Am vergangenen Donnerstag, 15. Juli, offenbarte uns Valve mit dem Steam Deck einen neuen mobilen Gaming-PC. Mit moderner Technik ausgestattet soll das neue Gerät, welches Ende dieses Jahres erscheinen soll, neue Maßstäbe im Bereich des Mobile Gamings setzen. Während sich die technischen Spezifikationen durchaus interessant lesen, schrecken viele Spieler vor dem Preis zurück. Auch wenn das Valve Steam Deck quasi einen vollständigen Gaming-PC darstellt, welcher sowohl mobil als auch stationär genutzt werden kann, gibt es auch kritische Stimmen.

Erst kürzlich kündigte Nintendo das neue Switch OLED-Modell an, welches quasi ein leichtes Hardware-Upgrade zur bisherigen Produktreihe darstellt. Mit den modernen Komponenten des Steam Decks kann die Switch allerdings immer noch nicht mithalten. Zuvor hatte es Gerüchte um eine Nintendo Switch Pro gegeben, diese wurden allerdings enttäuscht. Stattdessen baut man auf den alten Spezifikationen auf, es gibt den doppelten internen Speicher und ein größeres Display. An der grundsätzlichen Performance hat sich allerdings auch mit der OLED-Version nicht viel geändert.

Direkt nach der Präsentation des Steam Decks von Valve wurde das Gerät gleich als Switch-Killer tituliert. Doch was ist dran, wer hat die besseren Chancen auf dem Markt und worin unterscheiden sich die beiden Geräte? Diesen Fragen wollen wir im Artikel auf den Grund geben und euch unsere Meinung zu den beiden hybriden Konsolen mitteilen.

Nintendo Switch und Steam Deck Vergleich

Die Spezifikationen zeigen, dass beide Geräte auf einen ähnlichen Formfaktor setzen. Das Steam Deck ist ein wenig größer und vor allem deutlich schwerer als die Nintendo Switch. Die leicht höhere Auflösung bei Valves-Konsole im Handheld-Betrieb ergibt ein Seitenverhältnis von 16:10 statt 16:9. Die zusätzlichen Pixel könnte das Steam-Deck zum Beispiel zum Einblenden einer Benutzeroberfläche nutzen, ohne dieses über das angezeigte Spiel legen zu müssen.

In der angegebenen Akku-Laufzeit ähneln sich Switch und Steam Deck. Interessant ist allerdings, dass diese Angaben bei beiden Konsolen sehr stark variieren, abhängig von der verwendeten Software. Hier sollte man sich eher an dem Wert unter Volllast orientieren. Dieser liegt beim Steam Deck doch deutlich niedriger mit 2 Stunden (Steam Deck) zu 4,5 Stunden (Nintendo Switch).

Bei CPU, GPU und RAM hat Valve ganz deutlich die Nase vorn. Dabei setzt das Steam Deck mit den AMD-Chips (Zen 2, RDNA 2) auf moderne Technik, die sogar in der PS5 genutzt wird – allerdings mit weniger CUs. Die theoretische Grafikleistung (TFlops) liegt in etwa auf dem Niveau einer PS4.

Technische Spezifikationen im Vergleich:

Valve Steam Deck Nintendo Switch OLED
CPU AMD Zen 2 NVIDIA Tegra X1
GPU AMD RDNA 2 (8 CUs) NVIDIA Tegra X1
TFlops bis zu 1,6 bis zu 1
Arbeitsspeicher 16 GB LPDDR5 RAM 4 GB LPDDR4 RAM
interner Speicher 64 GB eMMC (PCIe Gen 2 ×1)
256 GB NVMe-SSD (PCIe Gen 3 ×4)
512 GB NVMe-SSD (PCIe Gen 3 ×4)
64 GB
Displaygröße 7 Zoll 7 Zoll
Display Bauweise LCD OLED
Auflösung 1280 x 800
4K@120 Hz, 8K@60Hz (via USB-C)
1280 x 720
1920 x 1080 (via Dock)
Akku 40 WHr 4310 mAh
Akkulaufzeit 2 bis 8 Stunden 4,5 bis 9 Stunden
Größe 298 mm × 117 mm × 49 mm 102 mm x 242 mm x 13,9 mm (mit Joy-Cons)
dickste Stelle (Sticks) 28,4 mm
Gewicht 669 Gramm 320 Gramm
420 (Gramm (mit Joy-Cons)
Preis 419 Euro (64 GB)
549 Euro (256 GB)
679 Euro (512 GB)
359,99 Euro

Hardware und Software

Wir stellen fest, dass das Steam Deck der Nintendo Switch zumindest in der Performance weit überlegen ist. Auch die Möglichkeiten des neuen Geräts von Valve übersteigen das geschlossene System der Switch deutlich. Während ihr mit dem Steam Deck quasi einen Allrounder mit hoher Leistung bekommt, stellt sich die Nintendo Switch als Spezialist dar, mit dem ihr ausschließlich spielen könnt.

Das Valve Steam Deck kommt mit dem SteamOS 3 als Betriebssystem daher, welches auf Linux basiert und neben dem Spielen auch noch Zugriff auf einen vollständigen Desktop gewährt. Die Switch hingegen lässt die Nutzer nur auf eine sehr schlanke Oberfläche zugreifen und verzichtet auf weitere Funktionen. Hier ist zwar auch ein rudimentärer Browser integriert, auf diesen gibt es allerdings keinen einfachen Zugriff.

Das Steam Deck ist so ausgelegt, dass die Nutzer selbst entscheiden können, was sie damit anstellen wollen. Es kann weitere Software installiert werden. Man kann somit sogar auf weitere Spiele-Plattformen zugreifen. Wer mit Linux gar nichts am Hut hat, könnte sich auch ein Windows installieren, wenn er mag. Solche Freiheiten gibt es bei Nintendo nicht und man ist auf die vorgegebenen Optionen begrenzt. Während man mit dem Steam Deck Zugriff auf eine riesige Auswahl an Spielen hat, bietet Nintendo nur den eigenen eShop als Quelle an. Zusätzlich können die physische Switch-Spiele via Cartridge eingesteckt werden.

Bei der Steuerung geht jedes Gerät ebenfalls eigene Wege. Valve orientiert sich an aktuellen Controllern und ergänzt diese noch um zwei Trackpads, die einen Mausersatz bieten sollen. Auch wenn das Konzept beim Steam Controller damals nicht aufging, es ist sicherlich eine sinnvolle Ergänzung. Nintendo bietet seinen Nutzern hier mehr Freiheiten. Die Joy-Cons sind abnehmbar, man kann diese auch auf ganz unterschiedliche Weise nutzen, einzeln, als Controller oder auf andere kreative Weisen, wie zum Beispiel beim Ring Fit Adventure.

Keine Konkurrenz: Andere Zielgruppe

Es ist schnell ersichtlich, dass beide Geräte auf eine unterschiedliche Zielgruppe abzielen. Während Valve PC-Gamer mit einem sehr offenen System von sich überzeugen will und auf leistungsstarke Hardware setzt, stellt sich die Switch eher als leicht zugängliches Mainstream-Gerät dar. Der höhere Preis, das deutliche höhere Gewicht und die Komplexität des Steam-Systems, richtet sich an ambitionierte PC-Gamer, die nun auch mobil alle Optionen bekommen sollen. Die Nintendo-Switch ist ein Familienprodukt, welches von Spielern unabhängig ihres Alters und ihrer Erfahrung leicht genutzt werden kann.

Nintendo Switch hat die Nase vorn

Über Steam und womöglich weitere installierte Shops hat man mit dem Steam Deck Zugriff auf eine gigantische Auswahl an Spielen. Hier ist alles dabei, von Indie-Titel über AAA-Game. Dabei finden wir großartige Spiele, aber natürlich auch weniger tolle Software. Der Nintendo eShop erscheint deutlich limitierter und bietet eine kuratierte Auswahl an Spielen. Dadurch finden sich hier in der Regel nur Spiele, die auch gut auf dem System funktionieren. Valve verspricht durch die Proton-Software-Lösung allerdings eine native Kompatibilität zu allen Steam Spielen.

Siehe auch: Valve Steam Deck setzt auf Linux: Laufen trotzdem alle Spiele?

Wirft man einen Blick in die Games-Charts, ist es doch erstaunlich, welch unglaublichen Absätze die Switch Games feiern. Nintendo setzt auf ein starkes Lineup und besonders die Franchise Artikel wie Super Mario, Zelda und Co. dominieren regelmäßig die Charts. Durch die leichte Zugänglichkeit und den vergleichsweise günstigen Preis konnte Nintendo seinen Platz in der Welt der Videospiele behaupten. Dieser Erfolg eines mobilen Geräts ohne Smartphone-Funktionen ist heutzutage wirklich erstaunlich. Sicherlich ist es nicht die überragende Hardware, mit der der Konzern gepunktet hat, vielmehr sind es hauptsächlich die starken Spiele und die leichte Zugänglichkeit, die die Menschen zum Kauf bewegen.

Erst vor Kurzem wurden die europäischen Halbjahrescharts für 2021 veröffentlicht (physische Verkäufe). Darin ist Nintendo gleich mehrfach vertreten, zudem landet das neue Super Mario 3D World auf Platz 1 und Mario Kart 8 Deluxe auf Platz 3. Was hochwertige Spiele angeht, scheint Switch also hoch im Kurs zu sein bei den Spielern.

Für wen ist welches Gerät geeignet?

Beide Unternehmen zielen auf den mobilen Markt ab. Das zugänglichere System dürfte aber nach wie vor die Nintendo Switch sein. Die einfache Bedienung, das deutlich geringere Gewicht und der moderate Preis erschließen eine wesentlich breitere Zielgruppe. Valve hingegen möchte das komplette PC-Feeling in die mobile Welt übertragen.

Es gibt ein paar Hürden, die Valve dabei zu nehmen hat. Auch wenn man für das Steam Deck auf die Erfahrung aus Steam Machines (SteamOS), Steam Controller und Valve Index VR zurückgreifen kann, die Erfolge der Valve-Hardware waren bislang sehr durchwachsen. Der Steam Controller ist nicht mehr erhältlich und Steam Machines haben sich nicht durchgesetzt. Das Valve Index bietet eine hochwertige VR-Hardware, die allerdings auch einen stolzen Preis hat und einen Gamer-PC erforderlich macht. Hier zeigt aktuell Facebook mit dem All-in-One-System Oculus Quest 2, dass es auch anders geht.

Valve mischt nun also mit dem Steam Deck zwei weniger erfolgreiche Konzepte (Steam Machine, Controller) und erschließt damit einen für das Unternehmen vollkommen neuen Bereich. Ob das gut gehen kann, wird sich noch zeigen müssen. Nintendo baut mit dem neuen OLED-Modell auf alte Werte. Zwar hatten die Spieler eigentlich auf eine Switch Pro-Version gehofft, Nintendo will aber offensichtlich ein Statement setzen und zeigen, dass es nicht auf die neueste Hardware, sondern vielmehr auf hochwertige Spiele ankommt. Bislang ist das Unternehmen damit ganz gut gefahren. Ob Valve mit dem Steam Deck also nun viele Switch-Spieler zum Wechsel überzeugen wird, bleibt abzuwarten. Eine stärkere Bindung ans Steam-Ökosystem wird es durch die Hardware aber mit Sicherheit geben – das allein ist sicherlich auch attraktiv, denn der PC-Markt ist schon deutlich rauer für Valve geworden, seit auch andere Teilnehmer sich an dem Spiel beteiligen, erwähnt sei hier zum Beispiel Epic Games mit dem eigenen Store.

Wir gehen davon aus, dass sich der Konkurrenzdruck für Nintendo im Rahmen halten wird. Das Upgrade mit einem hochwertigen OLED-Screen ist durchaus sinnvoll, zudem sind noch viele große Titel zu erwarten. So freuen sich die Fans zum Beispiel auf das neue The Legend of Zelda: Breath of the Wild 2, welches noch für die Switch erscheinen wird und vermutlich allein schon ein Kaufgrund für die Konsole ist. Ein Switch Lite bekommt man schon für knapp über 200 Euro, sie bietet Zugriff auf den kompletten Spiele-Katalog. Familienfreundliche Funktionen ermöglichen Eltern eine gezielte Kontrolle darüber, was ihre Kinder spielen können. Steam hingegen ist ein Tummelplatz für eher weniger kindgerechte Software. So wird Nintendo sicherlich diese Zielgruppe ohne Probleme halten, steht das Unternehmen doch auch für Sicherheit und Jugendschutz.

Halbleiter-Knappheit: Lieferengpässe

Einem großen globalen Problem werden allerdings alle Unternehmen in naher Zukunft weiterhin unterworfen sein: der Halbleiter-Knappheit. Diese sorgte aktuell bereits bei vielen Produktionen für dramatische Engpässe und Verzögerung in der Lieferkette. So ist es immer noch schwierig, an die aktuellen Next Gen-Konsolen zu kommen. Das Steam Deck setzt ebenfalls sauf AMD-Chips, hier ist demnach auch mit Verzögerungen und Limitierungen zu rechnen. Nintendo nimmt sich hier zwar nicht aus, da das neue Switch OLED-Modell allerdings viele ältere Bauteile nutzt, könnte es sein, dass es durchaus leichter ist, an die entsprechenden Komponenten zu kommen. Im Rahmen der Pandemie gab es zwar auch bei der Switch kurzfristige Engpässe, Nintendo hatte es bislang aber immer geschafft, diese zu überwinden und für Nachschub zu sorgen – anders als wir es von PlayStation 5 und Xbox Series X bis heute kennen.

Siehe auch:

Next Gen viel zu früh: Marketing-Märchen und langes Warten

Fazit

Das Valve Steam Deck hat ein spannendes Konzept. Es wird für viele PC-Gamer eine bereichernde Erfahrung bieten und auch Neueinsteiger bekommen hiermit einen attraktiven Allrounder geboten, um die Welt der Steam Plattform zu erschließen. Die Grafikleistung ist für den mobilen Bereich beachtlich und die Möglichkeiten durch das offene System sehr umfangreich. Die Nintendo Switch hingegen folgt eher dem limitierten Origami-Prinzip, konzentriert sich auf das Gaming und einen leichten Zugang. Die Switch bleibt auch mit dem neuen OLED-Modell eher in ihrer Komfortzone, während das Steam Deck versucht, neue Wege zu gehen. Es bleibt letztlich abzuwarten, für welches System sich die Spieler zukünftig entscheiden werden.

Wir gehen davon aus, dass es aber eher eine Verschiebung innerhalb der Steam-Community geben wird und Nintendo seine Spieler behalten wird. Dies allein, weil die grundsätzliche Entscheidung nicht zwischen Nintendo und Valve gefällt wird, sondern ob man eher ein PC-Gaming- oder Konsolen-Feeling haben möchte. Bisherige Nintendo Fans haben sich auch in der Vergangenheit sicherlich nicht wegen der leistungsstarken Hardware für eine Switch entschieden.

Eure Meinung:

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