Am 15. Juli wurde das Valve Steam Deck vorgestellt. Nachdem der große Spieledistributor neben seiner gigantischen Steam-Plattform mit Valve Index VR-Kit bereits den Hardware-Markt stürmt, kommt nun das nächste Hightlight. Das Steam Deck präsentiert sich als vollständiger mobiler Gaming-PC. Schnelle Hardware und ein relativ moderater Preis (ab 419 Euro) sollen Nintendo Switch und Co. das Fürchten lehren.

Die Enthüllung sorgte sicherlich für Furore, warteten die Fans doch bis vor Kurzem noch auf eine Nintendo Switch Pro mit mehr Leistung – immerhin ist Nintendos Konsole aktuell nahezu konkurrenzlos. Während Nintendo allerdings an den alten Werten festhält und der Switch mit dem OLED-Modell eher kosmetische Details vornimmt, präsentiert Valve ein Gerät, welches mit ordentlich Power daher kommt. Dabei setzt das Unternehmen für das Steam Deck auf moderne AMD-Prozessoren. Als CPU kommt der Zen 2 zum Einsatz, dieser ist mit 2,4 bis 3,5 GHz getaktet. Die RDNA 2 GPU mit 8 CUs (Compute Units) sorgt für die entsprechende grafische Power. Damit soll man auf seine gesamte Steam-Bibliothek zugreifen können und diese mobil spielen können. Über das separat erhältliche Dock kann man das Steam Deck sogar als vollwertigen Rechner nutzen, an TV oder Bildschirm anschließen und sogar Maus und Tastatur nutzen.


Alle Details zum Valve Steam Deck könnt ihr hier nachlesen: Das Steam Deck im Detail


Laufen alle Spiele auf dem Valve Steam Deck?

Schaut man sich die Spezifikationen genauer an, fällt auf, dass das Valve Steam Deck auf das eigene Betriebssystem SteamOS 3.0 setzt. Das lässt uns vorerst hellhörig werden, immerhin ist es schwer vorstellbar, dass darunter wirklich alle Spiele laufen sollen, denn das SteamOS basiert auf ARCH, einer Linux-Distribution. Valve hat allerdings auch hier eine Lösung: Proton.

Was ist Proton?

Mit Proton hat Valve auf Wine basierende Software für SteamOS geschaffen, die es möglich macht, sämtliche Windows Spiele auf Linux lauffähig zu machen. Dabei verwendet Proton zur Implementierung von DirectX 11 und DirectX 12 die Schnittstelle Vulkan. Valve richtet sich auf der offiziellen Steam Deck Seite an skeptische Entwickler und versichert, es sei:

„Keine Portierung notwendig“

Es gibt eine Proton-Datenbank, in der die Kompatibilität genau abgelesen werden kann. Hier stehen noch einige Spiele vermerkt, die verschiedene Probleme aufweisen. Besonders bezieht sich dies auf die Anti-Cheat Software BattlEye und Easy Anti-Cheat – diese sollten später allerdings auch unter SteamOS/Proton funktionieren. Für die wichtigsten Titel sollte sich dies bis zum Release geklärt haben. Valve motiviert die Entwickler auf jeden Fall, mit dem entsprechenden Entwicklerkit für eine native Unterstützung zu sorgen. So könne die Kompatibilität noch weiter erhöht werden. Hier geht es zur ProtonDB

Valve Steam Deck Präsentation

In einem speziellen Video stellt Valve das Gerät noch einmal im Detail vor:

Vollwertiger Gaming-PC

Wenn Valve Wort hält, dann können die Spieler vom Steam Deck also auf einen vollwertigen Gaming-PC erwarten. Wie man in verschiedenen Videos bereits sehen konnte, lässt sich das Gerät wie ein normaler PC nutzen. Es gibt also auch die Möglichkeit, Spiele zu pausieren und kurzfristig andere Tätigkeiten zu vollziehen, es lässt sich sogar die Steam-Oberfläche minimieren und auf den Desktop zugreifen. So kann man Browser öffnen, Dateien managen, Mods nutzen, etc.

Valve geht mit dem Steam Deck recht offen um. So können die Nutzer selbst entscheiden, was sie mit der Hardware anfangen wollen. Zwar ist es empfehlenswert, das vorinstallierte System zu nutzen – denn SteamOS bietet bereits die perfekte Vorkonfiguration für das Steam Deck -, theoretisch könnte man sich aber sogar ein anderes System wie zum Beispiel Windows installieren.

Durch die USB-C Schnittstelle kann das Steam Deck an jedes Dock angeschlossen werden, ein eigenes Dock von Valve soll aber ebenfalls zur Verfügung stehen. Über das Dock kann dann externe Hardware mit dem Steam Deck verbunden werden – Bildschirme, Mäuse, Tastaturen, etc. Das macht das Steam Deck zu einem sehr flexiblen System, welches sich sowohl mobil als auch im Desktop-Modus nutzen lässt.


Wenn ihr das Valve Steam Deck vorbestellen wollt, dann schaut doch mal hier:

Valve Steam Deck vorbestellen: DAS müsst ihr wissen

Auch interessant:

Steam Deck vs. Nintendo Switch OLED: Keine wirkliche Konkurrenz