Aussage zu erwähnen, dass die Spieler nicht zwingend mit dem kommenden Patch 9.13 am 25. Juni mit einer Implementierung vom Teamfight Tactics auf den Live Servern können. Man wolle im Laufe des aktiven Zeitraums von 9.13 allen Spielern den Zugang ermöglichen, dennoch sei es am kommenden Mittwoch möglicherweise noch zu früh.

Geplante Features

Inhaltlich sei man bislang sehr zufrieden mit der Entwicklung, plane aber selbstverständlich noch viele weitere Features für TfT, die früher oder später über Patches in den Modus gelangen sollen. Dazu gehören:

Teamfight Tactics begeistert schon jetzt die Spieler. Quelle: Riot Games
  • Eine Schadensanzeige für alle Einheiten (DPS-Meter)
  • Detailliertere Informationen zu allen Einheiten (wenn man auf diese rechtsklickt)
  • Weitere Bug-Fixes (alle großen Bugs sollen bis zum Verlassen des Testservers behoben sein)
  • Ein Ranglistenmodus / Ranked-Spielmodus ähnlich wie im normalen LoL (Promotion Serien soll es nicht geben)
  • Mehr Klarheit über die Positionierung von Einheiten auf dem Spielbrett
  • Verbesserung und Feintuning der PvE-Runden auch in Bezug auf deren Schwierigkeit
  • Wege Informationen über die Kombinationsmöglichkeiten von Gegenständen zu bekommen, ohne diese zunächst Einheiten zuteilen zu müssen
  • Weitere Balancing- und Bugfixes-Maßnahmen sollten für die nächste Zeit Bestandteil jedes Patches sein.

Weitere relevante Themen

Intern habe man sich bei Riot Games im zuständigen Entwicklerteam natürlich bereits über viel Feedback der Spieler und Tester unterhalten. Demnach sei man beispielsweise mit der Spielfeldgröße momentan zufrieden, wolle aber die weitere Entwicklung dieses Aspektes abwarten. Man schließe nicht aus, in der Zukunft etwas daran zu ändern, insbesondere, wenn die Feldgröße TfT Spieltiefe nehmen sollte.

Auch die maximale Einheitengrenze von neun Helden sei momentan zufriedenstellend. Auch hier sei man zukünftig für andere Optionen offen, doch momentan seien die Möglichkeiten in diesem Aspekt durch Items wie Force of Natur ausreichend. Arbeiten wolle man indes vor allem noch an den Äußerlichkeiten von Stufe 2 und 3 Einheiten. Derzeit sei man noch nicht zufrieden mit dem Aussehen vieler hochstufiger Helden.

Ebenfalls seien Verbesserungen am Scoreboard auf der rechten Bildschirmseite geplant. Derzeit zeigt das Feature nur Lebenspunkt und Spielername an. Dies sei beispielsweise durch Sieg-/Niederlage-Serien und anderen Informationen ausbaufähig. Diskutiert werde derzeit zusätzlich, ob sich die Schadenszahlen, die Spieler beim Verlieren einer Runde bekommen, im richtigen Maß befinden. Man wolle weder, dass Spiele zu lange dauern noch, dass sie zu schnell enden.

Als letzter Punkt werden bezüglich der viel diskutierten Themen die Items angeführt. Man beobachte weiterhin, ob die Dropchancen zu hoch oder zu niedrig seien und ob man weitere Maßnahmen ergreifen müsse, um die Variation der Gegenstände aus PvE Runden für verschiedene Spieler direkter zu kontrollieren.

Weitere Helden und Features in Planung

50 von insgesamt 144 League of Legends Helden werden zum Start in TfT verfügbar sein. Quelle: Riot Games

Zum Release werde Teamfight Tactics 50 bekannte Charaktere aus League of Legends beinhalten. Langfristig sei es das Ziel diese Auswahl deutlich zu erhöhen und weitere Helden in TfT verfügbar zu machen. So wolle man alle ein bis zwei Patches ein bis zwei neue Champions integrieren, bis man bei ungefähr 60 angekommen sei. Das Hinzufügen neuer Figuren berge auch immer ein Risiko im Hinblick auf das Balancing des gesamten Spiels. Deshalb werde man im Hinblick darauf sehr vorsichtig agieren, um das Gleichgewicht nicht zu zerstören.

Auch Ideen für viele weitere grundlegende Mechaniken habe man bereits, die man langfristig in den Modus integrieren wolle. In den kommenden Patches werde man diesbezüglich viel entdecken. Der Fokus von Teamfight Tactics soll aus Sicht der Entwickler auf der Mischung aus kompetitivem, sozialem und spaßigem Spiel liegen. Die Entwicklung ist also definitiv noch lange nicht abgeschlossen und die Spieler werden in der nahen und weiter entfernten Zukunft viele weitere Inhalte, Mechaniken und Features entdecken können.

Ein kleiner Reminder zum Abschluss:

Bei allen Erwartungen sollte jedoch auch immer bedacht werden: Die Teamfight Tactics Abteilung bei Riot Games besteht aus einer mittleren zweistelligen Anzahl von Mitarbeitern. Im Vergleich zu den zirka 2.000 Mitarbeitern des Unternehmens ist das ein verschwindend geringer Anteil von Menschen, die sich aus Faszination zu dem Auto Battle Genre an das Projekt TfT gewagt haben.

Habt also Geduld und gebt des Entwicklern Zeit, Dinge zu optimieren und uns Spielern eine angenehme Spielerfahrung ermöglichen zu können.

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Jonas Walter

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
Jonas 'Syncerus' Walter ist seit 2010 im eSport-Journalismus aktiv. Nach Beteiligungen an diversen eSport Projekten im redaktionellen Bereich wie MaseTV, ESC Gaming oder Team Vertex ist Gaming-Grounds.de nun die erste eigene Konzeption.

Diese hat die Vision aktuell relevante Themen aus dem Gaming- und eSport-Bereich aufzugreifen und für Videospielbegeisterte an einem Ort zu konzentrieren.
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