Am vergangenen Freitag, 15. Januar 2021, ist mit „Echoes of the Atlas“ die neueste Erweiterung für das kostenlose Hack’n’Slay Path of Exile erschienen. Das Update erweitert das Spiel um eine neue Liga, ein (zurückkehrendes) Feature und vor allem um jede Menge Endgame-Inhalte. Dass sich Entwickler Grinding Gear Games hervorragend um das Action-RPG kümmert, ist nichts Neues.

Seit dem Release im Oktober 2013 vor über sieben Jahren erscheinen in sehr regelmäßigen Abständen Aktualisierungen, die sowohl neue Inhalte implementieren als auch bestehenden Content optimieren sowie Fehler beheben – und das zahlt sich aus. Wer sich die Entwicklung der Spielerzahlen anschaut wird feststellen, dass die Path of Exile Community nahezu stetig gewachsen ist und mit jedem großen Update an neuen Spielern gewinnt.

Die Spielerzahlen von Path of Exile seit dem Release. Quelle: steamcharts.com
Die Spielerzahlen von Path of Exile seit dem Release. Quelle: steamcharts.com

Neuer Spielerrekord

Pünktlich um 22 Uhr am vergangenen Freitagabend stellt Path of Exile dann erneut den eigenen Allzeit-Spielerrekord ein und konnte dank der „Echoes of the Atlas“-Erweiterung stolze 157.091 gleichzeitige Spieler in der Statistik verbuchen. Das alles geschieht wohlgemerkt noch in Patch of Exile, während man hinter den Kulissen weiter fleißig an der Fortsetzung „Path of Exile 2“ arbeitet, die im November 2019 offiziell angekündigt wurde.

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Path of Exile: Echoes of the Atlas startet in Kürze – Alle Infos

Die hauseigene Messe von Grinding Gear Games, die ExileCon 2019, bot den passenden Schauplatz, um die neuen Funktionen, Gegner, Fähigkeiten und natürlich neue Story zu präsentieren. Das alles kommt dabei zusätzlich ins Spiel, all die über die Jahre erstellten Inhalte für den ersten Teil sollen auch in PoE2 weiterhin verfügbar bleiben. Damit gibt es dann insgesamt sieben Akte und zwei Kampagnen, die allesamt zum bekannten Atlas Endgame-Gameplay führen werden.

PoE2 und Diablo 4: So fern und doch so nah

Obwohl Path of Exile 2 – bedingt unter anderem sicherlich auch durch die Coronavirus-Pandemie – noch recht weit weg scheint, kann Path of Exile schon in seiner jetzigen Form eine akute Gefahr für Diablo 4 darstellen. Während Diablo 3 seit Jahren ohne nennenswerte neue Inhalte mit scheinbar immer gleich monotonen Seasons vor sich hindümpelt und nur sehr wenige Neuerungen bietet, kracht Grinding Gear Games eine neue Spielmechanik nach der anderen in Path of Exile.

Während einen bei Diablo zumeist leicht das Gefühl beschleichen kann die neue Season doch eigentlich schon etliche Male genau so gespielt zu haben, kommen die sogenannten „Casuals“, also Gelegenheitsspieler, in Path of Exile manchmal gar nicht hinterher all die neuen Dinge im Spiel zu erkunden, bevor die nächste Erweiterung kommt.

Das ist natürlich etwas überspitzt formuliert, aber die Richtung wird deutlich, in die die Wahrnehmung der Community derzeit tendiert. Außen vor gelassen bleibt dabei die ohnehin schon deutlich höhere Komplexität von Path of Exile, die allerdings ebenso Freunde hat wie das eher für Gelegenheitsspieler ausgelegte simplere Gameplay von Diablo 3.

Worauf läuft es hinaus?

Path of Exile erfreut sich mit F2P-Ansatz, hoher Komplexität und regelmäßigen Updates einer immer weiter wachsenden Spielerschaft. Aller Voraussicht nach wird sich an der Strategie der Entwickler auch mit Path of Exile 2 nicht viel ändern, zu dem wir 2021 mit deutlich mehr Informationen und zumindest einem Beta-Start rechnen, der ursprünglich für Ende 2020 geplant gewesen ist.

Mit dieser Komplexität bietet Grinding Gear Games seiner Community etwas, was Diablo-Jünger zuletzt in der „Lord of Destruction“-Erweiterung von Diablo 2 im Juni 2001 in ähnlicher Art und Weise erleben durften. Diablo 3 hat sicherlich ganz eigene Stärken – modernes Gameplay, fantastische Optik und grundsätzliche tolle Fähigkeiten, Sets und Gegenstände. Doch seit dem Release im Mai 2012 hat sich viel zu wenig im Spiel getan – von der fehlenden Spieltiefe Mal ganz abgesehen.

Obwohl die Entwickler von Diablo 4 vorbildlich auf das Feedback der Community eingehen und mit den Quartalsberichten regelmäßig Updates in der laufenden Entwicklung präsentieren, warf schon die initiale Präsentation des Spiels bei der BlizzCon 2019 seine Schatten voraus. Simple Werteverteilungen, offene Spielwelt und viele andere Punkte, die den Fans so gar nicht gefielen und teils schon bei Diablo 3 im Vergleich zum Vorgänger kritisiert worden sind. Blizzard hörte bis dato nicht auf seine Community.

Kommt der Sinneswandel zu spät?

Ob sich der Sinneswandel früh genug einstellte und ob eine kritische Menge an Feedback ihren Weg ins finale Produkt finden wird – wann auch immer dieses erscheinen mag – bleibt im Moment noch äußerst schwer abzuschätzen. Lassen sich teils so große Features und Strukturen zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung überhaupt noch wie von der Community gewünscht ändern? Immerhin beim Skill-System setzte man von Grund auf neu an und will nun mehr Möglichkeiten bieten.

Path of Exile hingegen bietet eine klare, stringente und konstante Vorgehensweise, die keine begründete Vermutung zulässt, dass sich diese mit dem zweiten Teil ändern könnte. So stehen viele positive Eindrücke und eine nahezu folgerichtig wachsende Community im Kontrast zu vielen, vielen Fragezeichen beim ehemaligen Platzhirsch Diablo von Blizzard. Vielleicht lässt sich nach der BlizzConline im Februar mehr sagen. Dort soll sich ein Panel um Diablo 4 drehen und den fälligen nächsten Quartalsbericht ersetzen.

Wie seht ihr das? Ist Path of Exile schon jetzt eine ernsthafte Bedrohung für Diablo 4? Diskutiert gern mit uns!
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