Zeit für WoW Classic Statusupdate. In der Nacht vom 26. auf den 27. August 2019 haben sich die WoW Classic Tore geöffnet, fast zwei Wochen sind seitdem verstrichen. Schon zuvor und besonders auch seitdem begleiten wir die neu geschriebene Geschichte der lang ersehnten „Neuauflage“ aus dem Jahr 2004. In der kurzen aber ereignisreichen Zeit seit der Veröffentlichung hat Classic bereits mehr Veränderungen durchgemacht, als es sich manch einer hätte vorstellen können.

Allem voran der hohe Spielerandrang stellt Blizzard noch immer vor eine schwierige Herausforderung. Viele beliebte Server sind nach wie vor überlastet, neben World First-Screenshots prägen Bilder von langen Warteschlangen die Berichterstattung und Wahrnehmung auf den gängigen Social Media Plattformen. Die Verantwortlichen reagierten mit der Zuschaltung etlicher neuer Realms und sogar gegen den ursprünglichen Plan mit gezielten kostenlosen Transferrouten von überfüllten Servern auf Alternativ-Realms.

Layering sorgt für Probleme

Selbst das im Voraus speziell für diese Problematik entwickelte Layering-System kommt nicht gegen die Spielerzahlen an und sorgt stattdessen sogar für weitere Sorgenfalten. So berichten Teile der Community in Foren über Spieler, die das mögliche Wechseln zwischen Layern ausnutzen und für den eigenen Vorteil missbrauchen. Demnach würden so teils gezielt seltene Gegner mit spezieller Beute und seltene Ressourcen gesammelt. Dies wiederum schadet der Wirtschaft eines Realms enorm.

Mittlerweile reagierte Blizzard mit einer offiziellen Stellungnahme in einem Bluepost auf die Thematik. So beobachte man den Umgang mit den Layern genau und arbeite hinter den Kulissen an weiteren Maßnahmen gegen den Missbrauch der Mechanik, die (laut ursprünglichem Plan) ab der zweiten Content-Phase in Classic abgeschaltet werden soll. Betont wird allerdings auch, dass gezeigte Bilder mit Banken voller seltener Items oft auch als „Fake“ einzustufen sind. So groß wie teils berichtet, seien die Probleme demnach in der Realität nicht.

Server sprießen aus dem Boden

Vergleicht man die Anzahl der Server zum Classic Release und den aktuellen Stand der Realms, die europaweit mittlerweile online sind, kann man schon fast von einer Inflation der Zahlen sprechen. Nicht nur die deutsche Community – die wie bereits berichtet – zunächst gar keine eigenen Server bekommen sollte, wurde mit vielen weiteren Realms ausgestattet.

Von 0 auf zwei, von zwei auf vier, von vier auf acht und von acht auf neun Server. Das ist die Entwicklung allein der deutschsprachigen Realms. Ob sich Blizzards Befürchtung der sogenannten „Geisterserver“ durch die massive Zuschaltung als berechtigt darstellt, ist bislang nicht abzusehen. Denn drei der neun Realms werden derzeit als „voll“ angezeigt, die Population auf fünf weiteren sei „hoch“. Lediglich auf dem neuesten Server „Heartstriker“, auf den „Lucifron“ und „Venoxis“ Spieler derzeit kostenlos wechseln können, herrscht noch eine niedrige Auslastung.

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Aber auch international ist das Interesse an Classic keineswegs schon abgeflacht. Frankreich stellt mit vier Servern noch das geringste Kontingent, für die russische Community stehen mittlerweile fünf Realms bereit. Der englischsprachige Raum ist logischerweise mit der größten Serverzahl ausgestattet worden. 23 Server zählen wir in dieser Liste zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels. Sechs davon sind „voll“, elf weitere weisen eine „hohe“ Auslastung auf. Je drei Server sind momentan mit „Mittel“ und „Niedrig“ gekennzeichnet und somit sehr wahrscheinlich ohne Warteschlange zugänglich.

Bemerkenswert: Von allen insgesamt 13 vollen Servern ist nur einer kein PvP-Realm. Der deutsche Server „Everlook“ ist der einzige PvE Server mit höchster Auslastungsstufe. Welche Interpretation dies über die gesamte Spielerschaft zulässt ist fraglich, das Interesse an PvP allerdings wohl durchaus groß.

Das macht in Europa insgesamt 41 WoW Classic Server, auf denen sich unzählige Spieler tummeln. Auch wir sind fleißig im alten Azeroth unterwegs und erfreuen uns neben dem anspruchsvollen Gameplay der nicht wegzudiskutierenden Nostalgie. Wie sieht es bei euch aus? Hat euch der Reiz schon verloren oder verfolgt ihr weiterhin eure selbst gesteckten Ziele?

Über WoW Classic

Nach langem Begehren der WoW-Gemeinde, zahlreichen Fan-Projekten, Private-Servern und vielem mehr hatte Blizzard 2019 endlich ein Einsehen. Mit  belebt der Entwickler eines der größten Online-Rollenspiele aller Zeiten die Anfänge einer magischen Welt wieder, die Millionen von Spielern über 15 Jahre lang in ihren Bann gezogen hat und es bei einer großen Community weiterhin tut.

Einmal die Uhr zurückdrehen: Wie oft wünscht man sich in allen möglichen Situationen und Lebenslagen diese Option? Mit World of Warcraft Classic wird dieser Traum zumindest zu einem Teil wahr. Am 27. August 2019 ist es plötzlich wieder fast 2004. Keine Blutelfen, Draenai, Worgen, Goblins, Todesritter, Dämonenjäger, Klassenhallen, World Quests und 120 Level. All das vergessen wir in Classic und konzentrieren uns auf das, was mal wichtig war. Der Weg zu Level 60, eine Gemeinschaft, die sich kennen lernt und gemeinsam Azeroth Stück für Stück erschließt. Viele Fans erhoffen sich zumindest genau das.

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