Nicht mehr lange und dann soll das Steam Deck erscheinen. Mit diesem Hybrid-Gaming-PC zielt Valve sowohl auf den mobilen als auch den stationären Spielemarkt und will überall ein perfektes Gaming-Erlebnis bieten. Wenn die Teileknappheit nicht erneut ein Problem wird, dann soll die neue Wunderwaffe im Februar erscheinen. Bislang scheint dem Steam Deck Release auf jeden Fall nichts im Wege zu stehen.

Komplette Steam-Bibliothek für unterwegs

Mit dem Steam Deck könnt ihr endlich so ziemlich alle eure Steam Games auch unterwegs spielen. Dafür sorgt die neue Proton-Schnittstelle, die die Games für das Linux-Betriebssystem „übersetzt“, welches das Steam Deck nutzt. Neben der versprochenen Kompatibilität kommt es natürlich auch auf die Integration der Entwickler an. So sollten Spiele auch vernünftig mit dem Controller spielbar sein, damit ihr damit Spaß am Steam Deck habt. Standard-Mappings dürften hier die meisten Szenarios abdecken, viele Entwickler sorgen aber schon jetzt für eine Anpassung ihrer Steuerung. Valve hat für das Steam Deck sogar eine eigene Skala entworfen, die im Store Aufschluss darüber geben soll, wie gut ein Spiel auf dem Steam Deck laufen wird (mehr dazu). So soll sichergestellt werden, dass ihr das bestmögliche Spielerlebnis genießen könnt.

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Steam Deck als Steam Machine 2.0

Mit dem Steam Deck geht Valve nun eigene Wege und präsentiert neben einem der umfangreichsten Stores gleich noch die passende Hardware mit dazu. Diesen Ansatz hatte man bereits mit den Steam Machines versucht, welche sich allerdings nicht richtig durchsetzen konnten. Dabei handelte es sich um zertifizierte Gaming-PCs, die unter Steam OS liefen und eine unkomplizierte Lösung für Spieler bieten sollten. Die Steam Machines wurden allerdings in Zusammenarbeit mit ausgewählten Hardware-Partnern angeboten. Nun nimmt Valve das Ruder selbst in die Hand.

Auch, wenn die Hardware des Steam Decks für eine mobile quasi Konsole überragend werden wird, an einen modernen Desktop-PC wird diese natürlich nicht heranreichen können. Dennoch verspricht sich Valve, viele Spieler mit dem Gerät erreichen zu können. Interessant sind hierzu auch die Auswertungen, in welcher Auflösung die meisten Spieler spielen, welche Hardware sie nutzen, etc. – wirft man hierauf einen Blick, dann wird man feststellen, dass die breite Masse nicht mit der neuesten Hardware unterwegs ist. Teilweise befindet sich diese sogar auf einem ganz ähnlichen Niveau, wie das Steam Deck. Beispielsweise ist die Geforce GTX 1060 immer noch die weit verbreitete Grafikkarte. Mehr dazu findet ihr hier: Steam-Hard- & Softwareumfrage

Fehlende Spiel-Optimierung

Während der Gaming-Markt auf neueste Grafikkarten-Features setzt und uns mit grafiklastigen Spielen zu überzeugen versucht und parallel die GPUs immer leistungsfähiger werden, hat man manchmal das Gefühl, dass die Optimierung der Spiele viel zu kurz kommt. Riesige Texturen, gigantische Masse an Daten werden in die Spiele gesteckt. Dies macht sich vor allem bei der Größe der Spiele bemerkbar – aber auch die Performance leidet darunter. Das muss nicht sein, blickt man beispielsweise in Richtung Nintendo Switch, dann kann man sehen, was man mit entsprechender Optimierung erreichen kann (Witcher 3, Life is Strange: True Colors, Dying Light, etc.). Der Vorteil hier liegt natürlich in der dedizierte Hardware der Switch. Eine Optimierung fällt leichter, wenn man nicht unendlich viele Hardware-Konfigurationen berücksichtigen muss – Apple macht sich damit beispielsweise auch das Leben leichter.

Steam Deck als neuer Standard

Das Steam Deck könnte nun eine neue Chance sein, einen neuen Standard zu setzen, auf den sich die Entwickler einstellen können. Und vermutlich auch müssen, wenn sie über die Steam Deck Skala empfohlen werden wollen. Man könnte sogar sagen, dass Valve die Entwickler durch das neue Gerät quasi dazu zwingt, endlich auch genug Zeit in Optimierung zu investieren. Davon dürften wir Spieler deutlich profitieren – egal ob auf Steam Deck oder normalem PC. Es wäre denkbar, dass zukünftig etwas sparsamer mit Ressourcen umgegangen wird. Schaut man sich an, wie es zum Beispiel bei der Xbox läuft, dann wäre der Schlüssel auch eine bessere Bereitstellung der Spieledaten. Braucht man wirklich das volle 4K-Texturenpaket, wenn man sowieso nur auf einer schwachen GPU und Full HD zockt? Durch den Hardware-Wettlauf von NVIDIA, AMD und Co. wirkt es beinahe so, als würden die Entwickler ihre knappe Zeit eher in neue Bombastgrafik stecken, als sich um die Größe ihres Spieles zu scheren. Dies könnte sich nun ändern.

Ein Trend, der durchaus zu begrüßen ist, immerhin spart er Zeit (verkürzte Downloadzeit), Festplattenplatz und somit auch Energie – was wiederum besser für die Umwelt ist.