Wenn der Elektronische-Bauteile-Gott es gut mit uns meint, dann könnt ihr euch bereits auf euer vorbestelltes Steam Deck freuen, welches im Februar erscheinen soll. Zugegeben, die Release-Verschiebung von Ende 2021 sitzt uns immer noch in den Knochen – da es allerdings noch kein weiteres Update gab und der zweite Monat immer näher rückt, könnte es tatsächlich mit der Auslieferung klappen.

Wie wahrscheinlich der Steam Deck Release im Februar ist, haben wir hier erörtert: Steam Deck Release: Die Ruhe vor dem Sturm?

Bleiben wir also optimistisch und sprechen heute über etwas erfreulichere Dinge: Welche Spiele laufen auf dem Steam Deck? Oder besser noch: Für welche Spiele ist das Steam Deck vermutlich besonders prädestiniert?

Steam Deck Performance

Bei aller vorangegangener Euphorie darf man natürlich nicht vergessen, dass es sich bei dem Steam Deck um einen portablen Gaming-PC handelt. Dieser ist trotz der Magie von Valve vieler der bekannten Probleme mobiler Konsolen unterworfen – auch wenn die Entwickler sicherlich ein wenig Magie haben einfließen lassen. So soll das Steam Deck sowohl mobil als auch im USB-C Dock die gleiche Performance bieten.

Diese wird natürlich bestimmt durch die restlichen Specs. Das Steam Deck setzt auf folgende Hardware:

  • CPU: AMD APU Zen 2 4c/8t, 2.4-3.5GHz (up to 448 GFlops FP32)
  • GPU: 8 RDNA 2 CUs, 1.0-1.6GHz (up to 1.6 TFlops FP32)
  • RAM: 16 GB LPDDR5 on-board RAM (5500 MT/s quad 32-bit channels)
  • Display: 1280 x 800px (16:10 aspect ratio), 7 Zoll, 60 Hz, IPS LCS Display

Auch wenn man wegen der neuen Hardware-Komponenten sicherlich keine direkten Vergleiche schließen kann, aber die 1,6 Teraflops Grafikleistung des Steam Decks könnte man in Vergleich setzen mit anderen Spielekonsolen:

  • Playstation 4 (Standard): 1,84 TFlops
  • Xbox One S: 1,4 TFlops
  • Xbox One: 1,31 TFlops
  • Nintendo Switch: 1 TFlops
  • (mehr Konsolen)

Hinweis: FLOPS geben die Anzahl der möglichen Rechenoperationen an, grob gesprochen: je mehr, desto besser.

Dies könnte zumindest einen ganz groben Aufschluss darüber geben, mit welcher Grafikleistung man rechnen kann. Demnach sollte man nicht erwarten, dass aktuelle Spiele mit vollen Grafikeinstellungen laufen. Vermutlich werden diese eher in niedrigen Einstellungen funktionieren. Dies wird sich allerdings erst zeigen müssen, immerhin motiviert Valve die Entwickler zur Optimierung. Etwas besser sieht es auf jeden Fall bei Games aus, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben.

Besonders ansprechend dürfte das Steam Deck also für Spieler sein, die mehr Wert auf Mobilität legen und vielleicht Lust auf die Controller-artige Steuerung des Geräts haben als auf beste Grafik-Performance.

Steam Deck: Auf diese Spiele könnt ihr euch freuen

Grundsätzlich sollen die meisten Spiele der Steam-Bibliothek auf dem Steam Deck laufen. Möglich macht dies die Proton-Schnittstelle, die die Games quasi für das auf Linux basierende Betriebssystem des Steam Decks übersetzt. Dafür wurde eine eigene neue Kompatibilitätsskala eingeführt, die direkt im Steam Store Aufschluss über die Spielbarkeit von Spielen geben soll.

Besonders geeignet erscheinen also Spiele, die eher in die Kategorie „Dauerbrenner“ passen. Spiele, in die man viel Zeit investiert und sie deswegen gerne auch unterwegs spielen möchte, bei denen es nicht um die letzten FPS geht. Uns fallen da vor allem Games aus dem Survival-Genre ein. Diese haben zumeist schon eine längere Entwicklungszeit hinter sich, laufen deswegen teilweise auch auf schwächeren Systemen und bieten genug Langzeitmotivation, um sie heute immer noch zu zocken.

Einige der Spiele sind auch nie außerhalb von Steam erschienen oder nur in einer abgespeckten Version für mobile Konsolen und Smartphones veröffentlicht worden. Oft gibt es auch kein Crossplay mit den PC-Versionen, die meist bevorzugt entwickelt werden. Hier kann das Steam Deck seine wahre Stärke ausspielen.

Interessante Vertreter könnten deswegen beispielsweise sein:

  • Valheim
  • DayZ
  • Rust
  • 7 Days to Die 
  • Project Zomboid
  • Sea of Thieves
  • Rimworld

Auch Rollenspiele dürften von der Mobilität profitieren. Als Beispiel nennen wir gerne Kingdom Come Deliverance (KCD auf dem Steam Deck). Ein Spiel, in das man sehr viel Zeit investieren kann. Es wurde zwar auch eine Switch Version angekündigt – es wäre allerdings durchaus denkbar, dass man das Spiel (mit seinen bisherigen Savegames) gerne auf dem Steam Deck (weiter)spielen möchte.

Das Steam Deck dürfte zudem eine tolle Lösung für Retro-Gamer sein, die gerne ihre liebsten Klassiker zocken wollen. Durch die Offenheit des Systems kann man neben dem Steam-OS theoretisch auch andere Linux-Distributionen, sogar Windows und etliche Emulatoren installieren. Das macht das Steam Deck zu einem sehr flexiblen Gerät.

Im Gegensatz zu geschlossenen Konsolen dürfte sich auch die Modding-Community freuen, denn wie an einem „richtigen“ PC hat man natürlich vollen Zugriff auf seine Daten, kann diese editieren und ergänzen. Mit angeschlossenem Bildschirm arbeitet man am Steam Deck wie an einem Desktop-Rechner und hat so immer einen richtigen Arbeitsplatz mit dabei.

Abschließen bleibt uns nur das ewige Daumendrücken, dass das Steam Deck auch tatsächlich pünktlich im Februar erscheint. Valve selbst gibt sich allerdings bislang recht zuversichtlich. Das sollten wir auch tun.