Alle, die Angst hatten, dass es zukünftig keine Hot Tubs-Streams mit leicht bekleideten Badenixen mehr auf Stream geben wird, können nun beruhigt aufatmen. Twitch spendiert dieser Art von Content nun eine eigene Kategorie.

Was? Ja, richtig gehört. Nachdem wir über Amouranth berichtet hatten, die von Twitch trotz Einhaltung der ToS demonetarisiert wurde, reagiert das Unternehmen nun auf den viel diskutierten Bikini-Trend auf der Plattform, die eigentlich mal für Gamer entstanden ist. Ein großes Problem von Twitch waren die nicht sehr eindeutigen Richtlinien, die Streamern wie Amouranth offensichtlich viel Spielraum ließen für ihr leicht bekleidetes Programm.

Viele Spieler betrachten die zunehmende Sexualisierung von Twitch allerdings als großes Problem, da die Plattform nicht nur Gaming als Fokus haben sollte, sondern sich hier auch ziemlich viele Heranwachsende aufhalten. Während die enganliegenden Bikinis und knappen Höschen vermutlich noch vertretbar wären, ist aber vor allem der Hintergrund der erotischen Streams fragwürdig. Per Linktree verweist manch ein Content Creator aus der Hot Tub-Sparte auf härtere Inhalte oder Bezahlcontent via Onlyfans und Co.

Twitch hat im Falle von Amouranth reagiert und ihr ohne Ankündigung die Werbeeinnahmen gestrichen. Diese reagierte natürlich schockiert und äußerte sich kritisch über die Entscheidung auf Twitter. So sei es an Twitch für entsprechende Klarheit und Transparenz zu sorgen, außerdem sollte es eine bessere Kommunikation mit Content Creatoren geben. Denn: Auch wenn der besagte Content manch einem Twitch-User ein Dorn im Auge ist, die Zugriffszahlen der Hot Tubs-Streams darf man in der Diskussion nicht vergessen. Amouranth zum Beispiel ist in den Top-5 der aufstrebenden Streamer.

Was bleibt Twitch also anderes übrig, als einen Kompromiss zu finden?

Twitch nimmt Stellung

In einem ausführlichen Blog-Post äußersten sich die Betreiber nun zu dem Problem, welches auf den zweiten Blick offensichtlich vielschichtiger und komplexer ist, als manch einem Anti-Hot Tubber bewusst sein könnte. Auch Künstlerinnen wie Amouranth und andere Streamer mit ähnlichem Content haben einen fairen Prozess und Respekt verdient, stellt Twitch klar.

Twitch:

„Von anderen als sexy empfunden zu werden, verstößt nicht gegen unsere Regeln, und Twitch wird keine Vollstreckungsmaßnahmen gegen Frauen oder andere Personen in unserem Dienst aufgrund ihrer wahrgenommenen Attraktivität ergreifen.“

Um beiden Welten also gerecht zu werden, schafft Twitch kurzerhand eine neue Kategorie und nennt sie „Pools, Hot Tubs & Beaches“. Aber wieso eigentlich dieser ganze Badetrend? Wer es nicht mitbekommen hat, Nacktheit und sexueller Content sind laut Richtlinien nicht auf Twitch erwünscht. Anders sieht das aber bei Bademode aus – die ist vollkommen in Ordnung. Was man in seiner Kleidung dann anstellt, obliegt dem Künstler.

Die neue Bade-Kategorie erklärt

Die neue Kategorie „Pools, Hot Tubs & Beaches“ wird Streamern zukünftig einen Ort für Content in Bademode bieten und wird funktionieren, wie jede andere Kategorie auf Twitch. Die Streamer werden die Kategorie zudem sehr flexibel auswählen können, entweder direkt oder auch mitten im Stream. Dann schalten sie einfach während der Übertragung auf die neue Kategorie um, wenn es mit dem Bikini-Outfit weitergehen soll.

Sogar mit Werbung

Wie bei allen anderen Kategorien wird es auch in der Pools, Hot Tubs & Beaches-Kategorie Werbung geben. Damit bekommen auch Badenixen und Wassermänner wieder Geld, wenn sie sich in entsprechender Garderobe zeigen. Twitch stellt fest, dass „Werbeanzeigen zum Seherlebnis gehören“. Damit Werbetreibende nun allerdings weiterhin Interesse an der Plattform haben, können sie die neue Kategorie in den Targeting-Kriterien ihrer Kampagne einfach ausschließen – oder gezielt anwählen.

Es liegt vorerst in der Verantwortung der Streamer, die Kategorie richtig zu wählen, wenn sie in Badeklamotten schlüpfen. Wenn sie dies nicht tun, und ihren Stream „nicht angemessen“ kategorisiert haben, kann er auch ohne Vorwarnung in die Kategorie Pools, Hot Tubs & Beaches verschoben werden. Wenn dies geschieht, sollen die Ersteller zukünftig per E-Mail benachrichtigt werden. Das sollte eine faire Lösung für beide Seiten darstellen.

Die Regeln für Nacktheit und expliziten Content bleiben bestehen! Wie bei allen Inhalten auf Twitch müssen sich die Ersteller weiterhin natürlich an die Nacktheits- und Kleidungsrichtlinien halten. Diese sind in den Community-Richtlinien geregelt.

Twitch:

„Wir wissen, dass unsere vielfältige, globale Community ein breites Spektrum an Interessen und Vorlieben hat und dass nicht alle auf Twitch erlaubten Inhalte für jeden relevant sind. Wir halten es für wichtig, dass die Zuschauer die Art der Inhalte, die ihnen vorgeschlagen werden, selbst bestimmen können, und dass Marken das Recht haben, zu bestimmen, wo ihre Anzeigen auf dem Dienst erscheinen. Wir arbeiten daran, robustere Kontrollen für Werbetreibende und Zuschauer zu entwickeln, damit sie ihre Erfahrungen auf unserem Dienst kontrollieren können.“

Die neue Kategorie ist ab sofort online: Pools, Hot Tubs & Beaches


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